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Super Size Me

Super Size Me

Dokumentation. USA 2004. 100 Minuten.

Regie: Morgan Spurlock
Mit: Morgan Spurlock, Daryl Isaacs, Alexandra Jamieson

Eat fast, die young? US-Filmemacher Morgan Spurlock ging dem Zusammenhang zwischen Fastfood und Fettleibigkeit im Selbstversuch nach. Eingebracht hat ihm das Übergewicht, Potenzprobleme und den Regiepreis in Sundance.

Filmstart: 22. Oktober 2004

 

USA-Klischees gibt es viele. Zum Beispiel dieses hört man oft und gern: "In Amerika gibt es so gut wie keine normal aussehenden Menschen. Entweder sie sehen aus wie Hollywood-Stars, oder sie sind unglaublich dick!" Ganz so stimmt das natürlich nicht. Aber man muss gar nicht erst lang über die Theorie nachdenken, dass an Klischees meist was Wahres dran ist, um obigen Statement doch etwas abzugewinnen: So viele derart übergewichtige Menschen wie in den USA gibt es in Europa tatsächlich nicht, das ist eine empirische Tatsache. Darüber hinaus nimmt die Fettleibigkeit der US-Bevölkerung ständig zu. Ein weiteres Faktum: die Bedeutung von Fast Food in der alltäglichen Ernährung der Nordamerikaner steigt konstant.
Das schmeckt nach Zusammenhang wie ein Cheeseburger nach mehr. Von offizieller Seite konnte (oder wollte) noch keine Wechselwirkung bestätigt werden werden - der Dokumentarfilmer Mogan Spurlock sieht das anders. Ähnlich wie sein Kollege Michael Moore in Bowling for Columbine den Waffenwahn seiner Mitbürger filmisch aufs Korn nimmt, ging Spurlock dem Fastfood-Fanatismus nach - und zwar am eigenen Leibe.
Anders als Moore war Spurlock zu Beginn der Dreharbeiten körperlich voll fit, schlank und gut trainiert, mit geradezu idealen Blutwerten. Mit einer drastischen Diät machte er sich nun daran, die Auswirkungen von Fastfood-Ernährung auf seinen Körper zu testen: 30 Tage lang ernährte er sich auschließlich bei McDonald´s und dokumentierte die Veränderungen filmisch.
Die Auswirkungen sind tatsächlich brisant: Nach 30 Tagen voller Burger, Fries, Sundaes und billigen Super Size-Vorteilsmenüs ist er um 25 Pfund schwerer geworden, sein Körperfettanteil stieg um über 50%. Sein Cholesterinspiegel schnellte in die Höhe, seine Leberwerte waren so bedenklich, dass sein Arzt zum Abbruch riet. Dazu klagte er über ständige Müdigkeit, Kopfschmerzen und depressive Verstimmungen - und sein Girlfriend klagte über seine radikal verminderte Libido.
Echt fett: In Super Size Me vermischt Morgan Spurlock seine eigenen Erfahrungen mit akribisch recherchierten Fakten und balanciert im Michael-Moore-Stil zwischen satirischer Unterhaltung und beinharter Gesellschaftskritik. Schließlich geht es um Antworten auf essenzielle Fragen: Ist die Überfettung der Amerikaner auf einen Mangel an Selbstdisziplin zurückzuführen? Oder tragen die allgegenwärtigen Fastfood-Konzerne für die Fett-Kranken eine ähnliche Verantwortung wie die Tabakindustrie für Nikotinsüchtige?
"Eines Tages sah ich in den Nachrichten eine Story über zwei Mädchen, die McDonald´s verklagt hatten", erzählt Spurlock die Entstehungsgeschichte seines großartigen Kino-Debüts. "Sie machten die Firma dafür verantwortlich, dass sie fett geworden sind. Ein Sprecher von McDonald´s dagegen sagte, man könne die Fettleibigkeit der beiden nicht in Verbindung bringen mit dem Essen von McDonald´s. Das sei schließlich gesund und nahrhaft. Ich dachte mir: Wenn es so gut ist, dann müsste ich es doch auch jeden Tag essen können, oder?"

Text:  Gini Brenner

SKIP-Tipp

Wie viele Kalorien hat ein cineastischer Leckerbissen? Regisseur Morgan Spurlock serviert deftige Doku-Kost in köstlicher Soße. Dass dem Vorkoster der Nation im interaktiven Selbstversuch der Bissen im Mund stecken bleibt, gehört ebenso zu Super Size Me wie die Erfindung des "McFrankensteins" - bald in aller Munde! Wer jetzt noch Lust auf einen fetten Burger hat, ist wirklich ein bisschen Mccrazy!

SKIP-Tipp von Catherine Holzer

Credits

Titel Super Size Me
Originaltitel Super Size Me
Genre Dokumentation
Land, Jahr USA, 2004
Länge 100 Minuten
Regie Morgan Spurlock
Drehbuch Morgan Spurlock
Kamera Scott Ambrozy
Schnitt Stela Georgieva, Julie "Bob" Lombardi
Musik Steve Horowitz
Produktion Morgan Spurlock, Dave Pederson
Darsteller Morgan Spurlock, Daryl Isaacs, Alexandra Jamieson, Lisa Ganjhu
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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