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Submission

Submission

Drama. USA 2017. 106 Minuten.

Regie: Richard Levine
Mit: Stanley Tucci, Addison Timlin

Die Adaption des Romans Blauer Engel von Francine Prose wirft heikle Fragen auf: Wie nahe dürfen sich Professor und Studentin kommen und was geschieht, wenn sich die Machtverhältnisse ins Umgekehrte verschieben?

Filmstart: 19. September 2019

Worum geht’s?

Ted Swenson (Stanley Tucci) ist ein mäßig erfolgreicher Schriftsteller und verdient sich seinen Lebensunterhalt hauptsächlich durch eine Professur am College von Houston. Dort kümmert er sich um eine Gruppe temperamentvoller Literaturstudenten, die ihm Woche für Woche ihre eigenen kreativen Ergüsse präsentieren und sich danach gegenseitig in den Boden kritisieren. Unter ihnen ist auch die aufstrebende Studentin Angela (Addison Timlin), die an ihrem ersten Roman schreibt und ihren Professor nach seiner professionellen Meinung fragt. Die erotisch geschriebenen Kapitel bringen den glücklich verheirateten Endvierziger schwer zum Grübeln. Je mehr Zeit vergeht, und je mehr Zeilen des unvollendeten Buchs Ted liest, desto näher fühlt er sich der jungen Frau. Bis diese das Tabu bricht und ihren Professor verführt. Und ja, er könne doch mit seinem Verleger sprechen und ihr eigenes Buch ins Gespräch bringen. Schon bald findet sich Ted in einem dichten Gestrüpp aus Lügen und falschen Vorwürfen wieder. Eines, das sein bisheriges Leben auf den Kopf stellt.

Wer ist dabei?

Stanley Tucci zeigt in der Hauptrolle einmal mehr seine ernste, nachdenkliche Seite. Die Rolle als in sich gekehrter, an sich und seinem schriftstellerischen Werk zweifelnder Autor kauft man ihm jederzeit ab. Addison Timlin überzeugt als manchmal tough, manchmal unglaublich zerbrechlich wirkende Angela.

Was wird geboten?

Der Film spricht ein heikles Thema an. In Zeiten von #MeToo ist das Motiv der Machtdemonstration zwischen zwei Menschen natürlich aktueller denn je. Interessant ist hier der Zugang zu diesem. Denn die leidtragende Person in der Geschichte ist nicht die Frau. Vielmehr ist es der Mann, der unter falschen Anschuldigungen zerbricht. Das trifft einen Nerv, nämlich den jener Menschen, die in den hitzig geführten Debatten rund um sexuelle Nötigung und Missbrauch daran appellieren, keinen Freifahrtschein für jegliche Einzelfälle auszustellen. Denn was geschieht, wenn der seltene Fall eintritt, bei dem das Opfer lügt? Submission zeigt deutlich, dass man in der Debatte nicht pauschalisieren, sondern jeden Fall genauestens untersuchen sollte. Sonst kann es nur allzu leicht zu Rufmord und zum Ruin eines Menschen kommen. Dabei wird der Film aber nicht etwa ausfällig oder gar penetrant, sondern präsentiert ein schmerzliches, aber dennoch mildes Ende ohne Sensationsgier. Denn die braucht #MeToo am allerwenigsten.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Submission
Originaltitel Submission
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2017
Länge 106 Minuten
Regie Richard Levine
Darsteller Stanley Tucci, Addison Timlin
Verleih Kinostar
Altersempfehlung ab 12

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