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Elephant

Elephant

Drama. USA 2003. 81 Minuten.

Regie: Gus Van Sant
Mit: Eric Deulen, John Robinson, Alex Frost

In einer gelungenen Mischung aus Realismus und poetischer Abstraktion beschreibt Gus Van Sant den Alltag amerikanischer Teenager kurz vor einem katastrophalen Amoklauf und wurde damit in Cannes 2003 gleich zwei mal ausgezeichnet.

Filmstart: 31. Oktober 2003

Ein schöner Herbsttag an einer amerikanischen Highschool. Eli ist unterwegs zu seiner Klasse. Im Park vor der Schule trifft er ein Pärchen. Punks. Sie plaudern, er knipst ein paar Bilder. Nate ist eben mit dem Football-Training fertig geworden, er will seine Freundin Carrie zum Lunch treffen. John hinterlegt die Autoschlüssel seines Vaters im Büro der Schulleitung, der Kerl ist schon wieder zu betrunken, um zu fahren. Johns Bruder wird ihn später abholen. In der Cafeteria tauschen Brittany, Jordan und Nicole allerlei Belanglosigkeiten über ihr Teenagerleben aus. Michelle will noch schnell in die Bibliothek. Eli fotografiert John in der Eingangshalle. Auf dem Weg nach draußen stolpert John über Alex und Eric. Sie tragen Camouflage-Gewänder. Ein ganz normaler Highschool-Tag. Bis die ersten Schüsse fallen.
Nach Good Will Hunting und Finding Forrester zieht sich Gus van Sant wieder in die Außenzonen Hollywoods zurück. Elephant ist eine kleine Produktion, die mangels Interesses der großen Filmstudios (die sich wohl nicht an einem derart brisantem Thema die Finger verbrennen wollten) vom US-Kabel-TV-Sender HBO produziert wurde und die Goldene Palme von Cannes, den neben dem Oscar wichtigsten Preis der Filmindustrie, erhielt. In einer gelungenen Mischung aus Realismus und poetischer Abstraktion beschreibt Gus van Sant den Alltag amerikanischer Teenager, kurz bevor es an ihrer Schule zum Amoklauf zweier Schüler kommt. Die Kids, die im Film auftreten, sind schauspielerische Laien, die ihre eigenen Erfahrungen in die Story mit eingebracht haben. "Fühlt ihr euch sicher an eurer Schule? Wie sieht euer Leben aus? Was passiert den ganzen Tag? Solche Fragen haben wir ihnen gestellt", erzählt Gus van Sant. "Diese Kids denken sehr bewusst über die Schul-Schießereien nach - immerhin sind es ja sie, die in der Schule sind. Ich finde schon, dass man da eine Form von unbestimmter Angst, von Beklommenheit spüren kann. Und diese Kids sind smart. Gerade deshalb tun sich manche von ihnen so schwer in der Schule, es ist die Hölle. Das ist wirklich das Wort, das sie verwenden, wenn sie die Schule beschreiben sollen - Hölle. Andere wiederum finden die Schule super. Im Grunde ist das alles noch immer genau so wie damals als ich zur High School gegangen bin." Bis auf die Schießereien, bis auf die Amokläufe, bis auf die Massaker, die Schüler unter Schülern anrichten. Ein gesellschaftliches Problem, das nicht so einfach zu fassen ist, findet van Sant. Der Titel des Films geht auf eine buddhistische Parabel aus dem 2. Jahrhundert vor Christus zurück. Verschiedene Blinde wurde zu einem Elefanten geführt, jeder von ihnen bekam einen bestimmten Teil des Tieres zugewiesen, den er untersuchen sollte. Je nachdem ob sie den Rüssel, die Ohren, den Schwanz, die Beine oder die Stoßzähne berührten, sah jeder ein anderes Tier vor sich. Den gesamten Elefanten aber begriff keiner. In anderen Worten: "Ich beschreibe eine Situation", sagt Gus van Sant. "Aber Antworten werden sie bei mir keine finden."

Credits

Titel Elephant
Originaltitel Elephant
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2003
Länge 81 Minuten
Regie Gus Van Sant
Drehbuch Gus Van Sant
Kamera Harris Savides
Schnitt Gus Van Sant
Produktion Dany Wolf
Darsteller Eric Deulen, John Robinson, Alex Frost, Jordan Taylor, Elias McConnell
Verleih Stadtkino

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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