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Seabiscuit

Seabiscuit

Drama. USA 2003. 140 Minuten.

Regie: Gary Ross
Mit: Tobey Maguire, Jeff Bridges, Chris Cooper

Noch vor Spider-Man 2 prescht Tobey Maguire im vollen Galopp zurück an die Spitze der Kinocharts. Das epische Drama Seabiscuit erzählt die wahre Geschichte eines Jockeys, der alles gewann, als er längst nichts mehr zu verlieren hatte.

Filmstart: 26. September 2003

Die Geschichte von Seabiscuit ist wie die Story von Rocky - nur dass der Held vier Beine hat. Ein derangiertes Rennpferd, an dessen Zukunft keiner mehr glauben will, soll zum Sieger aufgebaut werden - mit Hilfe eines halbblinden Stallburschen, der nur mangels besserer Berufsaussichten den Jockey macht (Tobey Maguire), eines einsilbigen Trainers, den sämtliche Berufskollegen für verrückt halten, weil er bevorzugt mit Pferden arbeitet, die sie sofort erschossen hätten (Chris Cooper), und eines cleveren Geschäftsmannes (Jeff Bridges), dessen größtes Kapital in der Begabung besteht, instinktiv das Potential von Außenseitern zu erkennen. Nach vier Jahren harter Arbeit wird das Unmögliche wahr. Seabiscuit gewinnt ein Rennen nach dem anderen - ganz Amerika verfolgt seinen spektakulären Siegeszug im Jahr 1938, als es zum Rennpferd des Jahres gekürt wird. Die Geschichte ist übrigens wahr: Im Amerika der Depressionszeit, als die Nation die größten wirtschaftlichen Probleme seiner Geschichte durchmachte, wurde der Name Seabiscuit zum Synonym für Willensstärke und Durchhaltevermögen. In anderen Worten: Vor Seabiscuit war Präsident Franklin Roosevelt der große Held aller krisengeschüttelten Amerikaner. Danach war es ein Pferd.
Kino in großer Form. Die bewegende Neuverfilmung des Buchklassikers von Linda Hillenbrand "hat Form und Inhalt eines Epos," sagt Chris Cooper. Trotzdem: Auch wenn sich die 90 Millionen Dollar Produktion viel Zeit nimmt, um seine Geschichte aufzubauen und die allgemeine Stimmung im Amerika der Wirtschaftskrise nicht nur Hintergrund, sondern Teil der Handlung ist, liegt die eigentliche Stärke des Films in seinen aufwändig inszenierten, detailgetreuen historischen Rennszenen. Regisseur Gary Ross (Pleasantville) und sein Kameramann John Schwartzman (Pearl Harbor, Armageddon, The Rock) gehen dabei so nah an die Action heran, das man zwischen all den Jockeys, die sich gegenseitig keinen Millimeter schenken, unweigerlich das Gefühl bekommt, selbst am Pferd zu sitzen. Seabiscuit zeigt, wie gefährlich und schwierig der Beruf eines Jockeys ist - und zwar nicht nur dem Zuschauer, Tobey Maguire hat das auch erfahren.
"Glaubst du, dass ich bald gut genug bin, um an wirklichen Rennen teilzunehmen", wollte er nach vielen Reitstunden von seinem Trainer wissen. "Schon möglich", lautete die lakonische Antwort. "Aber wozu wäre das gut? Du könntest dir ein Bein brechen. Du könntest dir sogar den Hals brechen. Und dann wären wir alle unseren Job los."
Probleme gab es trotzdem genug. Maguires Rückenschmerzen, die nach wochenlangem Reitunterricht akut wurden, sorgten in der Filmindustrie für betretene Gesichter. Besonders die Produzenten von Spider-Man 2 fürchteten um die Gesundheit ihres Hauptdarstellers, kein Wunder bei Szenen, wo Kameras, Pferde und Schauspieler mit einer Galoppgeschwindigkeit von 45 Meilen pro Stunde eine Rennstrecke entlang sausen. "Alles völlig übertrieben", meint dazu Gary Ross. Der für April geplante Drehbeginn zum Spinnen-Sequel sei nie gefährdet gewesen, da Tobey Maguire bei Nahaufnahmen ohnehin nur auf einem mechanischen Pferd gesessen sei - "und das hat seinem Rücken gut getan."
Übrigens stand das Glück dem Filmteam nicht nur auf der Rennbahn zur Seite. Denn erst nachdem so namhafte Schauspieler wie Robert Duvall oder Sam Shepard den Part des Pferdetrainers abgelehnt hatten, ging die Rolle schließlich an Chris Cooper. Dass der Insider-Tipp kurz danach den Oscar als bester Nebendarsteller für seinen Auftritt in Adaptation bekommen hat, war wie ein Lotto-Gewinn für die Produzenten und unbezahlbare Werbung für Seabiscuit.

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel Seabiscuit
Originaltitel Seabiscuit
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2003
Länge 140 Minuten
Regie Gary Ross
Drehbuch Gary Ross
Kamera John Schwartzman
Schnitt William Goldenberg
Musik Randy Newman
Produktion Gary Ross, Frank Marshall, Kathleen Kennedy
Darsteller Tobey Maguire, Jeff Bridges, Chris Cooper, William H. Macy, Elizabeth Banks, Gary Stevens
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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