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School of Rock

The School of Rock

Komödie. USA 2003. 109 Minuten.

Regie: Richard Linklater
Mit: Jack Black, Joan Cusack, Mike White

Als selbsternannter Lehrkörper für Theorie und Praxis im Lebens-Hauptfach Rockmusik läuft der amerikanische Komiker-Geheimtipp Jack Black zu grandioser Hochform auf.

Filmstart: 6. Februar 2004

Jedes Schulkind kennt die goldene Klassenzimmerregel, wonach Aushilfslehrer, die für einen erkrankten oder sonstwie unpässlichen Kollegen einspringen müssen, grundsätzlich nicht ernst genommen werden. Und jeder Aushilfslehrer weiß, dass es praktisch nur zwei Möglichkeiten gibt, um in einer derart heiklen Situation das Gesicht zu wahren. Entweder man erkauft sich den Respekt der Klasse durch übertriebe Strenge, stellt gleich bei ersten Gelegenheit die ärgsten Quälgeister vor die Tür und sorgt in den Stunden danach durch Disziplin für Leistung. Oder aber man entscheidet sich für die exakt gegenteilige Vorgangsweise, mimt den guten Kumpel, übersteht noch die ärgsten Attacken ohne den leisesten Hauch von einem Tobsuchtsanfall, macht stoisch im Lehrplan weiter und hofft, dass die wenigen braven Kinder schon was mitkriegen werden, während man die vielen Bösewichte ihrem weiteren Schicksal als jugendliche Straftäter überlässt.
Dewey Finn hat sich für einen dritten Weg entschieden: Der Mann tut gar nichts, verschläft den überwiegenden Teil seiner Lehrtätigkeit vor versammelter Klasse und reagiert trotzdem noch flinker auf das Klingeln der Pausenglocke, als der schnellste seiner Schüler das schafft. Das mag zwar nach einem reichlich radikalen Verständnis von Unterrichten klingen, aber Dewey Finn ist eben ein radikaler Mensch. Und er ist kein Lehrer. Zumindest keiner, den die Schulbehörde geschickt hat.
Dewey Finn - die Filmfigur, durch die der amerikanische Musiker (mit seiner Rock-Folk-Comedy-Group Tenacious D trat er zuletzt neben Weezer und Kid Rock auf) und Kino-Komiker Jack Black (High Fidelity, Nix wie raus aus Orange County) endlich zur längst überfälligen Mainstream-Hochform aufläuft - ist ein Mensch, der fest davon überzeugt ist, dass Gott in seiner Stromgitarre wohnt. Nur hat der Herr leider noch nichts davon gehört. So fristet der charismatische Kindskopf ein Dasein, dessen existenzielle Eckpunkte von überragender Musikbegeisterung, leider aber auch von erniedrigender Erfolglosigkeit dominiert werden. "It´s a long way to the top, if you wanna rock´n´roll." Was für AC/DC gilt, stimmt auch bei Dewey Finn. Nicht jeden Tag ist die Musikindustrie bereit, einen neuen Mick Jagger zu akzeptieren. Kein Grund, deswegen die Gitarre in die Ecke zu stellen, man muss nur einen langen Atem haben. Und das ewige Nachwuchstalent, von dessen Starpotential außer ihm niemand sonst so recht überzeugt ist, hat einen langen, wenn auch manchmal reichlich schlechten Atem.
Doch in letzter Zeit wurden die Probleme übermächtig. Zuerst hat ihn seine eigene Band vor die Tür gesetzt und dann pocht auch noch sein ansonsten pflegeleichter Wohngenosse Ned Schneebly (verkörpert von Mike White, der auch das Drehbuch zu School of Rock schrieb) - natürlich auf Drängen seiner zickigen Freundin (Sarah Silverman) - auf Begleichung längst fälliger Mietschulden. Dewey Finn braucht dringend Kohle und als der Telefonruf der Direktorin einer Eliteschule (Joan Cusack) einen Job als Aushilfslehrer verspricht - eigentlich sollte das Angebot an Ned Schneebly gehen - kommt ihm das naturgemäß wie ein gnädiger Wink des Schicksals vor.
So sitzt der Mann nun am Lehrerpult und schläft erst einmal seinen Kater aus. Allerdings nur solange, bis er begreift, dass Rock´n´Roll im Grunde das perfekte Lehrfach ist. Was mehr muss ein junger Mensch vom Leben kennen, als die Zusammenhänge, die zwischen Led Zeppelin und Nirvana liegen, was sonst braucht man in dieser Welt außer den perfekten Rocksong? Eben. Zumal seine zehnjährigen Zufalls-Schützlinge in Sachen Musik wirklich kreativ sind und durchaus das Zeug haben, am lokalen Talentwettbewerb den Hauptpreis und natürlich auch das damit verbundene Preisgeld abzuräumen. Dewey Finn muss seine Schüler nur noch in eine coole Band verwandeln, Eltern und Direktorin von seinem Klassenzimmer fernhalten und vor allem aufpassen, dass keiner erfährt, dass er gar kein richtiger Lehrer ist. Im Grunde ein Kinderspiel, gegen die unzähligen Demütigungen, die er auf dem langen Weg zum Ruhm schon durchmachen musste. Natürlich kommt dann doch alles ganz anders als erwartet. Aber eigentlich auch wieder nicht. Immerhin lautet die allgemeine Erkenntnis aus Jack Blacks genial-komischen Crashkurs in Sachen Rockgeschichte: "Rock got no reason - rock got no rhyme / You better get me to school on time." Und damit ist eigentlich alles gesagt.

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel School of Rock
Originaltitel The School of Rock
Genre Komödie
Land, Jahr USA, 2003
Länge 109 Minuten
Regie Richard Linklater
Drehbuch Mike White
Kamera Rogier Stoffers
Schnitt Sandra Adair
Musik Craig Wedren
Produktion Scott Rudin
Darsteller Jack Black, Joan Cusack, Mike White, Kevin Clark, Rebecca Brown, Robert Tsai, Caitlin Hale, Sarah Silverman, Maryam Hassan
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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