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Luther

Luther

Drama. Deutschland 2003. 121 Minuten.

Regie: Eric Till
Mit: Sir Peter Ustinov, Joseph Fiennes, Alfred Molina, Bruno Ganz

Ein einfacher Augustinermönch fordert den mächtigsten Apparat der Welt heraus: die römisch-katholische Kirche. Joseph Fiennes ist Martin Luther, Sir Peter Ustinov legt als Friedrich der Weise schützend die Hand über den Vater der Reformation.

Filmstart: 12. Februar 2004
Wiederaufführung ab 13. 4. 2017

Viele Legenden ranken sich um die Gestalt Martin Luther (Joseph Fiennes), den 1483 im thüringischen Eisleben geborenen Sohn eines Bergmannes. Den Entschluss, Mönch zu werden, soll der Jusstudent während eines schweren Unwetters gefällt haben, als ihn fast der Blitz erschlagen hätte. Aus Dankbarkeit schloss er sich dem Augustinerorden in Erfurt an, wo er 1507 zum Priester geweiht wurde. Vom Turmerlebnis sprechen die Geschichtsbücher, wenn von Luthers grundlegender religiöser Erkenntnis die Rede ist, die er beim Studium des Römerbriefes im Klosterturm von Wittenberg erlangt haben soll. Oder die berühmteste Anekdote, nach der Luther am 31. Oktober des Jahres 1517 seine 95 Thesen an die Türe der Schloßkirche zu Wittenberg genagelt haben soll. Die Symbolkraft dieses Bildes ist zweifellos gewaltig. Näher an der Wahrheit liegt aber, dass Luther seine kritischen Thesen in Briefen an die ihm vorgesetzten Bischöfe verschickt hat, um eine Diskussion anzuregen. Darin wendet er sich gegen die von Papst Leo X. (Uwe Ochsenknecht) propagierte und von Johann Tetzel (Alfred Molina) besonders eifrig betriebene Praxis des Ablasshandels. Gottesfürchtige konnten sich die Vergebung ihrer Sünden und einen sicheren Platz im Himmel erkaufen, anstatt Buße zu tun. Sogar die Seelen verstorbener Verwandte konnte man gegen eine kleine Spende ganz einfach aus dem Fegefeuer retten. Das so beschaffte Geld wurde für den Neubau des Petersdomes in Rom verwendet. Martin Luther, seit 1512 promovierter Theologe, findet den schamlosen Handel mit Ablassbriefen und dem Seelenheil der Gläubigen nicht nur verwerflich, er bekämpft ihn auch aus theologischen Gründen. Doch der wissenschaftliche Denkanstoß eines tief gläubigen und der Bibel verpflichteten Mönchs wird vom Vatikan als Bedrohung wahrgenommen. Luthers Thesen verbreiten sich schnell, ebenso rasch verlangt Rom ihren Widerruf. Als Luther standhaft bleibt, wird er 1521 vom Papst exkommuniziert. Nachdem er auch gegenüber Kaiser Karl V. den geforderten Widerruf nicht leistet, wird über ihn die Reichsacht verhängt und seine Lehren werden durch das Wormser Edikt verboten.
Dank Friedrich dem Weisen (Sir Peter Ustinov) findet Martin Luther Zuflucht auf der Wartburg, wo er in nur elf Wochen erstmals das Neue Testament ins Deutsche übersetzt und damit dem einfachen Volk zugänglich macht. Die rasche Verbreitung des Reformationsgedankens innerhalb der Bevölkerung geht jedoch einher mit schweren sozialen Unruhen, wie den 1525 blutig niedergeschlagenen Bauernkriegen. Dank Augsburger Konfession und dem Nürnberger Religionsfrieden von 1532 war die Ausbreitung des Protestantismus aber nicht mehr aufzuhalten.
Auch wenn sich die Filmemacher nicht sklavisch an historische Fakten halten, haben sie Luthers Lebens- und Leidensweg doch mit großer Sorgfalt und fesselnd nacherzählt. Das großartige Ensemble macht den Film zusätzlich zu einer sehenswerten Geschichtslektion.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Luther
Originaltitel Luther
Genre Drama
Land, Jahr Deutschland, 2003
Länge 121 Minuten
Regie Eric Till
Drehbuch Camille Thomasson, Bart Gavigan
Kamera Robert Fraisse
Schnitt Clive Barrett
Musik Richard Harvey
Produktion Kurt Rittig, Brigitte Rochow
Darsteller Sir Peter Ustinov, Joseph Fiennes, Alfred Molina, Bruno Ganz, Claire Cox, Uwe Ochsenknecht, Mathieu Carrière, Marco Hofschneider
Verleih Einhorn Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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