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Brothers

Brødre

Drama. Dänemark 2004. 110 Minuten.

Regie: Susanne Bier
Mit: Ulrich Thomsen, Nikolaj Lie Kaas, Connie Nielsen

Im Krieg und in der Liebe ist alles möglich: Zuerst verliert Sarah ihren Mann, dann hat sie plötzlich zwei ... Bewegendes Drama mit Dänemarks Superstar Connie Nielsen.

Filmstart: 13. Mai 2005

Eine ganz normale dänische Familie. Sarah, eine hübsche Frau (Connie Nielsen), zwei entzückende Kinder, ein nettes Haus. Der Mann, Michael (Ulrich Thomsen), ist beim Militär. In vielen europäischen Ländern ein fast normaler Job. Doch Dänemark befindet sich im Krieg. In der von der US-Regierung beschworenen "Allianz der Willigen" gegen den Terror ist Dänemark ein verläßlicher Partner. Beim Afghanistan-Feldzug wird auch Michael an die "Front" beordert.
Man verabschiedet sich innig, aber ohne Tränen - in der heilen dänischen Welt ist für die ganze Familie die Bedrohung dieser Mission zu abstrakt, um sie Ernst genug zu nehmen. Doch bald nach Michaels Abreise stehen zwei Uniformierte vor Sarahs Tür. Michaels Hubschrauber ist in Afghanistan abgestürzt, er wird vermisst und für tot erklärt.
Und nun ist es ausgerechnet Jannik (Nikolaj Lie Kaas), Michaels "missratener" Bruder, der Sarah Halt in dieser schweren Zeit gibt. Jannick, der nie etwas auf die Reihe bekam - auch nicht den Banküberfall, für den er im Gefängnis saß -, hat zum ersten Mal in seinem Leben eine Aufgabe. Die Küche, die Michael im Haus noch montieren wollte, könnte doch er mit ein paar Kumpels fertigstellen. Auch sonst ist bei so einem Haus schließlich immer was zu tun. Die beiden Töchter mögen Jannik sowieso. Und irgendwann einmal stehen einander Jannik und Sarah näher, als das für Schwager und Schwägerin eigentlich vorgesehen ist.
Auch in Afghanistan ist die Welt inzwischen nicht stillgestanden. Denn Michael ist gar nicht tot. Er hat den Hubschrauberabsturz überlebt und wurde von radikalen Aufständischen gefangengenommen. Und was er in dem Lager, in dem er festgehalten wird, sehen und erleben muss, wird er sein Leben lang nicht vergessen. Mit größtem Glück wird Michael in letzter Sekunde durch die multinationalen Truppen befreit.
Als er schließlich nach Hause zurückkehrt, sind die Trauerfeierlichkeiten anläßlich seines vermeintlichen Todes schon vorüber. Eine bizarre Situation. Bald schon drängt sich für Michael die Frage auf, was da eigentlich läuft zwischen Jannik und seiner Frau. Und für Sarah wird klar: Michael ist nicht mehr der Mann, der er vor seinem Auslandseinsatz war. Er ist weggetreten, gereizt, jähzornig, ja aggressiv. Er attackiert Sarah. Er brüllt rum. Als Michael wieder einmal austickt, rutscht es seiner Tochter raus: "Wärst du doch tot geblieben ..."
Susanne Bier ist eine der profiliertesten dänischen Regisseurinnen, Aufsehen erregte sie 2002 mit ihrem Dogma-Film Open Hearts, weltweit einer der erklärten Festival-Favoriten. Mit Brothers gelingt ihr ein sensibler Blick in die verwundeten Seelen ganz normaler Menschen, für die ein sonst nur in den Medien allgegenwärtiges Drama plötzlich schreckliche Alltagsrealität wird. Packend und klug führt uns Bier hier vor Augen, wie schnell die globalen Konflikte die Schwellen unserer ganz privaten Welt überschreiten können.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Brothers
Originaltitel Brødre
Genre Drama
Land, Jahr Dänemark, 2004
Länge 110 Minuten
Regie Susanne Bier
Drehbuch Anders Thomas Jensen
Kamera Morten Søborg
Schnitt Pernille Bech Christensen
Musik Johan Söderquist
Produktion Peter Aalbæk Jensen, Sisse Graum Olsen
Darsteller Ulrich Thomsen, Nikolaj Lie Kaas, Connie Nielsen, Bent Mejding, Solbjørg Højfeldt, Sarah Juel Werner, Rebecca Løgstrup, Bjarne Antonisen
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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