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Film ist. (7-12)

Film ist. (7-12)

Dokumentation. Österreich 2002. 93 Minuten.

Regie: Gustav Deutsch

Gustav Deutsch untersucht in diesem experimentellen Filmabenteuer die Geburt des Kinos aus Jahrmarktspektakel und Varieté anhand spektakulärer Bildbeispiele aus der Stummfilmzeit.

Filmstart: 12. April 2002

Film ist. (7-12) ist eine Art Fortsetzung von Film ist. (1-6), Gustav Deutschs erstem 'Tableaufilm' (damit ist ein Film gemeint, der in einzelne Kapitel geteilt und so gezeigt werden kann) aus dem Jahr 1998. Es war dies Deutschs erster filmessayistischer Versuch über eine 'Phänomenologie des Mediums Film'. Nach hundert Jahren Kino beschäftigte er sich - um diesem seltsamen und überaus erfolgreichen Medium auf den Grund zu gehen - mit den Themen 'Bewegung und Zeit', 'Licht und Dunkelheit', 'Material' etc. Film ist. (1-6) wurde mit großem Erfolg auf 35 internationalen Festivals gezeigt und Kritiker lobten die poetisch-konstruktive Auswahl und Neugestaltung historischer Wissenschafts- und Lehrfilme. In Film ist. (7-12) beschäftigt sich Gustav Deutsch nun mit dem Varieté und dem Jahrmarkt als zweite Geburtsstätte des Films. Bevor eigene Kinos eingerichtet wurden, waren Filme ein Teil von bunten Showprogrammen zwischen Zaubervorführungen, Travestien oder Slapstick-Nummern. Und die erfinderischen Meister der ersten Filme stammten - wie z. B. Georges Melies - selbst aus dem Milieu der Schausteller und Magier. Sie entdeckten spielerisch Filmtricks wie Zeitraffer, Überblendung oder Stopptrick. Auch aus den auf Jahrmärkten dargebotenen Sensationen (Dame mit Bart etc.) kommen Einflüsse aufs frühe Kino. In Film ist. (7-12) sind zahlreiche Ausschnitte aus Bildwerken des frühen 20. Jahrhunderts zu sehen. Aufnahmen aus dem ersten Weltkrieg, ein Buschmann spricht in den Phonographen, erotische Filmfragmente von 1926, eine führerlose Lokomotive, Schlachtschiffe, Hotelbrände u.v.m. Deutsch bedauert, dass seit den 100-Jahre-Kino-Jubiläen vor 6 Jahren die frühen Bilder der Kinogeschichte wieder aus den modernen Medien verschwunden sind. Er entreißt sie wieder dem Vergessen und gräbt Schätze aus wie etwa ein 'Kino der Attraktionen': 1902 filmte Clement Maurice zu wissenschaftlichen Zwecken die operative Trennung von Siamesischen Zwillingen und illegale Kopien dieser chirurgischen Wundertat wurden dann auch auf Jahrmärkten gezeigt. Das Spektakel stand beim Kino eben schon immer im Vordergrund. (gd)

Credits

Titel Film ist. (7-12)
Originaltitel Film ist. (7-12)
Genre Dokumentation
Land, Jahr Österreich, 2002
Länge 93 Minuten
Regie Gustav Deutsch
Musik Werner Dafeldecker, Christian Fennesz
Produktion Manfred Neuwirth
Verleih Stadtkino

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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