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White Noise - Schreie aus dem Jenseits

White Noise

Horror. USA 2004. 101 Minuten.

Regie: Geoffrey Sax
Mit: Deborah Kara Unger, Michael Keaton

Über unerklärbare Bandaufnahmen, genannt EVP, wird ein Architekt (Michael Keaton) von seiner verstorbenen Frau kontaktiert. Aber auch andere Tote nutzen EVP als Portal ins Reich der Lebenden. Und einige davon haben keinen Sinn für Gemütlichkeit.

Filmstart: 25. Februar 2005

Können tote Menschen über Ton- und Videobandaufnahmen mit uns in Kontakt treten? Für die Anhänger von EVP (Electronic Voice Phenomena) bzw. ITC (Instrumental Transcommunication) gibt es daran keinen Zweifel. Sie lassen Tonbandgeräte, Videorecorder und -kameras quasi im Leerlauf über Nacht aufzeichnen und durchsuchen später das Material nach Nachrichten und Bildern aus dem Jenseits. Rund um den Erdball experimentieren Individuen und Verbände mit diesen Phänomenen, und nicht nur die herausragenden Enthusiasten unter ihnen werden fündig. Die Praxis geht bis zu den Anfängen des letzten Jahrhunderts zurück, als Thomas Alva Edison den Phonographen erfand und sich in Folge dokumentierterweise mit den Möglichkeiten der Kommunikation mit Geistern befasste. Harte wissenschaftliche Beweisführungen wird man in diesem Feld vergebens suchen. Aber wer es einmal selbst ausprobieren will - in den Haushalten der Welt gibt es immerhin an die sieben Milliarden Taperecorder und Videocameras -,wird mit hoher Wahrscheinlichkeit staunen, was auf diesen Aufnahmen so zum Vorschein kommt.
Skepsis ist natürlich berechtigt. Und solange der glücksverwöhnte Architekt Jonathan Rivers (Michael Keaton) mit seiner schwangeren Frau Anna (Chandra West) und seinem Sohn Mike (Nicholas Elia) ein stabiles Privilegiertenleben führen konnte, hatte er keinen Anlass, diesen paranormalen Firlefanz nicht zu verlachen. Aber jetzt ist Anna tot - verschleppt und ermordet. Jonathans Welt bricht zusammen - er zieht in ein neues Apartment, distanziert sich von Familie und Freunden. Und wenig später auch von seinem Weltbild - als ihn der merkwürdige Spiritualist Raymond Price (Ian McNeice) kontaktiert und ihm angebliche Tonbandaufnahmen von Anna vorspielt, gemacht nach ihrem Tod. Nie wäre Johnathan in den Sinn gekommen, sich mit Dingen wie EVP zu beschäftigen. Aber die Stimme klingt tatsächlich wie Annas Stimme. Und die Geschichte von Sarah Tate (Deborah Kara Unger), die selbst über EVP mit ihrem verstorbenen Verlobten ins Reine kommen konnte, ist auch ziemlich überzeugend. "Ich kann sie hören, ich kann sie sehen und ich kann sie aufnehmen", behauptet Price steif und fest über die Toten.
Jonathan glaubt ihm. Er beginnt selbst, mit EVP zu experimentieren, und das Unglaubliche passiert: Anna nimmt direkten Kontakt zu ihm auf. Aus dem per Videorekorder aufgenommenen Weißen Rauschen zeichnet sich Annas Gesicht ab, und ihre Stimme ist zu hören. Sie hat eine wichtige Nachricht für Jonathan: Er soll die zukünftigen Opfer ihres Mörders retten. Dass Jonathan mit seinen Experimenten ein Portal aufgestoßen hat, das nicht nur Anna nutzen kann, merkt er zu spät. Und nicht alle Toten sind freunlich …
Der Brite Geoffrey Sax platziert sein Regiedebüt gezielt in der Nähe von Genre-Klassikern wie Poltergeist und The Ring. White Noise ist allerdings der erste Film, der sich mit EVP beschäftigt. "Es ist ein gruseliger Film, aber auf kluge Weise gruselig, und die Spekulation wird sehr ernsthaft betrieben", findet Michael Keaton, der in der Rolle getriebener und finsterer Gestalten (Batman, Desperate Measures) immer schon besonders brillant war. Deborah Kara Unger (Crash) ist zwar kein Freund von Spekulationen, aber eines, findet sie, ist klar: "Wir wissen wenig über Energie und Masse, über Zeit, Raum und Bewusstsein. Und es wäre arrogant, voreilige Schlüsse zu ziehen."

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel White Noise - Schreie aus dem Jenseits
Originaltitel White Noise
Genre Horror
Land, Jahr USA, 2004
Länge 101 Minuten
Regie Geoffrey Sax
Drehbuch Niall Johnson
Kamera Chris Seager
Schnitt Nick Arthurs
Musik Claude Foisy
Produktion Paul Brooks, Shawn Williamson
Darsteller Deborah Kara Unger, Michael Keaton, Chandra West, Ian McNeice, Sarah Strange, Nicholas Elia
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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