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Pola X

Pola X

Drama. Frankreich 1999. 134 Minuten.

Regie: Léos Carax
Mit: Guillaume Depardieu, Catherine Deneuve, Katerina Golubeva

Wunderkinder unter sich: Leos Carax treibt Gerards Sohn Guillaume Depardieu durch ein Drama aus Sehnsucht, Wahn und Verzweiflung.

Das französische Kino liebt seine Genies, aber der Wahn von Leos Carax ist selbst für dortige Verhältnisse eine Spur zu groß. Cineasten werden sich erinnern: Ende der achtziger Jahre versprach das damalige Wunderkind der neuen französischen Filmregie (Boy Meets Girl, Mauvais Sang) "einen Film, der es wagt von der Liebe zu sprechen, indem er das Elend zeigt." Vier Jahre dauerten die Dreharbeiten - am Ende war Die Liebenden von Pont Neuf der (unter damaligen Verhältnissen) teuerste französische Film aller Zeiten. Wenn man Carax heute fragt, wohin dieses Abenteuer geführt hätte, so kann er darauf nur eine Antwort geben: "In die Hölle." Trotzdem hat er wieder einen Film gemacht. Es sollte nur etwas länger dauern als gewöhnlich. Zwischen Die Liebenden von Pont-Neuf und Pola X liegen acht Jahre. Sowas ist auch für eine Genie eine lange Zeit. "Denn in verzweifelten Situationen sind die menschlichen Seelen wie Ertrinkende: Sie wissen sehr genau, dass sie in Gefahr sind, sie kennen alle Ursachen dieser Gefahr, aber die See ist die See, und sie müssen ertrinken", schreibt Hermine Melville in Pierre oder Im Kampf mit der Sphinx, jenen 1852 veröffentlichten Entwicklungsroman, den Carax als Ausgangsform für Pola X genommen hat. Allein schon der Titel ist ein Rätsel: POLA steht für die Initialen des französischen Buchtitels: Pierre; Ou Les Ambiguités, während X bedeutet, dass Carax erst mit der zehnten Drehbuchfassung seine endgültige Form gefunden hat. Leidenschaft, Wahn, Geniekult. Pola X erzählt die Geschichte des jungen, reichen Schriftstellers Pierre (Guillaume Depardieu), der mit seiner Mutter (Catherine Deneuve) sorglos in einem Schloss in der Normandie lebt. Nach seinen ersten Bestseller-Erfolgen plant er nun, seine Verlobte Lucie (Delphine Chuillot) zu heiraten. Doch als er die mysteriöse Isabelle (Katerina Golubeva) kennen lernt, die behauptet, seine Schwester zu sein, bricht er mit seinem bisherigen Leben. Er verfällt der geheimnisvollen Fremden, flieht mit ihr in die ärmliche Vorstadt von Paris und beschließt, ein Buch über die Wahrheit zu schreiben. Pola X ist wieder ein echter Carax geworden. Sensible Momente stehen Sexszenen gegenüber, die in ihrer Authentizität an Hardcore-Pornos erinnern, echte Gefühle folgen auf schwülstige Leidenschaft, das Werk eines Genies, sicher, aber alle Logik ordnet sich der Macht der Bilder unter.

Credits

Titel Pola X
Originaltitel Pola X
Genre Drama
Land, Jahr Frankreich, 1999
Länge 134 Minuten
Regie Léos Carax
Drehbuch Léos Carax
Kamera Eric Gautier
Schnitt Nelly Wuettier
Musik Scott Walker
Produktion Bruno Pesery
Darsteller Guillaume Depardieu, Catherine Deneuve, Katerina Golubeva, Delphine Chuillot
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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