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Ali

Ali

Drama. USA 2001. 156 Minuten.

Regie: Michael Mann
Mit: Jada Pinkett Smith, Will Smith, Jon Voight

Muhammad Ali, der ewige Champ: Michael Manns zweifach oscarnominierte Biographie zeigt endlich ein vollständiges Bild des bewegten Lebens und der faszinierenden Persönlichkeit des größten Boxers aller Zeiten.

Filmstart: 15. August 2002

In den 60er-Jahren tritt ein junges Boxtalent ans Licht der Weltöffentlichkeit, um diesen Sport für immer zu prägen: Newcomer Cassius Clay (Will Smith) holt die Goldmedaille von den Olympischen Spielen in Rom nach Amerika. Clay ist ein stolzer, unzähmbarer Hitzkopf und Weiberheld. Laut, selbstbewußt und restlos überzeugt davon, der größte Boxer aller Zeiten zu sein, legt er sich in aller Öffentlichkeit großmäulig mit Konkurrenten und Journalisten an. Als er im Jahr 1964 in Miami gegen den amtierenden Weltmeister Sonny Liston in den Ring steigt und ihn auf die Bretter schickt, ist es schließlich soweit: Cassius Marcellus Clay ist Weltmeister im Schwergewichts-Boxen. Und der aufregenste Champ, den die Medienwelt je gesehen hatte: Mit locker geschüttelten Reimen und legendären Sprüchen ("Ich bin so schnell, daß ich aufspringen, durch den Raum laufen, das Licht ausschalten und wieder im Bett liegen kann, bevor es ausgeht.") wird Clay zu einem der schillernsten Prominenten seiner Zeit.
Clay war ein Vollblut-Profi, ein meisterlicher Boxer, der mit seiner revolutionären Technik und seinem markanten Kampf-Stil - er "tanzte wie ein Schmetterling und stach wie eine Biene" - alle Gegner mit scheinbar selbstverständlicher Leichtigkeit zu Boden zwang. Aber er war auch ein überaus beherzter und konsequenter Bügerrechtskämpfer. Seiner internationalen Anerkennung folgte ein immer stärkeres Auftreten gegen gesellschaftliche Missstände. Clays Abscheu für den Rassismus, der seinen schwarzen Brüdern im eigenen Land entgegenschlug, wurde größer und größer, bis er (noch 1964, im Jahr seines Triumphes) seine Olympia-Medaille aus Protest in einen Fluß warf und zum Islam konvertierte. Seinen Namen, den er mittlerweile als Sklavenname verstand, legte er ab. Er bekam von seine Kirche, der Nation of Islam, jenen Namen, mit dem er zur Legende wurde: Muhammad Ali. Ali war zwar immer noch ein Großmaul - aber er meinte das, was er hinausposaunte, wirklich ernst. Als er gezwungen werden sollte, nach Vietnam einzurücken, verweigerte er den Militärdienst mit den Worten "Kein Viet-Kong hat mich je Nigger genannt". Die Folge war ein Boxverbot in Amerika; drei Jahre lang durfte Ali nicht boxen. Dann trat er zu seinem Comeback an - in Zaire, gegen den acht Jahre jüngeren George Foreman. Ali siegte - und zementierte damit für immer seinen Rang als ewiger Champ.
Der Mann, der nicht nur Boxgeschichte schrieb, sondern durch seine Freundschaft mit den Bürgerrechts-Legenden Malcolm X und Martin Luther King auch untrennbar mit der jüngeren Polit-Geschichte Amerikas verbunden ist, wird in Michael Manns Film von Will Smith dargestellt. Es war die anspruchsvollste Rolle im Leben des afro-amerikanischen Superstars; er mußte wie Ali trainieren, essen, leben, denken und fühlen. Smith verwandelte sich für die Dreharbeiten in einen 110-Kilo-Schwergewichtsboxer - und wurde dafür für den Oscar nominiert. Ebenso wie Jon Voight, der im Film den Sport-Reporter Howard Coswell spielt, einen langjährigen Begleiter Alis.
Michael Manns Film, gehalten in modernem Dokumentar-Stil und mit Preisen überhäuft, spannt sich über zehn Jahre im Leben des Champ (1964 bis 1974) - und ist nicht nur einer der besten Sportler-Biographien aller Zeiten, sondern auch ein spannendes, berührendes Porträt einer großen Persönlichkeit.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Ali
Originaltitel Ali
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2001
Länge 156 Minuten
Regie Michael Mann
Drehbuch Gregory Allen Howard, Eric Roth
Kamera Emmanuel Lubezki
Schnitt Stephen E. Rivkin, William Goldenberg, Lynzee Klingman
Musik Pieter Bourke, Bill Brown
Produktion Michael Mann, Jon Peters, Paul Ardaji, James Lassiter
Darsteller Jada Pinkett Smith, Will Smith, Jon Voight, Jamie Foxx, Mario Van Peebles, Ron Silver, Lisa Gerrard
Verleih Centfox

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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