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Alles ist erleuchtet

Everything is Illuminated

Literaturverfilmung. USA 2005. 106 Minuten.

Regie: Liev Schreiber
Mit: Elijah Wood, Eugene Hutz

Ein schüchterner US-Normalo, ein durchgeknallter Ukrainer, ein offenbar blinder Chauffeur und ein Hund auf Road-Trip durch den Wilden Osten.

Filmstart: 16. Dezember 2005

Es ist eine fremde, seltsame Welt, in der sich der junge Jonathan Safran Foer (Elijah Wood) unversehens wiederfindet. Gerade noch verlief sein Leben in den geregelten, auch für Grenzneurotiker optimalen Bahnen des US-amerikanischen Großstadtlebens. Der Zivilisation eben, wie wir sie kennen. Und jetzt steht er mutterseelenallein auf dem Bahnhof von Odessa, rund um ihn tobt buntes, wildes Chaos. Jonathan ist verunsichert.
Der Grad seiner Verunsicherung steigt steil an, als ihn sein Reiseführer in Empfang nimmt: Ein lebhafter Typ namens Alex (Eugene Hutz), dessen Englisch mindestens genauso skurril ist wie seine Aufmachung. Und noch mehr, als Jonathan das Reisemobil plus Chauffeur erblickt. Denn am Steuer des alterschswachen Ostfabrikats sitzt ein alter Mann mit Blindenbrille. Immerhin hat er seinen Blindenhund mit dabei.
"Das ist mein Großvater. Er bildet sich nur ein, dass er nicht sehen kann", meint Alex. Alex, passionierter Amerika-Fan, hat sich darauf spezialisiert, Nachkommen von aus der Ukraine emigrierten Juden zu ihren Wurzeln zu führen - und Jonathan möchte unbedingt die Frau kennen lernen, die einst seinen Großvater vor den Nazis gerettet hat. Also nimmt er den mickrigen Rest seines Mutes zusammen, steigt in die klapprige Kiste und wagt die Fahrt ins Ungewisse.
Jonathan ist ein besessener Sammler. Er sammelt Erinnerungen an seine Familie, packt sie fein säuberlich geordnet in Plastiksäckchen, die er zu Hause dann an seine große weiße Wand klebt. Dort hängen bereits Hunderte dieser Säckchen. Nur von seinem Großvater hat er fast nichts außer eines alten Fotos, das ihn gemeinsam mit eben jener Frau zeigt, eine gewisse Lista aus einem winzigen Nest namens Trochenbrod. Und dorthin soll ihn nun Alex bringen. Kaum jemand wird es überraschen, dass weder Alex noch sein Großvater wirklich eine Ahnung haben, wo Trochenbrod liegt. Aber wenn sie sich auch nicht von Landkarte oder Logik leiten lassen, so wenigstens von grenzenlosem Optimismus. Der Trip in Jonathans Vergangenheit wird für alle Beteiligten zu einem Ausflug, der ihr Leben verändert - und schließlich irgendwo, wo gerade noch nirgendwo war, ein unerwartetes, zutiefst bewegendes Ende findet.
Jonathan Safran Foers wundervoller Erstling Alles ist erleuchtet (sein neues Werk, Extrem laut und unglaublich nah, erschien vor kurzem) war eins der schönsten Bücher des Jahres 2003 - die vielschichtige, fiktiv-autobiographische Story ist ebenso bezaubernd wie packend. Und Hollywood-Schauspieler Liev Schreiber (Der Manchurian Kandidat) fand damit den perfekten Stoff für sein gelungenes Regie-Debüt - brillant besetzt mit Superstar Elijah Wood und dem ukrainisch-amerikanischen Punkrock-Musiker Eugene Hutz in seiner ersten Kinorolle. 

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Alles ist erleuchtet
Originaltitel Everything is Illuminated
Genre Literaturverfilmung
Land, Jahr USA, 2005
Länge 106 Minuten
Regie Liev Schreiber
Drehbuch Liev Schreiber nach dem gleichnamigen Roman von Jonathan Safran Foer
Kamera Matthew Libatique
Schnitt Andrew Marcus, Craig McKay
Musik Paul Cantelon
Produktion Peter Saraf, Marc Turtletaub
Darsteller Elijah Wood, Eugene Hutz, Stephan Samudovsky, Jonathan Safran Foer, Boris Leskin, Laryssa Lauret
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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