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Vaya con Dios

Vaya con Dios

Komödie. Deutschland 2002. 106 Minuten.

Regie: Zoltan Spirandelli
Mit: Michael Gwisdek, Daniel Brühl, Chiara Schoras

Heilig unterwegs. Wer meint, dass man von Mönchen nichts fürs Leben lernen kann, wird in Zoltan Spirandellis humorvollen Roadmovie eines Besseren belehrt.

Filmstart: 2. August 2002

Die Mönche des Cantorianer-Ordens glauben, dass man Gott durch Gesang am nächsten kommt. Mag ja sein. Nur verliert jemand, der täglich nur an Musik in himmlischer Harmonie denkt, irgendwann den Bezug zur Realität. Ein Alltag, der sich eng um die Choräle schmiegt, die man zum Lob des Herrn zu festgesetzten Zeiten singt, hat zwar viel mit Meditation und Askese, aber nur wenig mit volkswirtschaftlicher Wirklichkeit zu tun. Bruder Stephan, der Abt des Cantorianer-Ordens von Brandenburg, liegt im Sterben, als er seinen drei verbliebenen Mitbrüdern ein tragisches Geheimnis offenbart: Das Kloster ist pleite, alle Besitztümer verpfändet, in drei Wochen schlägt endgültig der Kuckuck zu, die Lage ist katastrophal, es gibt nur einen Ausweg: Bruder Benno (Michael Gwisdeck), Bruder Arbo (Daniel Brühl) und Bruder Tassilo (Matthias Brenner) müssen den weiten Weg nach Italien wagen, wo bei Montecerboli das einzige noch verbliebene Cantorianer-Kloster liegt. Dort wollen sie um Aufnahme bitten.
Die Reise ist lang und steckt voller Versuchungen. Irgendwo unterwegs werden die Mönche von der Presse-Fotografin Chiara (Chiara Schoras) aufgelesen. In ihrem Mercedes ist Platz für alle. Die Landschaft fliegt vorbei, aus dem Autoradio dröhnt laute Popmusik. "Die Komposition ist wider allen Regeln ... alles in allem grauenvolle Musik", findet Benno. "Können wir das noch einmal hören?"
Arbo, der im Kloster aufgewachsen ist und keine andere Welt als den Orden kennt, glaubt, sich in Chiara verliebt zu haben. Aber wie soll er mit diesem Gefühl umgehen, das so völlig neu für ihn ist?
"Du kannst froh sein, dass sie dich als Baby hergeschafft haben. Da bleibt dir das mit den Frauen erspart", meint Benno, der auf einen Bauernhof aufwuchs und mit 14 ins Kloster kam. "Die Bäckersfrau in unserem Dorf hat mir mal ein Stück Kuchen versprochen, wenn ich ihr den Rücken kratze, das habe ich aber nicht bekommen ... muss irgendwas falsch gemacht haben."
Benno, der Jesuit war und in Rom studierte, bevor er sich zum Cantorianer weihen ließ, hat zumindest in diesem Punkt doch beträchtlich mehr Ahnung vom Leben als seine Brüder. "Im Allgemeinen merkt man das ziemlich deutlich, wenn man verliebt ist", meint er, als Arbo um Rat bittet. "Die Frage stellt sich nur, wie man damit umgeht. Besonders als Mönch."
Auch Chiaras Herz schlägt voller Fragezeichen. "Der sieht aber echt süß aus", meint eine Redaktionskollegin begeistert, als sie die Aufnahmen des jungen Mönchs sieht, den Chiara unterwegs aufgelesen hat. "Der ist mehr als nur süß. Der ist irgendwie - ganz irre."
Vaya con Dios ist ein Roadmovie der heiligen Art. Der Weg zur Erlösung steckt voller Seitenstraßen. Familie, Ehrgeiz, Liebe - schon kurze Momente der Ablenkung reichen, um vom rechten Pfad abzukommen. "Wir haben nun mal ein anderes Leben gewählt", meint Benno, als ob damit alles erklärt wäre. Dabei ist gerade das der Satz, mit dem Arbo immer weniger klar kommt. Er, der bereits als Baby im Kloster lebte, durfte nie zwischen diesem oder einem anderen Leben wählen. Für ihn ist der Augenblick der Entscheidung erst jetzt gekommen. Chiara oder Kloster - das ist hier die Frage.

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel Vaya con Dios
Originaltitel Vaya con Dios
Genre Komödie
Land, Jahr Deutschland, 2002
Länge 106 Minuten
Regie Zoltan Spirandelli
Drehbuch Zoltan Spirandelli
Kamera Dieter Deventer
Schnitt Magdolna Rokob
Musik Detlef Friedrich Petersen
Produktion Dieter Ulrich Aselmann
Darsteller Michael Gwisdek, Daniel Brühl, Chiara Schoras, Matthias Brenner, Traugott Buhre, Heinz Trixner, Christel Peters
Verleih Einhorn Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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