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Was nützt die Liebe in Gedanken

Was nützt die Liebe in Gedanken

Drama. Deutschland 2003. 88 Minuten.

Regie: Achim von Borries
Mit: August Diehl, Daniel Brühl, Anna Maria Mühe

Love Kills. Deutschlands Nachwuchs-Stars Daniel Brühl und August Diehl verfangen sich in einem gefährlichen Netz aus Gier, Gefühl, Lebenslust und Todessehnsucht.

Filmstart: 16. April 2004

Berlin im Juni des Jahres 1927. Ein karges Verhörzimmer in der Justizvollzugsanstalt. Ein Kriminalbeamter konfrontiert einen jungen Mann mit den Statuten eines mysteriösen Selbstmördervereins. Zwei Menschen sind tot. Nun will der Polizist vor allem eines wissen: "Warum bist du eigentlich noch am Leben?"
"Sie verstehen gar nichts", entgegnet Paul Krantz (Daniel Brühl). Dann beginnt er stockend zu erzählen. Von seinem besten Freund Günther Scheller (August Diehl), der so heftig liebte und begehrte, dass er lieber tot sein wollte, als verlassen und betrogen. Von dessen süßer Schwester Hilde (Anna Maria Mühe), die in Liebesdingen so modern und aufgeschlossen war, dass es ihr zum Verhängnis wurde. Von Hans (Thure Lindhardt), der zupacken konnte, statt immer nur zu schwärmen, und nicht nur Günthers ehemaliger Liebhaber war, sondern auch Pauls Konkurrent im Kampf um Hilde. Von romantischen Idealen wird er erzählen, von sehnsüchtigen Schwärmereien und von einem Wochenende im Sommerhaus der Familie Scheller, von einer wilden Party, die mit Sex, Swing und Absinth beginnt und in einer schrecklichen Tragödie endet.
Ein schwärmerischer Gymnasiast aus ärmlichen Verhältnissen, der in seinem gutbürgerlichen Freundeskreis als poetisches Genie gefeiert wird, verfängt sich in einem gefährlichen Netz aus Gier, Gefühl, Lebenslust und Todessehnsucht. Was nützt die Liebe in Gedanken ist ein typisches Teenager-Drama. Ein Film, der in jenem jugendlichen Ambiente der Unendlichkeit spielt, wo das Leben so schön und schmerzhaft sein kann wie ein Popsong oder eben wie ein Gedicht. "Ein Mädel wird sich schön bedanken, wenn deine Glut nur aus Gedichten spricht. Was nützt die Liebe in Gedanken? Kommt die Gelegenheit, dann kannst du´s nicht." So schrieb Hilde am Anfang aller Erregung an ihren jungen Dichter. Bevor sie sich in die Umarmung des anderen warf.
Die Steglitzer Schülertragödie ist wirklich passiert. Wochenlang hielt der Krantz-Prozess im Februar 1928 die Öffentlichkeit in Atem. Zahllose Zeitungsberichte beflügelten die Phantasie außerhalb des Gerichtssaals. Von "sündiger Liebe", "frühzeitig verdorbenen Mädchen", und "Liebe in ihren schrankenlosen Ausartungen" war die Rede. Am Ende wurde Paul Krantz von der Anklage des Mordes freigesprochen. "Liebe und Rebellion, Suche nach Glück, Verwirrung der Gefühle, Exzess und Schuld. Das sind die Themenfelder, die diese Geschichte umkreist", schreibt Achim von Borries zu seinem Film "über Jugend, Spätpubertät und Erwachsenwerden, über das Staunen angesichts der Folgen, die unsere Gedanken und unser Handeln mitunter haben."

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel Was nützt die Liebe in Gedanken
Originaltitel Was nützt die Liebe in Gedanken
Genre Drama
Land, Jahr Deutschland, 2003
Länge 88 Minuten
Regie Achim von Borries
Drehbuch Achim von Borries, Hendrik Handloegten, Annette Hess nach Motiven des Romans Der Selbstmörderclub von Arno Meyer zu Küingdorf
Kamera Jutta Pohlmann
Schnitt Gergana Voigt, Antje Zynga
Musik Thomas Feiner, Ingo L. Frenzel
Produktion Stefan Arndt, Christophe Mazodier, Manuela Stehr
Darsteller August Diehl, Daniel Brühl, Anna Maria Mühe, Thure Lindhardt, Jana Pallaske, Verena Bukal, Julia Dietze
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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