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Gosford Park

Gosford Park

Satire. GB, Italien, USA 2001. 137 Minuten.

Regie: Robert Altman
Mit: Kristin Scott Thomas, Helen Mirren, Kelly Macdonald, Maggie Smith

The Film is ready, Ladies and Gentlemen. Der amerikanische Ausnahmeregisseur Robert Altman serviert eine köstliche Story aus einem englischen Country-House der 1930er Jahre: Very british und deliziös garniert mit fünf Oscar-Nominierungen.

Filmstart: 14. Juni 2002

 

Ein Weekend auf dem Lande, wir schreiben das Jahr 1932. Der schwerreiche Aristokrat Sir William McCordle (Michael Gambon) lädt einen erlesenen Kreis von Verwandten und Bekannten zur Jagd auf seinen Landsitz Gosford Park. Ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges - doch als am Höhepunkt des Society-Balletts ein Mord geschieht, verliert so mancher blaublütige Gast die sorgsam behütete Contenance. Dafür werden Mord-Motive in rauen Mengen gefunden.
Wer war nun der Täter? Die betrogene Ehefrau (Kristin Scott Thomas), die verarmte Tante (Maggie Smith), die verwirrte Tochter, oder eine der Schwägerinnen? Und was ist mit dem rätselhaften Studioproduzenten aus Hollywood (Bob Balaban) und dessen mysteriösem Diener (Ryan Phillippe)? Oder dem Butler (Alan Bates), dem Dienstmädchen (Emily Watson), der Köchin (Eileen Atkins), der Hausdame (Helen Mirren)?
Der eherne Katalog der Benimmregeln der britischen Aristokratie und Upper-Class vor dem Zweiten Weltkrieg ist legendär. Keine auch noch so kleine Interaktion war dem Zufall oder gar (shocking!) menschlicher Spontaneität überlassen. Wer das komplexe Regelwerk dieses Gesellschafts-Spiels nicht aus dem Effeff beherrschte, hatte schon beim Start verloren. Besonders fest zementiert waren die Hierarchien zwischen Herrschaft und Dienerschaft. Doch während die glamouröse Welt der Aristocrats mitsamt ihren eleganten bis bizarren Ritualen sehr oft im Zentrum von Komödien und Dramen steht, spielt sich das geschäftige Treiben der Domestiken meist hinter den Kulissen ab - im wahrsten Sinne des Wortes. In Gosford Park ist das anders: Der Dienstbotentrakt ist hier das eigentliche Zentrum des Geschehens und bietet neben der vergnüglichen und bewegenden Story historisch bis ins kleinste Detail nachrecherchierte Einblicke in eine Welt, die normalerweise hinter meterhohen Flügeltüren verborgen bleibt.
Aber wenn Robert Altman Regie führt, ist das Ergebnis meist mehr als ein bloßer Kinofilm - siehe M.A.S.H., The Player, Prêt-a-Porter ... Altman kreiert ganze Mikrokosmen, die mit ihrer Vielschichtigkeit und ihrem unglaublichen Detailreichtum an den Kinosessel fesseln und bis zum Schluss nicht mehr loslassen. Diesmal verpflichete Altman die komplette Führungsriege britischer Star-Schauspieler (Bob Balaban und Ryan Phillippe sind die einzigen Amerikaner im Cast) und widmete sich mit der Akribie eines britischen Landschaftsgärtners der englischen Vorkriegs-Idylle - sozusagen Agatha Christie für Fortgeschrittene.

Text:  Kurt Zechner

SKIP-Tipp

Robert Altmans Erlebnis-Kino findet diesmal auf einem versnobten britischen Landsitz statt. Gosford Park ist ein stiller, aber (wort)gewaltiger Film für echte Genießer.

SKIP-Tipp von Kurt Zechner

Credits

Titel Gosford Park
Originaltitel Gosford Park
Genre Satire
Land, Jahr GB/Italien/USA, 2001
Länge 137 Minuten
Regie Robert Altman
Drehbuch Julian Fellowes, Bob Balaban
Kamera Andrew Dunn
Schnitt Tim Squyres
Musik Patrick Doyle
Produktion Robert Altman, David Levy, Bob Balaban
Darsteller Kristin Scott Thomas, Helen Mirren, Kelly Macdonald, Maggie Smith, Tom Hollander, Michael Gambon, Bob Balaban, Charles Dance, Richard E. Grant, Jeremy Northam, Ryan Phillippe, Eileen Atkins, Alan Bates, Stephen Fry
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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