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Chicago

Chicago

Musical. Kanada, USA 2002. 113 Minuten.

Regie: Rob Marshall
Mit: Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger, Richard Gere

Jazz - und was sonst noch zählt: In der Kinoversion des Erfolgsmusicals Chicago singen und tanzen Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger und Richard Gere durch eine schwungvolle, erotische, skrupellose und vor allem ziemlich verführerische Welt

Filmstart: 27. Februar 2003

Mord kommt in den besten Kreisen vor. Ein Kuss, ein Schuss, schon schmorst du hinter Gittern und der Einzige, der dich jetzt noch vorm Galgen bewahren kann, heißt Billy Flynn (Richard Gere) und ist der berüchtigtste Anwalt von ganz Chicago. Sein Ruf ist legendär - besonders was seine weibliche Klientel betrifft. Der zynische Charmeur und Frauenheld hat noch nie einen Prozess verloren. Denn Flynn weiß, dass die Regeln des Showbiz auch im Gerichtssaal gelten: Blenden, täuschen, manipulieren, stets auf einen guten Auftritt achten, das Publikum um den Finger wickeln und niemals die Gunst der Presse aus den Augen verlieren. Flynns geschmeidiger Umgang mit der Wahrheit ist derart meisterhaft, dass er noch aus der größten Sünderin eine märchenhafte Unschuld, ein bedauernswertes Opfer der Umstände machen kann. Alles, was er dazu braucht, sind zwölf Geschworene, die mit Begeisterung an seinen Lippen hängen, und eine Angeklagte, die genau das tut, was er ihr sagt. Billy Flynn ist die einzige Hoffnung, die bleibt, wenn Gott und das Gesetz nicht mehr auf deiner Seite stehen, sagt Mama Morton (Queen Latifah), die Aufseherin im Todestrakt. Und diese Mama weiß, wovon sie spricht.
Chicago 1929. Wilde Nächte im Jazzfieber haben Billy Flynn gleich zwei Kundschaften eingebracht. Velma Kelly (Catherine Zeta Jones), eine gefeierte Vaudeville-Sängerin, zog die Pistole aus dem Strumpfband, als sie ihren Mann mit ihrer Schwester im Bett erwischte. Roxie Hart (Renée Zellweger), eine kleine Background-Tänzerin, die von der großen Karriere träumt, griff zur Waffe, als klar wurde, dass der Kerl, der sie ins Scheinwerferlicht führen sollte, doch nur an ihr Höschen wollte. Völlig gerechtfertigt, meint Billy Flynn. Er hat mit beiden Fällen kein Problem. Denn Mord bringt immer eine gute Publicity. Für Showstars wie für Anwälte.
Mord. Leidenschaft. Ruhm. Sex. And all that Jazz. Chicago ist ein Musical, dass so spannend ist wie ein Kriminalfilm, so erotisch wie ein Abend in der Playboy Mansion, so frech wie das Scheckbuch eines Hochstaplers und so wahr wie die Wirklichkeit, wenn man sie ohne Scheuklappen sieht. "Sicher macht es Spaß, sich auf diesen wilden Ritt einzulassen", sagt Regisseur Rob Marshall über seine schwungvolle Adaption des nahezu zeitlosen Erfolgs-Musicals. "Aber wenn man die Geschichte näher betrachtet, ist sie doch ziemlich dunkel. Es geht darum, dass Ruhm auch seine perversen Seiten hat, wie fragwürdig die Kriterien sind, nach denen wir unsere Berühmtheiten auswählen."
Seit 1994 lagen die Filmrechte zu Chicago in den Händen der Produktionsfirma Miramax Films. Aber das Vorhaben, die geniale Bühnenshow des legendäre Choreographen Bob Fosse (die sowohl Mitte der 70er Jahre als auch in der Wiederaufnahme 1997 wahre Triumphe am Broadway feierte) in einen kongenialen Kinoaband zu verwandeln, erwies sich als tückisch. "In den meisten Musicals funktionieren die Lieder wie Dialoge - aber Chicago hat den Stil einer klassischen Vaudeville-Produktion. Hier singt keiner dem anderen was vor, hier singen alle nur fürs Publikum", erklärt Bob Marshall, dessen Regie-Konzept schließlich den Durchbruch bedeutete. Der erfahrene Choreograph entschloss sich, das Bühnengeschehen auf zwei zu Ebenen zu verlagern, die Geschichte einerseits im realen Chicago der Prohibitionszeit spielen zu lassen und andererseits in einer glamourösen Fantasiewelt, die nur in der Vorstellung der Roxie Hart existiert. "Dadurch bekamen wir eine lineare Story, die zwischen den beiden Elementen hin- und her springt. Wir haben die Tatsache, dass all diese Nummern auf einer Bühne stattfinden, akzeptiert, statt sie zu verstecken. So fanden wir vom Musical zum Film."

Credits

Titel Chicago
Originaltitel Chicago
Genre Musical
Land, Jahr Kanada/USA, 2002
Länge 113 Minuten
Regie Rob Marshall
Drehbuch Bill Condon
Kamera Dion Beebe
Schnitt Martin Walsh
Musik Danny Elfman, John Kander
Produktion Marty Richards
Darsteller Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger, Richard Gere, Lucy Liu, John C. Reilly, Queen Latifah, Taye Diggs
Verleih Buena Vista International

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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