Filminfo zu

Struggle

Struggle

Drama. Österreich 2003. 74 Minuten.

Regie: Ruth Mader
Mit: Aleksandra Justa, Gottfried Breitfuß

Erdbeerland ist abgebrannt. Ruth Maders Spielfilmdebüt entwirft ein ungeschminktes Bild der österreichischen Wirklichkeit.

Filmstart: 13. Juni 2003

Ein Erdbeerfeld im Osten Österreichs. Sechs Wochen dauert die Ernte. Die Pflücker sind aus Polen angereist. Sie bekommen 25 Cent pro Kilo. Geschlafen wird in einer Baracke. Gearbeitet wird von fünf Uhr morgens bis sechs Uhr abends. Jeder kann so oft Pausen machen, wie er will. Aber dann verdient man dementsprechend weniger. Es werden kaum Pausen gemacht.
Ewa (verkörpert von der polnischen Schauspieler Aleksandra Justa) ist mit ihrer kleinen Tochter hier. Für das Mädchen ist das Ganze ein Spiel. Etwas langweilig zwar, aber eben doch ein Spiel. Für Ewa ist es die Hoffnung auf ein besseres Leben. Als ihr Reisebus wieder in Richtung Polen aufbricht, nützt sie die Gelegenheit, während eines kurzen Stopps im Wald zu verschwinden.
In Wien geht Ewa auf den Arbeiterstrich. Sie wird putzen, sie wird am Fließband stehen, sie wird Truthähnen den Hals abschneiden und jeden Job annehmen, der ihr angeboten wird. Ewa hat keine Papiere und deshalb auch keine Identität. Sie hat kein Gesicht. Wenn sie auffällt, wird sie abgeschoben. Also bleibt Ewa unauffällig. Einmal gerät sie in eine Kontrolle der Arbeitspolizei. Wieder läuft sie davon.
Marold verwaltet leerstehende Fabriksgebäude. Er ist geschieden und hat eine kleine Tochter. Marold hat keine finanziellen Probleme, aber er ist einsam. Marolds Welt ist leer. Seine Kontaktlosigkeit versucht er durch sexuelle Eskapaden zu kompensieren. "Ich bin ein modern denkender Mann, da ist es schwer, eine modern denkende Frau zu finden", sagt er. Einmal sehen wir ihn im Swingerclub. Er beugt sich über Ewa. Sie wirkt genau so müde und abgeklärt wie bei jeder anderen Arbeit auch. Auf die körperliche Ausbeutung folgt die sexuelle Ausbeutung. Ewa ist jetzt die Freundin von Marold. Er kauft Schuhe für ihre Tochter.
"Die Erde ist so unbewohnbar wie der Mond", steht in einem Text, der verteilt wurde, als Struggle seine Weltpremiere im offiziellen Programm der Internationalen Filmfestspiele von Cannes feierte. Das Spielfilmdebüt der jungen österreichischen Regisseurin Ruth Mader entwirft eine Welt, in der das Glück nur noch ein Popsong ist, der aus dem Radio kommt. "Ich wollte zeigen, wie sehr sich Menschen abmühen müssen, um einen Lebensunterhalt zu verdienen, aber auch wie sie um ihre Existenz kämpfen, wie sich dieses Ringen quer durch alle sozialen Schichten zieht, egal ob einer arm oder reich ist, egal ob einer aus dem Osten oder aus dem Westen Europas kommt", sagt Ruth Mader über ihren beeindruckenden Filme, der mit seinem genauen Blick für gesellschaftliche Realitäten im direkten Umfeld eines Michaele Haneke, eines Ulrich Seidl oder einer Barbara Albert steht. Mit Struggle wurde ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte des neuen österreichischen Films aufgeschlagen.

Credits

Titel Struggle
Originaltitel Struggle
Genre Drama
Land, Jahr Österreich, 2003
Länge 74 Minuten
Regie Ruth Mader
Drehbuch Ruth Mader, Martin Leidenfrost, Barbara Albert
Kamera Bernhard Keller
Schnitt Niki Mossböck
Produktion Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Ruth Mader, Gabriele Kranzelbinder
Darsteller Aleksandra Justa, Gottfried Breitfuß, Martin Brambach, Margit Wrobel, Rainer Egger
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.