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Constantine

Constantine

Comic-Verfilmung, Science-Fiction. USA 2005. 110 Minuten.

Regie: Francis Lawrence
Mit: Djimon Hounsou, Keanu Reeves, Rachel Weisz

John Constantine (Keanu Reeves), Magier, Menschenfeind, Kettenraucher und Dämonenjäger, fürchtet weder Himmel noch Hölle. Aber jetzt hat er Krebs. Und da wird´s auch für einen wie ihn ziemlich eng. Verfilmung einer Kult-Comicserie für Erwachsene.

Filmstart: 18. Februar 2005

John Constantine ist ein hübscher Junge. War er schon immer. Aber er hat eine ganz besondere Gabe, um die ihn die wenigsten beneiden dürften: Er kann aus dem Himmel verstoßene und aus der Hölle entkommene Wesen erkennen, die sich als Menschen tarnen und in der Welt ihr Unwesen treiben. Los Angeles ist voll von diesen gefallenen Engeln und Halbblut-Dämonen, und John kann hinter ihre menschliche Maskierung blicken. Er wurde geboren mit dieser visionären Gabe. Aber für ihn ist sie ein Fluch, eine Tortur, die immer unerträglicher wird, je klarer er ihren Zusammenhang mit der generellen Verkommenheit der Welt erkennt. Mit 15 glaubt sich Constantine am Ende des Weges angelangt. Er nimmt sich das Leben. Und fährt in die Hölle, wie es sich für Selbstmörder geziemt. Aber dort wird ein Mann seines Talents nicht gebraucht. Und so findet sich der blasse Junge, ungewollt von Gottes oder des Teufels Gnaden auferstanden, als Wanderer zwischen den Welten wieder, bis auf Widerruf dazu verdammt, im Niemandsland zwischen Himmel, Hölle und dem Diesseits zu vegetieren.
Jahre später geht es John Constantine (Keanu Reeves) kein bisschen besser. Den Fehdehandschuh hat er zwar aufgenommen: Constantine ist ein Meister der dunklen Mächte geworden, ein Magier, Exorzist und Detektiv des Übernatürlichen, ständig auf der Jagd nach den Ausgeburten der Hölle und unerbittlich im Kampf gegen das Böse. Aber die Verderbtheit, der Dreck und Gestank seiner Gegner haben ihn desillusioniert und verbittert. Constantine säuft wie ein Loch, raucht Kette und verachtet die Menschheit. Er mag schon viele Seelen vor der ewigen Verdammnis bewahrt haben. Aber er spuckt auf deren Dankbarkeit. Constantine will kein Held sein. Er will nur endlich seine Ruhe. Aber ein Arztbesuch beraubt ihn der letzten Hoffnung darauf: 30 Sargnägel am Tag fordern ihren Tribut - Constantine hat Lungenkrebs, unheilbar, tödlich. Gabriel (Tilda Swinton), ein gefallener Erzengel, der in der Bar des ehemaligen Dämonenjägers und nunmehrigen Reliquiensammlers Papa Midnite (Djimon Hounsou) unter seinesgleichen rumlungert, kann ihm auch nicht weiterhelfen: Auf Constantine wartet die Hölle. Keine Chance auf Erlösung. Aber so leicht gibt sich ein dreckiger Bastard wie Constantine nicht geschlagen. Wäre nicht das erste Mal, dass er sich mit Himmel und Hölle anlegt. Als er von der verzweifelten Polizistin Angela (Rachel Weisz) kontaktiert wird, die hinter dem Selbstmord ihrer in einer Nervenanstalt internierten Zwillingsschwester einen mysteriösen Mord vermutet, tun sich neue Möglichkeiten auf. Constantine nimmt sich des Falles an, und der entpuppt sich als wirklich hässliche Sache: Der Dämon Balthazar (Gavin Rossdale) hat den Speer des Schicksals, ein nahezu allmächtiges übernatürliches Relikt, einst von den Nazis geraubt und dann verschwunden, in seine Hände bekommen. Und jetzt steht das Schicksal der Welt auf dem Spiel. Nicht, dass Constantine das besonders interessieren würde. Aber er sieht darin eine Chance, sich den Weg aus der Hölle freizukaufen …
In schwarzem Anzug und Trenchcoat, mit Leichenbässe im Gesicht, blankem Zynismus auf der Zunge und einer "heiligen Schrotflinte" im Anschlag mäht Keanu, unterstützt von der wie immer grandiosen Miss Weisz, in dieser visuell äußerst innovativen Mischung aus Horror, Film Noir, Fantasy und Action ganze Heerscharen von geifernden Dämonen nieder - und bekommt sogar Gelegenheit, zu Lucifer höchstpersönlich (Peter Stormare) frech zu werden. To hell and back - Der Exorzist meets Angel Heart meets The Matrix. Coole Sache.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Constantine
Originaltitel Constantine
Genre Comic-Verfilmung/Science-Fiction
Land, Jahr USA, 2005
Länge 110 Minuten
Regie Francis Lawrence
Drehbuch Kevin Brodbin, Frank A. Cappello
Kamera Philippe Rousselot
Schnitt Wayne Wahrman
Musik Klaus Badelt, Brian Tyler
Produktion Erwin Stoff, Lorenzo di Bonaventura, Akiva Goldsman, Lauren Shuler Donner, Benjamin Melniker, Michael Uslan
Darsteller Djimon Hounsou, Keanu Reeves, Rachel Weisz, Gavin Rossdale, Tilda Swinton, Peter Stormare, Shia LaBeouf, Pruitt Taylor Vince
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

to hell and back

keanu reeves als zwischen himmel und hölle zerrissener dämonenjäger kommt echt gut rüber. Rachel weisz ist schön und gut wie immer, und auch Shia LaBeouf als teenie-sidekick macht seine sache gut. insgesamt hab ich von diesem dämonen-horror nicht viel erwartet, war dann aber wirklich positiv überrascht.

19. September 2008
07:11 Uhr

von Troublemaker

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