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Der Mann ohne Vergangenheit

Mies vailla menneisyyttä / The Man without a Past

Tragikomödie. Deutschland, Finnland, Frankreich 2002. 97 Minuten.

Regie: Aki Kaurismäki
Mit: Markku Peltola, Juhani Niemelä

Ein Mann verliert das Gedächtnis und findet die Liebe. Der neue Film von Aki Kaurismäki wurde in Cannes mit dem Grand Prix der Jury ausgezeichnet.

Filmstart: 31. Oktober 2002

Der Mann ohne Vergangenheit erzählt die Geschichte eines Fremden (Markku Peltola), der eines Tages in einer finnischen Stadt auftaucht und gleich bei erster Gelegenheit von unbekannten Schlägern ins Koma geprügelt wird. Als er wieder aus der Bewusstlosigkeit erwacht, kann er sich weder an seinen Namen noch an seine Herkunft erinnern. Die staatlichen Stellen lassen M (wie er in weiterer Folge der Einfachheit halber genannt wird) völlig im Stich. Nur bei den untersten Schichten der Gesellschaft, bei den Obdachlosen, bei Menschen, die in Containern hausen und täglich ums Überleben kämpfen, findet M Mitleid, Starthilfe und in Gestalt der Frau von der Heilsarmee (Kati Outinen) sogar einen Hauch von Liebe.
"Wer keine Hoffnung mehr hat, dem bleibt nur noch das Lächeln", sagt Aki Kaurismäki. Und: "Ich wurde schon mit Depressionen geboren. Ich habe keine Idee, wie sich das Leben anfühlt, wenn man nicht depressiv ist. Vielleicht bin ich ja ein glücklicher Mensch und ich kenne nur den Unterschied nicht." So macht er Filme über Menschen, denen das Glück vorenthalten wird. Und schreibt Szenen, deren Traurigkeit so übermächtig ist, dass man über die unbeholfenen Lebensversuche oft nur deshalb lachen muss, weil sonst unweigerlich die Tränen kommen würden. Kaurismäkis Welt ist kalt, und seine Filme versuchen Wärme zu speichern. Der Mann ohne Vergangenheit passt perfekt in dieses Ouevre, das vom Regisseur selbst "Erinnerungen an die finnische Wirklichkeit" genannt wird. "Obwohl das natürlich ein Märchen ist, wie übrigens jeder andere Film auch. Vielleicht ist die Stimmung sogar ein wenig zu sentimental. Aber ich finde, wenn die Leute schon ins Kino gehen, sollten sie für ihr Geld wenigstens Gefühle kriegen. Ganz persönlich wäre es mir immer am liebsten, wenn am Ende alle sterben. Aber dann denke ich an mein Publikum - und schon geht alles gut und glücklich aus."
Bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes wurde soviel Spürsinn für cineastische Grundwerte mit dem Grand Prix des Festivals ausgezeichnet, außerdem erhielt die göttliche Kati Outinen die längst fällige Palme als beste Hauptdarstellerin. Eine hohe Ehre, gewiß, aber kein Grund für Aki Kaurismäki, deshalb gleich seinen persönlichen Stil zu ändern. Ganz im Gegensatz zu all den Pinguinen, die sich zur Preisverleihung im Publikum und auf der Bühne versammelt hatten, trug er weder Smoking noch Fliege, und auch die Dankesrede hielt sich in Grenzen. "Erstens sollte ich mir selbst danken und zweitens der Jury", nuschelte der ewige Finne - und machte damit weltweite Schlagzeilen. Denn Cannes ist der Olymp des Kinos - und mit weniger Worten hat dort noch kein Regisseur auf eine Auszeichnung reagiert.

Credits

Titel Der Mann ohne Vergangenheit
Originaltitel Mies vailla menneisyyttä / The Man without a Past
Genre Tragikomödie
Land, Jahr Deutschland/Finnland/Frankreich, 2002
Länge 97 Minuten
Regie Aki Kaurismäki
Drehbuch Aki Kaurismäki
Kamera Timno Salminen
Schnitt Timo Linnasalo
Produktion Aki Kaurismäki
Darsteller Markku Peltola, Juhani Niemelä, Kati Outinen, Kaija Pakarinen, Sakari Kuosmanen
Verleih Stadtkino

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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