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Poppitz

Poppitz

Komödie, Satire. Österreich 2002. 99 Minuten.

Regie: Harald Sicheritz
Mit: Roland Düringer, Marie Bäumer, Kai Wiesinger

Heiß, hart, herzlich, humorvoll: Wo Ferien zur Folter werden, läuft Roland Düringer zur Hochform auf.

Filmstart: 30. August 2002

 

Poppitz? Poppitz? Who the fuck is Poppitz? Wenn einer in den Urlaub fährt, meint Roland Düringer, dann nimmt er irgendwo im Hinterkopf, auf einer kleinen Datei in seiner Festplatte, immer auch einen Gedanken mit, der die Idylle in Gefahr bringt. Vielleicht ist der Urlaubsort doch nicht so schön wie im Projekt beschrieben? Flugzeuge können auch abstürzen. Lebensmittelvergiftungen kommt in den besten Küchen vor. Wer hat das Bügeleisen ausgesteckt? Was mache ich, wenn meine Frau am Strand jemand anderen kennen lernt? Auch Gerry Schartl, die neue Filmfigur, mit der Düringer wieder einmal tief in die Hintergründe der österreichischen Seele taucht, wird von solchen Gedanken gepeinigt, als er im Flugzeug Richtung Süden sitzt. Sein Problem heißt Poppitz.
Gerry Schartl ist Autoverkäufer, ein As in seiner Zunft, und so schön wie seine Verkaufsbilanz blitzt auch sein Privatleben. Was macht es, wenn die Frau (Marie Bäumer, das schönte Cowgirl aus Der Schuh des Manitu) seit Jahren zum Psychiater rennt und die halbwüchsige Tochter (Nora Heschl in ihrem Filmdebüt) sich wie die Verlobte eines Gruselrockers aufführt? Solange der äußere Schein gewahrt bleibt - das hat Gerry beim Autoverkaufen gelernt - braucht man sich ums Innenleben nicht viel Sorgen machen. Und außerdem steht der Urlaub vor der Tür. Zwei Wochen in einer Ferienanlage allerfeinster Güte, Sandstrand, Sonnenschein, Meeresluft, eine Frischzellenkur für Leib und Seele, mehr kann ein Mann seiner Familie wirklich nicht mehr bieten. Erholung ist angesagt! Wenn da nur nicht dieser eine Name wäre, den der Juniorchef (Alfred Dorfer), der nach dem plötzlichen Tod seines Vaters die Firma übernehmen wird, in letzter Zeit so oft ins Telefon geflüstert hat: Poppitz.
Natürlich braucht man einem wie Gerry nichts vorzumachen. Ein Autoverkäufer, der nie mit eigenen Händen den Kilometerzähler am Gebrauchtwagen frisieren würde, weil man das doch auch genauso gut einen Kollegen anschaffen kann, weiß nur zu genau, was so eine Geheimniskrämerei bedeutet: Poppitz kann nur der neue Mann im Autohaus Klingelmeier sein. Ein Starverkäufer, möglicherweise sogar Abteilungsleiter, im schlimmsten Falle sogar deutscher Partner, jedenfalls aber das Ende von Gerrys steiler Karriere, die ohnehin nur auf seiner Zweckfreundschaft zum Juniorchef aufgebaut war. Aber wie gesagt: Nichts genaues weiß man nicht.
Da sitzt er nun im schwarzen Anzug auf der Ferieninsel Cosamera und grübelt. Dabei ist Poppitz gar nicht das einzige Problem. Gerrys Urlaubstagebuch liest sich wie das Programm eines Pauschaltouristen, der die Hölle gebucht hat: Sein Koffer ist verloren und offenbar nicht mehr wiederzufinden. Sämtliche Animateure kriegen feuchte Augen, wenn sie seine halbwüchsige Tochter sehen. Der Küchenchef dürfte seinen Job im Knast gelernt haben. Am Swimmingpool tobt der tägliche Kampf um jede Sonnenliege. Und die ganze Anlage ist voller Deutscher. Nicht dass Gerry etwas gegen Deutsche hätte. Seine eigene Frau kommt aus Deutschland. Da ist er durchaus verständnisvoll. Aber dass sich Lena ausgerechnet den eingebildetsten aller Piefkes auf ganz Cosamera (Kai Wiesinger), den Kerl, der ihm schon bei der Ankunft äußerst unangenehm aufgefallen ist, als Urlaubsflirt aussucht, das reicht - sollte man meinen. Doch plötzlich hat Gerry eine Idee: Was, wenn er weiß, wer Poppitz ist? Was, wenn die Entscheidung über seine berufliche Zukunft hier auf Cosamera fallen könnte? Gerry Schartl wollte sich erholen. Aber eigentlich hat er mehr Stress denn je.

SKIP-Tipp

Weil man in 90 Minuten mit Roland Düringer mehr vom wahren Wesen des gelernten Österreichers begreift als in einem ganzen Jahr voll Zeit im Bild oder Inlandsreport. Und mehr Spass macht´s auch.

SKIP-Tipp von Peter Krobath

Credits

Titel Poppitz
Originaltitel Poppitz
Genre Komödie/Satire
Land, Jahr Österreich, 2002
Länge 99 Minuten
Regie Harald Sicheritz
Drehbuch Roland Düringer, Harald Sicheritz
Kamera Helmut Pirnat
Schnitt Ingrid Koller
Musik Lothar Scherpe, Peter Herrmann
Produktion Danny Krausz, Kurt Stocker
Darsteller Roland Düringer, Marie Bäumer, Kai Wiesinger, Oliver Korritke, Eva Billisich, Reinhard Nowak, Viktoria Stifter, Maria Hofstätter, Nora Heschl
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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