Filminfo zu

Der tierisch verrückte Bauernhof

Barnyard

Animation. USA 2006. 90 Minuten.

Regie: Steve Oedekerk

Hier ist wohl der Rinderwahnsinn ausgebrochen! Die tierischen Bewohner einer beschaulichen Farm entpuppen sich als ausgeflippte Party-People. Übermuh-tige Animation von Steve Oedekerk (Bruce Allmächtig, Jimmy Neutron).

Filmstart: 6. Oktober 2006

Eines gleich vorweg: Dieser Film ist der Albtraum eines jeden Biolehrers! Kaum haben engagierte Lehrkörper auch dem allerletzten tierhaarallergischen Stadtkind beigebracht, dass es lila Kühe nur in der Werbung gibt und auch braune Kühe Milch und nicht Kakao geben, kommt Hollywood daher und dreht einen Film, in dem Kühe schwanger sind und Stiere Euter vor sich hertragen! Andererseits, wer hat gesagt, dass man Hollywood ernst nehmen soll? Also geht das mit den Vierbeinern und ihren zutiefst menschlichen Zügen schon in Ordnung.
Apropos menschlich. Der Homo sapiens kommt in dieser schrägen Version von Unsere kleine Farm nicht besonders gut weg. Einzig der alte Bauer kann einige Sympathiepunkte sammeln, was vielleicht daran liegt, dass er Veganer ist. Der Rest der menschlichen Nebendarsteller ist nicht nur erschreckend hässlich sondern auch noch strohdumm, reaktionär oder schlicht von bewusstseinsverändernden Drogen arg in Mitleidenschaft gezogen. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass der wahre Chef auf dem Bauernhof ein Stier ist. Kaum hat sich der Farmer auf seinen Traktor geschwungen und den Hof verlassen, findet das morgendliche Meeting statt. Unangefochtener, von allen respektierter Vorsitzender der tierischen Meute ist der pflichtbewusste Ben. Überlegt, rücksichtsvoll und vor allem mit großem persönlichem Einsatz sorgt er für Ordnung zwischen Hühnerstall, Kuhweide und Hundehütte. Umso schmerzhafter ist es für Ben, dass ausgerechnet sein geliebter Sohn Otis dafür nicht das geringste Verständnis aufbringt. Otis sollte längst selbst Verantwortung übernehmen, um einmal Bens Nachfolge anzutreten - stattdessen führt er sich auf wie ein Rindvieh, das einfach nicht erwachsen werden will. Jackass-taugliche Stunts und der Schwarzmarkt-Handel mit menschlichen Luxusgütern sind die Lieblingsbeschäftigungen des Halbstarken. Stets flankiert von seinen Komplizen der Maus, dem Frettchen, dem Hahn und dem Schwein treibt Otis den ganzen lieben Tag lang nur Unsinn und seinen Vater zur Verzweiflung. Nachts, wenn im Haus des Farmers die Lichter ausgegangen sind, legt Otis dann so richtig los. Während Ben seinen nächtlichen Wachtposten einnimmt, schmeißen Otis & Co. eine Scheunenparty, gegen die sogar der Ballermann wie ein Kindergeburtstag wirkt. Milch und Honig fließen in Strömen, die Barnyard Boys rocken, dass die Scheunentore wackeln, der Showmaster bringt mit seinen Scherzen nicht nur die Hühner zum Gackern und wer nichts mehr zu verlieren hat, vergnügt sich bei illegalem Glücksspiel. Mit einem Wort: Nachts verwandelt sich der Bauernhof in einen Hort der Sünde! Doch die Tage des jugendlichen Übermuts sind mit einem Schlag vorbei, als Ben den Angriff eines Rudels Kojoten mit dem Leben bezahlt. Plötzlich muss Otis erkennen, das sein Vater keine humorlose Spaßbremse war, sondern mit seinem Einsatz dafür gesorgt hat, das alle Tiere ein sorgloses und sicheres Leben führen konnten. Dieses Leben ist jetzt außer Kontrolle geraten. Seit Ben nicht mehr auf Einhaltung der Regeln pocht, läuft das tierische Treiben Gefahr, von den Menschen entdeckt zu werden. So viel Verantwortung fühlt sich Otis nicht gewachsen. Er beschließt, die Farm zu verlassen. Doch die Worte seines Vaters gehen ihm nicht aus dem Kopf: "Ein starker Mann sorgt für sich selbst. Ein stärkerer sorgt auch für andere." Ben hat seinen Sohn sicher nicht zu jemandem erzogen, der sich mir nichts, dir nichts aus dem Staub macht, wenn es brenzlig wird. Also stellt sich Otis der Herausforderung: Er muss das ausgebrochene Chaos auf der Farm unter Kontrolle bringen und gleichzeitig seine Herde vor den Kojoten beschützen ...
Die rührende Vater-Sohn-Geschichte vom Lausbuben, der nicht erwachsen werden will, ist gespickt mit wahnwitzigen Einfällen, in der die Animatoren wohl auf ihre eigenen Lausbubenstreiche aus Kindertagen zurückgegriffen haben. Nur mit dem Unterschied, dass im Film sämtliche Blödheiten von übermütigen Kühen und anderen, durchgeknallten Viechern verübt werden, die man teilweise nicht einmal als Biolehrer identifizieren wird können. Muss aber auch nicht sein - Hauptsache lustig, und das ist dieser verrückte Bauernhof garantiert.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Der tierisch verrückte Bauernhof
Originaltitel Barnyard
Genre Animation
Land, Jahr USA, 2006
Länge 90 Minuten
Regie Steve Oedekerk
Drehbuch Steve Oedekerk
Schnitt Paul D. Calder
Musik John Debney
Produktion Steve Oedekerk, Paul Marshal
Stimmen in der OV Kevin James, Courteney Cox, Danny Glover
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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