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Whale Rider

Whale Rider

Drama. Deutschland, Neuseeland 2002. 101 Minuten.

Regie: Niki Caro
Mit: Rawiri Paratene, Vicky Haughton, Keisha Castle-Hughes

Ein Mädchen wie Mulan im Lande der Maori. Der neuseeländische Publikumshit führt in eine Welt, wo das Schicksal der Menschen vom Willen der Wale abhängt.

Filmstart: 19. September 2003

Die Ureinwohner von Neuseeland glauben, dass ihre Vorfahren das Land auf Kanus erreicht haben. Nur die Maori von Whangara, die an der Ostküste der Insel leben, sind anderer Ansicht. Sie glauben, dass ihr Urahne Paikea, nachdem sein Kanu in rauer See gekentert ist, auf dem Rücken eines Wales nach Neuseeland kam. In Whale Rider verwandelt die neuseeländische Regisseurin Niki Caro diesen uralten Mythos in ein modernes Märchen, dessen ungeheure Ausstrahlung erstens auf die Macht von Kameramann Leon Narbeys wunderbaren Bildern (Neuseeland ist immer eine Reise wert - selbst wenn sie nur ins Kino führt) zurückzuführen ist und zweitens auf den schier unwiderstehlichen Charme seiner minderjährigen Hauptdarstellerin.
Auch in der modernenen Welt gibt es noch Orte, wo Mythen und Magie das Leben der Leute bestimmen. Das Drama eines 12jährigen Mädchens (brillant verkörpert von der Neuentdeckung Keisha Castle-Hughes), das mit allen Traditionen brechen und die Nachfolge seines Großvaters (Rawiri Paratene) als spiritueller Führer einer neuseeländischen Maori-Gemeinde antreten will, wurde von einem Wal inspiriert, der den am Ufer des New Yorker Hudson River lebenden neuseeländischen Schriftsteller Witi Ihimaera beinahe bis in sein Apartment besuchen kam. "Um mich herum dröhnten Helikopter, alle Schiffe auf dem Fluss hatten die Sirenen eingeschaltet - der Wal hatte sich in die Mündung des Hudson River verirrt, ich konnte vom Wohnzimmerfenster aus klar seine Fontänen erkennen", erinnert er sich. "Da musste ich an meine Heimatstadt Whangara und den Walmythos der Gegend denken."
Die Geschichte von Whale Rider geht auf uralte Überlieferungen zurück, den genialsten Kunstgriff seiner Story aber hat der Autor seinen Töchtern zu verdanken, die zu diesem Zeitpunkt - es war Mitte der 80er Jahre - partout nicht einsehen wollten, warum in Hollywoods Actionfilmen immer der Junge der Held war, während für das Mädchen in der Regel nur die undankbare Nebenrolle als hilfebedürftiges Versatzstück überblieb. Ihimaera ist ein kluger Mann, der auf seine Kinder hört - so entstand ein Film, der ein Mädchen wie Mulan ins Land der Maoris führt.
Verirrte Wale, verwirrte Machos, starke Frauen, gebrochene Herzen, zerstörte Identitäten und sonstige Seelenqualen. Matriarchat meets Walverwandtschaft - natürlich klingt das schwer nach Öko-Feminismus und Kopf-Kino. Stimmt aber nicht. Whale Rider, der an Originalschauplätzen in und um Whangara gedreht wurde und schon jetzt als erfolgreichster neuseeländischer Film aller Zeiten gilt, war der große Publikumshit bei den Festivals von Sundance, Rotterdam, San Sebastian und Toronto. Quasi ein Heimatfilm - allerdings vom anderen Ende der Welt.

Credits

Titel Whale Rider
Originaltitel Whale Rider
Genre Drama
Land, Jahr Deutschland/Neuseeland, 2002
Länge 101 Minuten
Regie Niki Caro
Drehbuch Niki Caro
Kamera Leon Narbey
Schnitt David Coulson
Musik Lisa Gerrard
Produktion Tim Sanders, John Barnett, Frank Hübner
Darsteller Rawiri Paratene, Vicky Haughton, Keisha Castle-Hughes, Cliff Curtis, Grant Roa, Mana Taumaunu
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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