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Die Bourne Verschwörung

The Bourne Supremacy

Action, Thriller. USA 2004. 108 Minuten.

Regie: Paul Greengrass
Mit: Karl Urban, Matt Damon, Franka Potente, Joan Allen, Brian Cox

Nach kurzer Raufpause geht der Alptraum von Jason Bourne mit halsbrecherischer Action in die Verlängerung: Wieder gerät Matt Damon als Agent ohne Erinnerung ins Kreuzfeuer gefährlicher Gegner.

Filmstart: 22. Oktober 2004

Angenommen James Bond kann eines Morgens nicht mehr sagen, wer das Babe in seinem Bette ist. Wäre wahrscheinlich gar nicht weiter ungewöhnlich. Solche Hänger kommen in gewissen Kreisen öfters vor, besonders wenn erst nach dem Martini gerührt oder geschüttelt wurde. Aber diesmal hat er leider auch den kompletten Rest vergessen. Keine Idee mehr vom Geheimdienst, keine Erklärung für die Kugeln, die ihm um die Ohren fliegen, totaler Festplattencrash. Genau in dieser Zwangsjacke steckt Jason Bourne.
Ein Mann, dem zwar noch alle Winkelzüge seines Metiers im Unterbewusstsein sitzen, ein gerissener Kerl, der genug Kniffe kennt, um ganze Kampfkommandos im Alleingang auszuschalten, hat trotz aller Schlagkraft keinen blassen Schimmer. Null Ahnung wer er ist, wie er heißt und vor allem warum ihn die halbe Welt so liebend gern als Leiche sehen würde. Der Alltag von Jason Bourne ist ein einziges blutrotes Fragezeichen mit haufenweise Einschusslöchern oberhalb vom Punkt. Einige Antworten hat er sich bereits erkämpft, aber was er weiß, genügt noch lange nicht, um einen klaren Kopf zu kriegen. So stehen nach kurzer Raufpause neue Verfolgungsjagden im Raum: Zwei Jahre nach Die Bourne Identität ist Matt Damon endlich wieder in der Rolle zu sehen, die ihn international zum Actionhelden machte. Und diesmal ist die Story sogar noch spannender.
Tony Gilroys Drehbuch basiert wieder auf Robert Ludlums klassischer Thriller-Trilogie um einen zum kalten Killer ausgebildeten Geheimagenten, den ein plötzlicher Gedächtnisschwund zur tödlichen Gefahr für die eigenen Reihen macht. "Das größte Problem dabei war, das hohe Überraschungsmoment beizubehalten," erklärt Produzent Frank Marshall. "Matt Damon war absolut nicht die logische Wahl für den Part eines tödlichen Attentäters. Matt ist von Grund auf sympathisch, ihm würde man nichts Böses zutrauen, das gehört zu seiner Natur. Dadurch kommt unweigerlich ein starker Konflikt auf. Wir waren erfolgreich, weil wir das Publikum überraschen konnten. Diesen Weg wollten wir konsequent weitergehen."
Mit dem Charme von Matt Damon wuchs Jason Bourne zum Geheimagenten einer neuen Kino-Generation. Ein burschikoser Bond, der weder Glamourgirls noch Gimmickzauber braucht. Ihm genügt pure Paranoia, um eine Welt zu bebildern, die buchstäblich aus allen Fugen fällt.
Die Flucht von Stadt zu Stadt, von Grenze über Grenze hat am Strand der indischen Hippie-Enklave Goa ein vorläufiges Ende gefunden. Aber das Paradies ist trügerisch. Auch hier werden Bourne und Marie (Matt Damon und Franka Potente) von einem Verfolger (Karl Urban) aufgespürt. Bourne ist wieder im Blickpunkt. Als er mitten im exotischen Trubel ein Gesicht entdeckt, das perfekt in seine dunklen Träume passt, begreift der Gehetzte, dass es kein Davonlaufen vor der Vergangenheit gibt. Nun dreht Bourne den Spieß um. Er wird sich nicht mehr länger verstecken. Der Gejagte will zum Jäger werden. Bourne muss seine Geschichte finden. Wenn notwendig, wird er dafür töten.
"Als Jason Bourne zur Einsicht kommt, dass ihn seine Verfolger nie in Ruhe lassen werden, nimmt er die Reise wieder auf, die vor zwei Jahren mit einem Mann begonnen hat, der halbtot aus dem Meer gezogen wurde," sagt Marshall. "Es ist ein logischer Vorgang: Verzweifelt versucht er, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern."
So nimmt die Action in Goa Fahrt auf, gewinnt in Neapel an Rasanz und Rhythmus, führt in Berlin zu halsbrecherischen Finten und Fallen, pendelt bald zwischen Weltpolitik, Geldgier und nackter Überlebenslust, setzt sich weit hinweg über Gesetz und Ordnung und beweist schlussendlich im Hauptstadt-Verkehr von Moskau, dass die Filmgeschichte eine neue schönste Autoverfolgungsjagd aller Zeiten bekommen hat. Es gibt keine Guten und keine Bösen mehr. So lautet Bournes Erkenntnis, als er die trübe Suppe der Geheimdienste endlich in getrennte Lager teilen kann. Es gibt nur noch das eigene Gewissen. Und danach muss er handeln.
Wer steht hinter Operation Treadstone? "Ich glaube gar nicht, dass es in meinem Film so sehr um einen Mann geht, der sein Gedächtnis verloren hat," sagt der britische Regisseur Paul Greengrass (Bloody Sunday), dessen atemlos hektischer Stil, der das Publikum von ersten Moment an fest in den Kinositzen hält, wohl auch für die sensationellen Einspielzahlen verantwortlich gemacht werden darf, die Die Bourne Verschwörung in den USA erzielen konnte. "Darum ging es im ersten Teil. Diesmal geht es darum, dass Jason Bourne sein Geschichte findet - und dadurch begreift, dass er eigentlich ein ziemlich fieser Typ war."

Credits

Titel Die Bourne Verschwörung
Originaltitel The Bourne Supremacy
Genre Action/Thriller
Land, Jahr USA, 2004
Länge 108 Minuten
Regie Paul Greengrass
Drehbuch Tony Gilroy nach der Roman-Trilogie von Robert Ludlum
Kamera Oliver Wood
Schnitt Richard Pearson, Christopher Rouse
Musik John Powell
Produktion Doug Liman, Frank Marshall, Patrick Crowley, Paul Sandberg
Darsteller Karl Urban, Matt Damon, Franka Potente, Joan Allen, Brian Cox, Julia Stiles, Gabriel Mann, Michelle Monaghan
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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