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Terminal

The Terminal

Tragikomödie. USA 2004. 128 Minuten.

Regie: Steven Spielberg
Mit: Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci

Duty free me. Gefangen in der Zwischenwelt: Tom Hanks hängt als unerwartet Staatenloser wochenlang am New Yorker Flughafen fest. Stephen Spielbergs neues Kinomärchen beruht auf einer wahren Geschichte.

Filmstart: 8. Oktober 2004

Welcome to the United States - halt, noch nicht ganz. Jeder, der schon mal in die USA eingereist ist, kennt die Prozedur: Immigration. Lange Schlangen vor kargen Schaltern, barsche Fragen nach dem Grund des Trips, "Business or Pleasure?" und endlich das erlösende "Prrrrkppp!" des Einreisestempels im Pass.
Oder auch nicht. Viktor Navorsky (Tom Hanks) aus Osteuropa schafft es nie bis hinter die Zollkontrolle: Während Viktors Flugreise fand ein Militärputsch statt, sein Pass ist ungültig - Viktor kann weder in die USA einreisen, noch in irgendein anderes Land der Welt. Was bleibt, ist der Transitbereich. Fast jeder von uns ist schon mal auf einem Flughafen festgehangen und weiß, wie dort aus ein paar Stunden eine halbe Ewigkeit werden kann. Viktor jedoch kriegt die ganze Dosis Unendlichkeit. Der designierte Flughafenleiter Frank Dixon (Stanley Tucci als verbiesterter Bürohengst) kann sich in seiner derzeitigen Position keine Unebenheit leisten und will auch beim Fall Navorsky kein Auge zudrücken. Wo kämen wir denn da hin.
Und so kommt Viktor eben nirgens hin, seine Welt beschränkt sich auf den rutschigen Boden zwischen Burger King, dem Swatch-Shop und der kleinen Discovery-Store-Filiale. Er steckt fest im Shopping-Paradies des John F. Kennedy Airport, allerdings ohne Geld und fast ohne ein Wort Englisch zu sprechen. Doch Viktor kann gut improvisieren. In einem Gate, das gerade wegen Renovierung geschlossen ist, werden ein paar Wartebänke zu einem provisorischen Bett, in den geräumigen WC-Anlagen des Flughafens wäscht und rasiert er sich.
Das Tröstliche ist, dass Viktor nicht der einzige ist, der an diesem Ort des immerwährenden Transits verharren muss. Zwischen den verwischten Eindrücken des ständigen hektischen Kommens und Gehens werden einige Menschen immer vertrauter. Gupta (Kumar Pallana) etwa, der mit Besen, Schaufel, Eimer und eiserner Härte über die Sauberkeit des Fußbodens wacht. Mit diebischer Schadenfreude kichert er über diejenigen, die seine "Achtung, rutschig"-Schilder missachten und so vor dem geplanten Ablug noch einen improvisierten Sturzflug hinlegen. Oder Dolores Torres (Zoe Saldana), Beamte der Einwanderungsbehörde, die Viktor seinen täglichen "Einreise verweigert"-Stempel verpasst. Aus einem bizarr-bürokratischen Ritual wird im Laufe der Wochen eine richtige Freundschaft, was wiederum der Catering-Arbeiter Enrique (gespielt von Y tu mama también-Hauptdarsteller Diego Luna) geschickt für seine Zwecke nutzt: Er ist seit langem in Dolores verliebt und verwendet Viktor als seinen charmanten Postillon d’amour. Doch auch Viktor selber lässt Amor nicht in Ruhe: Die schöne, aber stets traurige Stewardess Amelia (Catherine Zeta-Jones) fällt ihm eines Tages buchstäblich in die Arme, als sie über den von Gupta frisch gewischten Boden eilt. Und als Viktor es schließlich wirklich schafft, die Vielfliegerin zum gemeinsamen Dinner zu überreden, kann er sein außergewöhnliches Talent als hoffnungsloser Romantiker auf eine Art und Weise ausspielen, die selbst der verwöhnten Amelia mitten ins Herz fährt.
"Life is waiting" heißt das Motto, unter das Steven Spielberg seinen Film stellt - das heißt so viel wie "Leben besteht aus Warten", aber auch "Das Leben erwartet dich". Und so ist Terminal für Spielberg weniger eine Geschichte über Einwanderung und den Amerikanischen Traum, als vielmehr eine Story über die Träume, die in uns allen darauf warten, wahr gemacht zu werden. Tom Hanks Filmfigur hat übrigens ein reales Vorbild: Seit fast zwei Jahrzehnten lebt ein Mann am Pariser Flughafen Charles De Gaulle. Anfangs wegen Problemen mit dem Einwanderungsgesetz, mittlerweile aus freien Stücken - das Terminal ist ihm zum echten Zuhause geworden.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Terminal
Originaltitel The Terminal
Genre Tragikomödie
Land, Jahr USA, 2004
Länge 128 Minuten
Regie Steven Spielberg
Drehbuch Sacha Gervasi, Jeff Nathanson, Andrew Niccol
Kamera Janusz Kaminski
Schnitt Michael Kahn
Musik John Williams
Produktion Walter F. Parkes, Laurie MacDonald, Steven Spielberg
Darsteller Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, Chi McBride, Diego Luna, Zoe Saldana, Eddie Jones, Barry Shabaka Henley
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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