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Väter

Väter

Drama. Deutschland 2002.

Regie: Dani Levy
Mit: Sebastian Blomberg, Maria Schrader, Ezra Valentin Lenz

Wieviel Job verträgt die Liebe? Dani Levy, Sebastian Blomberg und Maria Schrader im spannenden Porträt einer Familie, die am Leben scheitert.

Filmstart: 27. September 2002

"Es gibt rund eine Million Trennungsväter in Deutschland. Jährlich kommen 100 000 dazu. Knapp 60 Prozent von ihnen werden nach der Trennung ihre Kinder nicht wiedersehen. Sicher, es sind verantwortungslose Männer darunter, die sich nicht kümmern wollen. Doch daneben wächst, unbemerkt, ein Heer von verzweifelten Vätern, die als abgeliebter und ausgemusterter Beziehungs-Restmüll allenfalls alimentieren dürfen und ansonsten aus dem Leben ihrer Kinder gelöscht werden wie Unpersonen. Entsorgt von Müttern, die die Kinderliebe der Väter als Einmischung in die Erziehung mehrheitlich ablehnen. Die vaterlose Gesellschaft - eine radikalfeministische Utopie wird leise und allmählich Wirklichkeit", schreibt der Journalist Matthias Matussek in seinem Sachbuch "Die vaterlose Gesellschaft".
Väter, der neue Spielfilm des Schauspielers und Regisseurs Dani Levy (Ohne Mich, Stille Nacht, Meschugge) ist die künstlerische Aufarbeitung dieser These. Ein spannendes Familiendrama, das auf Tricks und Schminke verzichtet, weil man gesellschaftliche Zusammenhänge durch genaue Beobachtung viel besser auf den Punkt bringen kann als durch hollywoodsche Übertreibung. Väter ist das Porträt einer Generation, die alles will und dabei stets an ihren eigenen Ansprüchen zu scheitern droht, aber gleichzeitig auch ein Liebesfilm, der von der ratlosen Wut spricht, die unter Menschen aufkommt, wenn man sich immer noch liebt, aber nicht mehr miteinander leben kann.
Marco Krieger (Sebastian Blomberg), ein junger, aufstrebender Architekt, steht kurz vor dem ganz großen Durchbruch. Melanie (Maria Schrader) ist stolz auf den Erfolg ihres Mannes, aber dass er deswegen immer weniger Zeit für seinen Sohn (Ezra Valentin Lenz) hat, dass ihre Pläne neben seiner Karriere auf der Strecke bleiben, dass in Marcos Alltag kaum noch Platz für Zuwendung und Zärtlichkeit ist, kann sie nicht akzeptieren. Für Melanie ist die Trennung der vorläufige Höhepunkt eines langen Entfremdungsprozesses, für Marco ist es ein Schock. Der verlassene Vater ist tief verletzt, wütend, und bereit, um seinen Sohn zu kämpfen. Aber je verzweifelter sich Marco zwischen verstockten Aussprachen und frustrierenden Gerichtsterminen um die Wiederherstellung alter Zustände bemüht, desto klarer wird, dass es so nicht weitergehen kann. Wenn Marco seine Familie nicht gänzlich verlieren will, muss er sein Leben völlig neu zusammenstellen.
Wie bekommt man den Job und die Kinder, die Liebe und den Alltag unter einen Hut, ohne sich dabei selbst aufzugeben? "Die Kriegers sind eine ganz normale Familie, mit zwei arbeitenden Ehepartner, die sich lieben und gut verstehen und trotzdem in ihrem Zusammenleben in eine Situation kommen, in der die Frau nachts mit Polizeigewalt ihr Kind aus dem Haus holt", sagt Dani Levy. "Wie kann das passieren? Das ist eine interessante Frage. Aber was mich am meisten interessiert, beginnt danach: Trennung mit Kind."

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel Väter
Originaltitel Väter
Genre Drama
Land, Jahr Deutschland, 2002
Regie Dani Levy
Drehbuch Dani Levy, Rona Munro
Kamera Carsten Thiele
Schnitt Elena Bromund
Musik Niki Reiser
Produktion Manuela Stehr
Darsteller Sebastian Blomberg, Maria Schrader, Ezra Valentin Lenz, Christiane Paul, Ulrich Noethen, Rolf Zacher
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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