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Die Josef-Trilogie

Die Josef-Trilogie

Special. Italien, Österreich 2004. 65 Minuten.

Regie: Thomas Woschitz
Mit: Gerhard Kubelka, Arthur Klemt, Martin Honsel, Jürgen Maurer

Skurriler Heimatfilm, avantgardistischer Krimi, stockendes Roadmovie. Drei Kurzfilme des "Kärntner Kaurismäki" Thomas Woschitz ergeben eine vergnügliche Einheit.

Filmstart: 29. Oktober 2004

Josef, Josef, Josef, Josef und Josef sind fünf Kärntner Holzfäller, die keine Lust mehr auf die Karawanken haben. Kanada wäre super, aber weil das Geld fehlt, kommt da keiner hin. Das ist grob gesagt der erste Teil von Thomas Woschitzs Josef-Trilogie.
Im zweiten Teil lässt der in Rom ausgebildete Filmemacher seine wortkargen Helden eine Komplizin finden, allein die Alpenrepublikflucht wird erneut zum Rohrkrepierer, Kanada liegt nach wie vor in weiter Ferne. Außerdem verlangt ein Mord, dass die Josefs dem Gendarmen Rede und Antwort stehen. Das tun sie auch, nicht sonderlich begeistert zwar, weil wenn du eines lernst im Wald, dann das: Die Wahrheit kommt sowieso nie raus, da kann die Behörde bohren, so tief sie will.
Drittens aber klappt die Reise, sogar zur Musik des Naked Lunch-Sängers Oliver Welter (die CD ist über www.amourfou.at erhältlich), dafür aber ging ein Josef verloren, der in der neuen Welt erst noch gefunden werden muss. In Kanada ist der Himmel blauer als in Kärnten, die Straßen sind breiter, die Bäume höher und wenn du eine Frau anfassen willst, droht nicht gleich der Bauer mit der Faust. Aber sonst hat sich nicht viel verändert. Ein Holzfäller kommt nicht raus aus seiner Haut. Selbst wenn er plötzlich Englisch spricht.
Die Josefs sind eine Art versprengte Cowboytruppe, nicht unbedingt kriminell, aber auch nicht wirklich gesellschaftsfähig. Solche Randfiguren gibt es in jedem Western. Hier aber sind sie ins Zentrum eines eigenen Genres gerückt, das vom Heimatfilm mit schrägem Ansatz, übern Kriminalfall mit avantgardistischem Humor bis zum Roadmovie mit seltsamem Witz reicht. "Kärntner Kaurismäki" wird Woschitz in seiner Heimat genannt, seit sich sogar Cannes für seine Josefs begeisterte.

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel Die Josef-Trilogie
Originaltitel Die Josef-Trilogie
Genre Special
Land, Jahr Italien/Österreich, 2004
Länge 65 Minuten
Regie Thomas Woschitz
Drehbuch Thomas Woschitz
Kamera Arthur Cooper, Arnaldo Catinari
Schnitt Thomas Woschitz
Darsteller Gerhard Kubelka, Arthur Klemt, Martin Honsel, Jürgen Maurer
Verleih Amour Fou

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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