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Hotel

Hotel

Thriller. Deutschland, Österreich 2004. 83 Minuten.

Regie: Jessica Hausner
Mit: Franziska Weisz, Marlene Streeruwitz, Birgit Minichmayr

Menschen im Hotel. Österreichs Shooting Star Franziska Weisz im verstörenden Psychothriller von Jessica Hausner (Lovely Rita).

Filmstart: 1. April 2005

Irene (Franziska Weisz) ist wohlerzogen, ehrgeizig und zielbewusst. Ihre Zukunft hat sie sich schon ganz klar vorgezeichnet: Sobald sie ihre Ausbildung abgeschlossen und genügend Erfahrung gesammelt hat, wird sie die Führung des elterlichen Hotels übernehmen. Die Stelle als Rezeptionistin im Hotel Waldhaus ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das noble, traditionsreiche Haus macht seinem Namen alle Ehre: Ein hohes, altes, verwinkeltes Gebäude, umgeben von dunklen, dichten Wäldern, bietet es dem Gast Erholung und absolute Ruhe vor dem Alltag - die nächste Ortschaft ist kilometerweit entfernt.
Irene ist froh über diesen Job. Und auch die Hotelleiterin (genial verkörpert von der Schriftstellerin Marlene Streeruwitz in ihrer ersten großen Kinorolle) ist erfreut, so schnell einen Ersatz für Irenes Vorgängerin gefunden zu haben, die von einem auf den anderen Tag einfach abgereist ist. Niemand weiß, warum - sogar einige ihrer Sachen habe sie dagelassen. Dass die Gegend für ein junges Mädchen wie sie wenige Attraktionen bereit hält, stört die ernsthafte Irene wenig. Partygirl war sie sowieso noch nie. Ganz im Gegensatz zu ihrer Kollegin Petra (Birgit Minichmayr). Wann immer sich eine Gelegenheit bietet, veranstaltet sie wilde Zimmerparties oder macht sich zu Fuß durch den Wald auf in den Ort, in die Disco.
Während der Nachtdienste an der Rezeption ist Irene die einzige, die in dem großen Haus Dienst tut, und somit alleine verantwortlich. Schnell gewöhnt sie sich an die vielen Rituale, die ihren Job begleiten - welche Tür wann geschlossen, wann geöffnet werden muss, wo man wann wie das Licht an- und abdreht. Dennoch wird sie nicht wirklich warm mit dem Haus und den Menschen darin. Eine seltsame Kühle und Feindseligkeit umweht sie ständig, von den hohen, dunklen Bäumen draußen ebenso wie von ihren Kollegen. Als sich Irene für das Schicksal ihrer Vorgängerin interessiert, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Doch je offener Petra und die anderen ihr mit Ablehnung und Feindseligkeit entgegentreten, desto sicherer ist sich Irene: Irgendwo in diesem Wald, ganz in der Nähe, ist etwas, was hier nicht sein dürfte.
Ohne Blut, ohne Gewalt und ohne Special Effects erzeugt die junge Regisseurin Jessica Hausner in Hotel ein Gefühl der Beklemmung und der Angst - die um so verstörender wird, weil man nie wirklich weiß, wovor man sich fürchtet. Spukt es im Haus? Sind die Hölle die anderen? Oder steckt doch die geheimnisvolle Waldfrau hinter den seltsamen Vorkommnissen? Hausner: "Ich glaube, dass wir die Realität nur teilweise und fragmentiert wahrnehmen können, wie ein Puzzle, dessen wichtigste Teile verloren gegangen sind. Dieses Konzept einer unvollständigen Wirklichkeit wollte ich in Hotel umsetzen. Die Spannung resultiert aus Stil und Schnitt und nicht aus einer konkreten Bedrohung."

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Hotel
Originaltitel Hotel
Genre Thriller
Land, Jahr Deutschland/Österreich, 2004
Länge 83 Minuten
Regie Jessica Hausner
Kamera Martin Gschlacht
Schnitt Karina Ressler
Produktion Philippe Bober, Martin Gschlacht, Susanne Marian, Antonin Svoboda
Darsteller Franziska Weisz, Marlene Streeruwitz, Birgit Minichmayr, Christopher Schärf, Peter Strauß, Rosa Waissnix
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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