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Stolz und Vorurteil

Pride and Prejudice

Literaturverfilmung. GB 2005. 127 Minuten.

Regie: Joe Wright
Mit: Keira Knightley, Rosamund Pike, Matthew Macfadyen

Als die eigensinnige Lizzy Bennett (Kiera Knightley) den arroganten Mr. Darcy kennen lernt, ist es Ablehnung auf den ersten Blick - und Liebe auf den zweiten. Romantik pur nach dem ewigen Bestseller von Jane Austen.

Filmstart: 21. Oktober 2005

Das britische Derbyshire gegen Ende des 18. Jahrhunderts ist der Inbegriff der romantischen englischen Landschaft. Eine Gegend wie aus einem Bild: Sanfte Hügel und sattgrüne Wiesen, gesprenkelt mit majestätischen Herrschaftshäusern, steinernen Hütten, ein paar gutgenährten Schafen und bunt gekleideten Menschen. Sieht man genauer hin, ist das Leben der Menschen natürlich nicht ganz so idyllisch.
Elizabeth Bennet (Keira Knightley), genannt Lizzy, kämpft mit den ganz bekannten Problemen junger Frauen: Die 21-Jährige, zweitälteste von insgesamt fünf Töchtern eines Ehepaars mit gutem Namen und schlechten Vermögensverhältnissen, ist überhaupt nicht einverstanden mit dem traditionellen Rollenbild, das ihre Gesellschaft ihr zugedacht hat. Lizzy liest lieber, als sich zu frisieren, sie mag lieber schöne Gedanken als schöne Kleider, und der gänschenhaften Oberflächlichkeit ihrer kleinen Schwestern Lydia, Kitty und Mary steht sie verständnislos gegenüber - und erst recht den ständigen Versuchen ihrer Mutter (Brenda Blethyn), ihre Töchter endlich an den Ehemann zu bringen. Da steht ihr ihr Vater Bennet (Donald Sutherland) mit seiner sarkastisch-gelassenen, klugen Art viel näher.
Natürlich hat auch Lizzy trotzdem gern ihren Spaß. Gemeinsam mit ihrer ältesten Schwester, der wunderschönen, sanften Jane (gespielt von Stirb an einem anderen Tag-Bond-Girl Rosamund Pike) freut sie sich auf den nächsten Ball, bei dem sich zwei attraktive Neuzugänge der Dorf-Society präsentieren wollen: Der reiche Mr. Bingley, neuer Mieter eines der nahen Landsitzes, und sein noch reicherer Freund, ein gewisser Mr. Darcy.
Und während es, sehr zur Freude ihrer Mutter, zwischen Jane und Mr. Bingley sofort heftig knistert, sprühen auch zwischen Lizzy und Mr. Darcy Funken - der heftigen Ablehnung. Mr. Darcy findet Lizzy viel zu vorwitzig, sie ihn unhöflich und arrogant.
Während die Anziehung zwischen Jane und Bingley immer intensiver wird, ist Lizzy immer mehr überzeugt, mit Darcy den schrecklichsten, unmöglichsten Menschen der ganzen Welt kennen gelernt zu haben. Erst recht, als sie herausfindet, dass Darcy die aufkeimende Liebe zwischen ihrer Schwester und Bingley sabotiert - und er noch Lizzys neuem Schwarm, dem charmanten Regimentssoldaten Mr. Wickham, übel mitgespielt hat.
Es sind vor allem Lizzys Stolz und Darcys Vorurteile, die sie auseinander halten - obwohl ihre Herzen längst heftigst füreinander schlagen. Lizzys Eigensinn, Darcys als Arroganz getarnte Schüchternheit und vor allem die schier unüberwindlichen Konventionen ihrer Zeit lassen es einfach nicht zu, dass sich die beiden zu ihren wahren Gefühlen bekennen - nicht vor sich selber und schon gar nicht vor dem anderen. Es braucht einen langen, ereignisreichen und romantischen englischen Sommer, bis endlich die verliebten Herzen statt der sturen Köpfe das Wort ergreifen.
Im angelsächsischen Raum sind Lizzy Bennet und Mr. Darcy wohl das ultimative Liebespaar. So wie Bridget Jones von ihrem Mr. Darcy träumt, so tun das Millionen britischer Girls seit Generationen. Die BBC-Verfilmung mit Colin Firth und Jennifer Ehle galt lang als unübertreffliche Umsetzung von Jane Austens großer Liebesgeschichte - nun wagt der junge britische Regisseur Joe Wright das wunderschön romantische Abenteuer, der brillanten Story neues Leben einzuhauchen. Er greift ins Volle - sowohl, was die hochkarätige Besetzung, als auch was die historische Genauigkeit anbelangt. Wright lässt die Herzen in einer echten Welt schlagen. Hier wird nicht zwischen Kulissen geschmachtet, sondern echt gefühlt - ein ebenso schönes wie packend romantisches Kinoereignis.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Stolz und Vorurteil
Originaltitel Pride and Prejudice
Genre Literaturverfilmung
Land, Jahr GB, 2005
Länge 127 Minuten
Regie Joe Wright
Drehbuch Deborah Moggach nach dem Roman von Jane Austen
Kamera Roman Osin
Schnitt Paul Tothill
Musik Dario Marianelli
Produktion Tim Bevan, Eric Fellner, Paul Webster
Darsteller Keira Knightley, Matthew Macfadyen, Rosamund Pike, Donald Sutherland, Judi Dench, Jena Malone, Rupert Friend, Tom Hollander, Brenda Blethyn
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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