Filminfo zu

Red Eye

Red Eye

Thriller. USA 2005. 85 Minuten.

Regie: Wes Craven
Mit: Rachel McAdams, Cillian Murphy

Mord und Paranoia über den Wolken: Für Cillian Murphy und Rachel McAdams erhält die Angst vorm Fliegen in Genremeister Wes Cravens neuem Suspense-Thriller eine völlig neue Bedeutung.

Filmstart: 9. September 2005

Lisa Reichert (Rachel McAdams) hasst die Fliegerei. Allein das Einchecken für ihren Flug nach Miami reicht aus, ihr ein flaues Gefühl zu verursachen. Zum Glück gibt es jemanden, der ihre Nervosität bemerkt. Ein charmanter junger Mann, der mit Lisa in der Schlange steht, stellt sich als Jackson Rippner (Cillian Murphy) vor und hat den rettenden Einfall: Ein kleiner gemeinsamer Drink an der Bar wirkt erwiesenermaßen Wunder. Ein paar nette Worte und vielleicht sogar einen kleinen Flirt später ist Lisa viel entspannter. Boarding-Aufruf, rein in die Schlange, Ticketcheck, den Gangway runter, rein ins Flugzeug, Sitzplatz suchen, Handgepäck verstauen, hinsetzen, anschnallen - all das fällt ihr plötzlich unerwartet leicht. Jetzt gilt es nur noch zu hoffen, dass sich keine nervende Quasselstrippe neben sie setzt oder gar ein schwitzendes Monster, das nach den ersten paar Minuten einpennt, um den ganzen Flug lang zu furzen und zu schnarchen wie ein Sägewerk. Aber Lisa hat Glück. Sogar mehr als das - tatsächlich tritt der höchstgradig unwahrscheinliche Fall ein, dass ausgerechnet Jackson, der Charmebolzen aus der Terminalbar, auf den Sitz neben ihr eingecheckt wurde. Das kann kein Zufall, muss ein Wink des Schicksals sein. Klar ist Lisa erfreut - besser hätte es nicht kommen können. Jetzt blickt sie dem bevorstehenden Flug fast schon mit Vorfreude entgegen. Aber das zurückhaltende Lächeln wird ihr ganz schnell wieder vergehen. Nicht nur wegen ihrer beim Start neu aufflammenden Flugangst. Der Zufall hat tatsächlich enorm viel mit Schicksal zu tun - aber ganz anders, als sich Lisa das je hätte ausmalen können. Zufälle gibt es nämlich nicht. Jackson hatte von Anfang an alles geplant - mit einem äußerst perfiden Hintergedanken. Er ist einer der führenden Köpfe in einem Mordkomplott gegen einen einflussreichen Politiker. Und er wird nicht nur Lisa mit hineinziehen, sondern auch ihren am Boden weilenden Vater Joe (Brian Cox), der zehn Kilometer weiter unten weit davon entfernt ist, etwas Schlimmes zu ahnen. Das Allerschlimmste aber: Lisa sitzt mit ihrer Flugangst in der Falle. Das Flugzeug wird zu einem klaustrophobischen Gefängnis, in dem Jackson alle Fäden in der Hand hält und Lisa scheinbar keine Wahl bleibt, als seinen Anweisungen zu gehorchen - auch wenn sie noch so verzweifelt nach einem Ausweg sucht …
Wes Craven, als Regisseur der Nightmare- und Scream-Serien längst eine Legende im Horror-Genre, bedient sich diesmal subtiler Methoden, um die Zuschauer in ihren Sitzen zu fesseln: "Red Eye ist definitiv kein Horrorfilm, sondern ein Psychothriller", erklärt der Regie-Altmeister. "Kein maskierter Wahnsinniger läuft Leuten mit einem Fleischermesser hinterher. Die einzige Maskerade ist, dass jemand etwas zu sein vorgibt, das er in Wahrheit gar nicht ist." Ähnlich wie im Film Phone Booth - von dem sich Drehbuchautor Ellsworth inspiriert fühlte - gibt es keinen Ausweg für die Hauptfigur, und das Szenario könnte kaum klaustrophobischer sein. "Das Drehbuch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert", erinnert sich Craven. "Eine großartige Gelegenheit für mich, einmal etwas anderes als einen Horrorfilm zu machen und trotzdem die Art von Suspense und überraschenden Wendungen einzubauen, die ich am liebsten habe."

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Red Eye
Originaltitel Red Eye
Genre Thriller
Land, Jahr USA, 2005
Länge 85 Minuten
Regie Wes Craven
Drehbuch Carl Ellsworth
Kamera Robert D. Yeoman
Schnitt Stuart Levy, Patrick Lussier
Musik Marco Beltrami, Tom Mesmer
Produktion Marianne Maddalena, Chris Bender
Darsteller Rachel McAdams, Cillian Murphy, Suzie Plakson, Brian Cox, Laura Johnson, Jayma Mays
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.