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Heat

Heat

Thriller. USA 1995. 171 Minuten.

Regie: Michael Mann
Mit: Robert De Niro, Al Pacino, Val Kilmer

Ein krimineller Klima-Konflikt führt zum Leinwand-Duell der Superstars: In Michael Manns explosivem Action-Epos Heat trifft ein Kühlschrank namens Robert De Niro auf eine Hitzewelle, die Al Pacino heißt.

Ein Auto versperrt die Ausfahrt. Ein Monster-Truck rammt den Geldtransporter von der Seite. Plastiksprengstoff löst die Ladeluke. Hockey-Masken schützen das Gesicht. Bargeld ist nicht von Bedeutung. Wertpapiere bringen die Millionen. Päng. Päng. Päng. Nur ein toter Zeuge ist ein guter Zeuge. Der Spuk dauert keine fünf Minuten. Ein gestohlener Krankenwagen fungiert als Fluchtfahrzeug. Und als die Polizei am Tatort eintrifft, findet sie nur noch Rauch, Blut und Reifenspuren vor."Das waren keine lokalen Gangster, das waren Profis", konstatiert Vincent. Und wo er recht hat, hat er recht.
Szenenwechsel. Allein auf Brust und Oberarmen tragen Neil (Robert De Niro) und seine Jungs mehr Tätowierungen spazieren als das Hauptquartier der Hells Angels am ganzen Körper. Diese Kerle sind so gefährlich wie Kater Karlo, so gerissen wie Hugo Habicht und so geldbesessen wie die Panzerknacker. Verbrechen ist ihre Berufung. Amerika ihre Heimat. Und Los Angeles ihr Selbstbedienungsladen. Ein Leben, das nur eine Regel kennt: "Wenn der Boden heiß wird, mußt du in 30 Sekunden verschwunden sein. Wer länger braucht, ist tot", sagt Neil. Und er hat recht.
Heat lebt vom Duell der Legenden. Al Pacino contra Robert De Niro. Das sind sieben Nominierungen und ein Oscar (Der Duft der Frauen) gegen vier Nominierungen und zwei Oscars (Der Pate - Teil 2, Wie ein wilder Stier). Das sind Stars, die sich im Leben abkapseln, um dafür auf der Leinwand umso größer zur Geltung zu kommen. Das sind Vincent Hanna (Al Pacino) vom LAPD contra Neil McCauley von der Straße. Ein fanatischer Cop gegen einen genialen Gauner. Ein Fressen für Fans, ein Debüt für Cineasten: Erstmals gelingt ein direkter Größenvergleich der Genies. In Coppolas Der Pate - Teil 2 waren die beiden zwar im selben Film zu sehen, aber nie in der selben Szene. Heat geht weiter. Hier kommt´s zum Schlagabtausch. In einer Schlüsselszene des Films, mitten am Höhepunkt der hyper-heißen Drei-Stunden-Jagd, treffen der Gute und der Böse endlich aufeinander. Der Witz an der Sache: Sie stehen zwar auf verschiedenen Seiten. Sie bekämpfen einander auf Leben und Tod. Aber sie stehen auch außerhalb jeder Norm und Gesellschaft. Beide leben in den Schattenzonen des Großstadtdschungels. Der Jäger und das Wild. Sie brauchen einander. Und sie sind sich - wie Al Pacino beim SKIP-Interview in Los Angeles feststellt - auf Anhieb sympathisch. "Der Cop versteht den Dieb auf eine sehr tiefe emotionale Weise. Trotzdem will er ihn aus dem Verkehr ziehen. Das ist sein Lebensziel."
Ein Großstadt-Western, der sich im Gewand eines kühlen Krimis versteckt. Eine bravouröse handwerkliche Leistung von Sonderformat. Eine furiose Meisterprüfung im Fache Filmkunst. Ein Stück Vorzeige-Kino. Bis jetzt war Michael Mann immer nur der Kerl, der Miami Vice erfunden hat. Das wird sich nun ändern. Ab jetzt ist er der Regisseur von Heat.

Credits

Titel Heat
Originaltitel Heat
Genre Thriller
Land, Jahr USA, 1995
Länge 171 Minuten
Regie Michael Mann
Drehbuch Michael Mann
Kamera Dante Spinotti
Schnitt Pasquale Buba, Tom Rolf, Dov Hoenig, William Goldenberg
Musik Terje Rypdal, Elliot Goldenthal, Brian Eno, Michael Brook
Produktion Michael Mann, Art Linson
Darsteller Robert De Niro, Al Pacino, Val Kilmer, Tom Sizemore, Diane Venora, Ashley Judd, Natalie Portman, William Fichtner, Hank Azaria, Amy Brenneman, Jon Voight
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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