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Die drei Musketiere

The Three Musketeers

Abenteuer. Deutschland, USA 2011.

Regie: Paul W. S. Anderson
Mit: Mads Mikkelsen, Christoph Waltz, Luke Evans, Milla Jovovich, Logan Lerman

Alexandre Dumas' Volkshelden Athos, Porthos, Aramis und D'Artagnan sind Frankreichs popkulturelle Antwort auf William Shakespeare. Genre-Starproduzent Paul W.S. Anderson lässt die Musketiere diesen Sommer plastisch aus der Leinwand reiten und beweist mit riesiger Starbesetzung vor bayrischem Hintergrund, wie perfekt zeitlose Geschichten und neueste Technologie harmonieren.

Filmstart: 1. September 2011

Frankreich im 17. Jahrhundert. Während der Hochadel in dekadenten Feierlichkeiten schwelgt, sind Politik und Gesellschaft von Intrigen, Verschwörungen und schwelender Gewaltbereitschaft durchdrungen. Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) hat sich in den Kopf gesetzt, den König zu einem gottgleichen Absolutherrscher zu erheben, und dafür ist ihm kein Mittel zu schäbig. Überall schwirren seine Agenten herum und terrorisieren die Bevölkerung. Das junge Landei D'Artagnan (Logan Lerman) kommt mit seiner Mähre reichlich blauäugig nach Paris und hat wegen seines losen Mundwerks sofort Probleme am Hals. Die drei Freunde Athos (Matthew Macfadyen), Porthos (Ray Stevenson) und Aramis (Luke Evans) sind noch vergleichsweise harmlos; die erfahrenen Soldaten können über den heißköpfigen Jungspund lachen. Aber dann greift der lokale Truppenführer Rochefort (Mads Mikkelsen) ins Geschehen ein, und flugs sehen sich die drei Musketiere und ihr neuer "Freund" D'Artagnan den angreifenden Schergen Richelieus ausgesetzt. D'Artagnan und sein Degen, wie sie sich schlagen im Kampf gegen die Elitesoldaten der Regierung, besiegeln eine wunderbare Freundschaft: Fortan ist der junge in den Kreis der drei erfahrenen Haudegen aufgenommen, und so waren ihrer vier. Die Verstärkung ist auch dringend nötig. Richelieu und die teuflische Milady de Winter (Milla Jovovich) sind drauf und dran, den naiven König Louis XIII. (Freddie Fox) und den intriganten Herzog von Buckingham (Orlando Bloom) in ein Komplott zu verwickeln, das Frankreich und England in einen Krieg stürzen würde. So führt ein schicksalhafter Auftrag Dumas' vier legendäre Kampfgenossen auf große Fahrt: Ihre atemberaubende Odyssee über Land, zu Wasser und in der Luft hält große Abenteuer und brandgefährliche Action an geheimen Orten bereit, aus denen sie nur lebend herauskommen werden, wenn sie immer an ihrem Prinzip festhalten: Einer für alle! Alle für einen!

Es war einmal und es ist immer noch schön - vor allem wie hier in 3D: Paul W.S. Anderson, der Kopf hinter Kino-Franchises wie Resident Evil und Alien vs. Predator, nimmt sich mit dem aus seinen bisherigen Genre-Erfolgen gewonnenen Know How eines klassischen Stoffes an. Ins Zeug hat er sich bei seiner neuerlichen Prestige-Zusammenarbeit mit den Studios Babelsberg wahrlich gelegt: Imke Duplitzer, Silber-Olympionikin und Europameisterin im Fechten, trainierte die Darsteller zu Degenakrobaten. Gedreht wurde in bayrischen Schlössern, Burgen und Palästen, für die extrem selten Drehgenehmigungen vergeben werden, wie etwa der Grünen Galerie und dem Antiquarium der Münchner Residenz oder auf Schloss Herrenchiemsee, wo zuletzt 1972 Luchino Visconti Ludwig II. drehen durfte. Burghausen wurde zur Provinz Gascogne und zu Paris, Würzburgs Residenz und Schloss Schleißheim dienten als Louvre. Tatsächlich ist die rein europäische Produktion also eigentlich ein deutscher Film. 350 Team-Mitglieder, 4000 Zulieferer und weit über 2500 Schauspieler und Komparsen zählte die Produktion. Sie benötigte u. a. über 700.000 Flugmeilen (24 Mal um die Welt), 260.000 Liter Wasser, 2000 Schriftrollen und drei Kilometer grünen Stoff für Greenscreen-Trickaufnahmen. Die drei Musketiere in 3D ist also eines der größten Unternehmen, das die Filmlandschaft Europas je gesehen hat. Da wundert einen die fette Besetzung längst nicht mehr: Neben den Genannten ist auch noch Til Schweiger als Cagliostro zu sehen.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Die drei Musketiere
Originaltitel The Three Musketeers
Genre Abenteuer
Land, Jahr Deutschland/USA, 2011
Regie Paul W. S. Anderson
Drehbuch Andrew Davies, Alex Litvak
Kamera Glen MacPherson
Schnitt Alexander Berner
Musik Paul Haslinger
Produktion Jeremy Bolt, Robert Kulzer, Paul W. S. Anderson
Darsteller Mads Mikkelsen, Christoph Waltz, Luke Evans, Milla Jovovich, Logan Lerman, Til Schweiger, Matthew Macfadyen, Orlando Bloom, Ray Stevenson, Juno Temple
Verleih Constantin Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

5 Kommentare

Mantel, Degen und Luftschiffe - schade um die Story

Der opulente 3D- Musketierstreifen beginnt relativ gut lustig und mit Seitenhieben auf Filme von Indiana Jones bis Batman, mit Slapstick-Elementen und wunderschönen Kostümen, nur leider bleibt er nicht stimmig. Es beginnt mit der unpassenden Stoppelglatze des Musketiers Porthos (so wär damals nicht einmal ein Pestkranker rumgelaufen) und dem Rockabilly-Style des Herzogs von Buckingham. Wiewohl die hübsche und gerissene Milla Jovovich (Lady de Winter) und der peräpotent intrigante Christoph Waltz (Kardinal Richelieu) in ihren Rollen brillieren, verliert die Kostümkomödie immer mehr die Originalstory und gleitet schließlich in ein Steampunk-Abenteuer von Luftpiraten und deren Schiffen ab, was mit Alexandre Dumas´ Geschichte nichts mehr zu tun hat. Befremdlich frei erzählt und mit einem unpassenden Song von Take That als Abschluss versehen. Resümee: Wenn Orlando Bloom mitspielt, müssen notgedrungen Piraten auftauchen...

2. September 2011
22:45 Uhr

von gothicvoice

Überraschend gut!

Ich muss zugeben ich war mehr als skeptisch als ich von der Neuverfilmung zum ersten Mal hörte, allerdings war ich im Kino dann doch positiv überrascht. Es mag vielleicht nicht der typische "Die drei Musketiere"-Film sein, allerdings überzeugen meiner Meinung nach alle Schauspieler mit viel Witz und Spannung in der Geschichte. Das Ende des Films lässt auf eine Fortsetzung schließen und ich würde mich sehr freuen auch diese zu sehen.

4. September 2011
20:13 Uhr

von catcher

Mantel und Degen

Gut gemacht und mit der Zukunft verknüpft auch an Humor hats nicht gemangelt! Bravo

20. November 2011
13:57 Uhr

von baku41

Muskettiere

Schauspieler: Als ich das erste Bild von Logan Lerman mit langen Haaren sah, dachte ich OMG! doch im Film steht ihm diese Frisur überraschend gut.
Orlando Bloom als Bösewicht ist etwas ungewöhnt. Die Schauspieler der 3 Muskettiere kenne ich gar nicht und Milla Jovovich finde ich klassisch böse und Christopher Walz ist auch nicht schlecht.
Film: Amüsant, humorvoll, spannend und Action ist auch vorhanden. 2 Teil?!

10. Februar 2012
21:06 Uhr

von Aniita

Mau ...

Ja was soll man dazu sagen ... die ineterssanten & amüsanten Elemente im Film werden leider durch irritierende & etwas langweilige (?) aufgehoben.

1. Milla Jovovich spielt im Grunde genommen Alice (Resident Evil), nur im Mega-Kleid
2. Logan Lermans "witzig-coolen" Sprüche nerven, zumal er mehr wie ein Kind wirkt (oh mann ... diese Haare!)

3. Christoph Waltz spielt wieder einmal einen guten Bösewicht (what else?)
4. Die Special-Effects in Kombination mit der Choreografie in den Kampf-Szenen ist - finde ich - ziemlich gut gelungen :)
5. Orlando Bloom als Bösewicht ist ebenfalls akzeptabel (nur wozu der Ohrring?)

Story: mittelmäßig

Fazit: vll. die DVD ausborgen - angucken - lachen - schlafen gehen - vergessen

:D

6. März 2012
15:17 Uhr

von Cornetto

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