Filminfo zu

Maria voll der Gnade

María, llena eres de gracia

Drama. Kolumbien, USA 2003. 101 Minuten.

Regie: Joshua Marston
Mit: Catalina Sandino Moreno, Yenny Paolo Vega, Guilied López

Auch Packesel haben eine Geschichte. Mit journalistischem Gespür und cineastischem Feingefühl beschreibt Joshua Morton in seinem Spielfilmdebüt wie eine junge Kolumbianerin zum Drogenkurier wird.

Filmstart: 29. Oktober 2004

Die 17-jährige Maria (Catalina Sandino Moreno) lebt in einer Kleinstadt unweit der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá - unter einem Dach mit ihrer Mutter, Großmutter, Schwester und deren kleinem Sohn. Maria arbeitet auf einer großen Rosenplantage, wo sie zusammen mit ihrer besten Freundin Blanca (Yenny Paolo Vega) Dornen von den Stielen entfernt und Sträuße für den Export bindet. Es ist eine anstrengende und streng reglementierte Arbeit; die einzige Abwechslung in Marias Leben sind die Fiestas auf dem Marktplatz, die sie mit ihrem Freund Juan (Wilson Guerrero) an den Wochenenden besucht. Maria ist temperamentvoll und impulsiv. Als sie eines Tages in Streit mit einem Vorgesetzten gerät, kündigt sie spontan. Ihre Verwandten reagieren verärgert und verständnislos. Sie ahnen nicht, dass Maria schwanger ist.
Maria will ihr Glück in Bogotá versuchen, eine Freundin, die als Zimmermädchen arbeitet und angeblich Verbindungen haben soll, scheint ihre beste Chance auf einen neuen Job zu sein. Unterwegs trifft sie eine alte Zufallsbekanntschaft wieder: Franklin (Jhon Alex Toro), einen jungen Mann, von dessen Coolness sie sehr beeindruckt ist. Er erzählt ihr von einem interessanten Job als Kurier. Natürlich begreift Maria, dass es dabei um Drogen geht, um kleine Heroinpäckchen, die geschluckt und in die USA geschmuggelt werden. Pro Tour soll es 5.000 Dollar geben. Bar auf die Hand. Damit ist Maria überredet.
Wie man sich körperlich auf den Schmuggel vorbereitet und was man tut, wenn etwas schief gehen sollte, erfährt sie von Lucy, die schon zwei Touren hinter sich gebracht hat. Seitdem ist sie wirtschaftlich unabhängig. Lucy (Guilied López) lebt in ihren eigenen vier Wänden, sonderlich glücklich scheint sie trotzdem nicht zu sein. Aber was ist schon Glück, wenn es ums Überleben geht?
Maria macht sich keine Illusionen. Sie weiß, dass der Job riskant und sehr gefährlich ist. Wahrscheinlich reagiert sie deshalb so verärgert, als Blanca verkündet, auch als Packesel arbeiten zu wollen. Aber alle Vorhaltungen sind vergeblich. Es gibt kein Zurück. Blanca hat sich schon bezahlen lassen. Als die Freundinnen Tage später ein Flugzeug in die USA besteigen, hat Maria 62 Heroinpäckchen im Magen.
Natürlich wird es Probleme geben. Tödliche Probleme. Ein schäbiges Hotelzimmer in New Jersey kann die Endstation von Marias Reise sein. Oder der Ausgangspunkt für ein neues Leben. Kommt ganz darauf an, ob sie auf die Schmuggler hört - oder auf ihren Instinkt.
Maria voll der Gnade schildert keinen Krimi, sondern den gesellschaftssozialen Verlauf eines Verbrechens. "Keine wahre Geschichte", sagt Joshua Morton über sein Spielfilmdebüt. "Aber eine Geschichte, wie sie jeden Tag passiert."

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel Maria voll der Gnade
Originaltitel María, llena eres de gracia
Genre Drama
Land, Jahr Kolumbien/USA, 2003
Länge 101 Minuten
Regie Joshua Marston
Drehbuch Joshua Marston
Kamera Jim Denault
Schnitt Lee Percy, Anne McCabe
Musik Jacobo Lieberman, Leonardo Heiblum
Produktion Paul Mezey
Darsteller Catalina Sandino Moreno, Yenny Paolo Vega, Guilied López, Jhon Alex Toro, Patricia Rae, Virgina Ariza
Verleih Stadtkino

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.