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Donau

Donau, Duna, Dunaj, Dunav, Dunarea ...

Drama. Österreich 2003. 90 Minuten.

Regie: Goran Rebic
Mit: Robert Stadlober, Otto Sander

Jugofilm-Regisseur Goran Rebics poetisches River Movie: Ein alter Kapitän (Otto Sander) steuert ein letztes Mal die Donau hinunter, in seinem alten Schiff sammeln sich Menschen und Schicksale.

Filmstart: 12. Dezember 2003

Die filmische Reise beginnt bei Donau-Kilometer 1927, in Wien. Hier liegt gerade Franz (Otto Sander) vor Anker, ein müder, alter Mann, der auf seinem müden, alten Schiff auf der Donau lebt - das Land ist ihm fremd, seine Heimat ist der Strom. Mit ihm auf dem Schiff reist eine seltsam zusammengewürfelte Schar von Individuen: der serbische Maschinist Nikola (Svetozar Cvetkovic), den die Reise stromabwärts seiner düsteren Vergangenheit immer näher bringt. Die gehbehinderte junge Ungarin Tanja (Denisa Der), die bei Franz im besten Sinne des Wortes gestrandet ist und die in Nikola ihr Glück gefunden zu haben glaubt. Franz´ treuer Gefährte Giorgi (Volodymir Goryansky), der sich wortkarg um die schwindende Gesundheit seines Freundes sorgt. Die schöne, drogensüchtige Mathilda (Annabelle Mandeng), die einem Vogel auf Franz´ Schiff gefolgt ist und hier erstmals sowas wie ein Zuhause findet. Mircea (Florin Piersic Jr.) aus Rumänien, der im Strom auf der Suche nach Freiheit fast den Tod gefunden hätte. Und schließlich der junge Bruno, der mit ungewöhnlichem Gepäck reist: Es ist der Sarg seiner Mutter Mara, Franz´ großer Liebe, deren letzter Wille es war, am Eisernen Tor bei Kilometer 1001, ihre letzte Ruhestätte zu finden
Alles fließt. Donau, Duna, Dunaj, Dunav, Dunarea ist Film wie ein Fluß: manchmal fröhlich flach, manchmal unendlich tief; manchmal schnell und manchmal so ruhig, dass man glaubt, er steht still - und doch geht immer etwas weiter. Geschichten und Stimmungen, Momente und Ewigkeiten. Manche der Schicksale wirken fast wie Fernsehen, und manche Augenblicke sind ganz großes Kino, wie etwa Brunos traumverhangener Ausflug in die rumänische Stadt Ruse, die Rebic mit der gleichen Intensität abfilmt wie einst Fellini sein Rom.
Von ihrem Ursprung im Schwarzwald bis zu ihrer Mündung ins Schwarze Meer durchquert die Donau die Hälfte des europäischen Kontinents. 2888 Kilometer durch Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine. "Die Donau ist ein ganz besonderer Fluss: ein absolut mythischer Ort", meint Goran Rebic. "Ich wollte mit meinem Film ganz explizit etwas erzählen, das in einen andreren Bereich geht, wo man sich mit der Donau treiben lassen muss, um ein Stück des fremden Bruders Osten kennen zu lernen, gerade in diesen Tagen: ihn zeigen als etwas, wovor man keine Angst haben muss, als ein weites, lichtes Land, in dem es nicht nur soziale Tristesse und Deformierungen gibt, abseits von Migration, Schmuggel, Prostitution und Drogenhandel - und allem anderen Bösen, das, wie wir ja wissen, immer aus dem Osten kommt."

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Donau
Originaltitel Donau, Duna, Dunaj, Dunav, Dunarea ...
Genre Drama
Land, Jahr Österreich, 2003
Länge 90 Minuten
Regie Goran Rebic
Drehbuch Goran Rebic, Heinz Ambrosch
Kamera Jerzy Palacz
Schnitt Karina Ressler, Martin Matusiak
Musik Achim Tang, Boris Kovac, Vlada Divljan
Produktion Erich Lackner, Veit Heiduschka
Darsteller Robert Stadlober, Otto Sander, Svetozar Cvetkovic, Annabelle Mandeng
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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