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Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte

Gainsbourg (Vie héroïque)

Biografie. Frankreich, USA 2010. 130 Minuten.

Regie: Joann Sfar
Mit: Laetitia Casta, Eric Elmosnino

Serge Gainsbourg, Frankreichs Ikone des versauten Chansons, bekommt 19 Jahre nach seinem Tod ein Filmdenkmal der ganz besonderen Art: mit Laetitia Casta, Lucy Gordon und Anna Mouglalis!

Filmstart: 29. Oktober 2010

Die Zigarette im Mundwinkel, im Arm eine wunderschöne junge Frau, eigentlich hässlich und doch unwiderstehlich: Serge Gainsbourg eignet sich auch fast 20 Jahre nach seinem frühen Tod bestens als Vorbild für angehende Frauenhelden. Er war liiert mit Brigitte Bardot, er soll mit den meisten seiner Duett-Partnerinnen - darunter auch die sensationelle Juliette Gréco - Affären gehabt haben. Er ist der, dem die unvergleichliche Jane Birkin bis heute nachtrauert, obwohl sie ihn in den Achtzigern verlassen hatte, und immer noch wird sein Grab von Verehrerinnen liebevoll geschmückt. Er inszenierte sich als Medienstar, entsetzte das französische Establishment mit einer Reggae-Version der Marseillaise, beflegelte in einer Talkshow die blutjunge Whitney Houston. Und viele hassen ihn gar aufgrund seiner angeblichen inzestuösen Beziehung zu seiner Tochter Charlotte.
Genug Material also, um ein echtes Skandal-Biopic abzugeben, ein saftiges Stück Boulevardkino. Doch mit Joann Sfar, einem französischen Comiczeichner, hat Serge Gainsbourg einen Biografen gefunden, der das Gebrochene in ihm liebt. Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte fängt an mit dem spitznasigen altklugen Buben mit den abstehenden Ohren, der schon mit 13 zu rauchen beginnt, und der seinen Zeichenunterricht an der Kunstschule nutzt, um sich vom Aktmodell das mit der Anatomie ganz genau zeigen zu lassen. Großmäuligkeit siegt! Das ist die Devise des kleinen Lucien Ginsburg, wie Serge ursprünglich heißt, Sohn russisch-jüdischer Einwanderer, der bereits mit 17 seiner erstaunten Umgebung bekanntgibt, die Schule abzubrechen und Künstler sein zu wollen.

Klar, dass der Erstlingsfilm eines Comiczeichners, der hier immerhin sein größtes Jugendidol porträtiert, ein ganz besonderes Stück Kino ist: Immer wieder tauchen fantastische Gestalten auf, ein kugelrunder Ewiger Jude, der den kleinen Lucien verfolgt und dann zum Freund wird, ein langer dürrer Begleiter, genannt "die Fresse“, der dem heranwachsenden Serge immer dann zur Seite steht, wenn er in seinem Ehrgeiz nachlässt. Und dann sind da die verführerischen Frauen an der Seite des Helden: Die wunderbare, unglückliche Lucy Gordon, die sich nach dem Film tragischerweise das Leben genommen hat, spielt die rehgleiche Jane Birkin. Frankreichs Lieblingsschauspielerin Laetitia Casta ist die atemberaubende Bardot, Anna Mouglalis spielt Juliette Gréco, und Mylène Jampanoi stellt Gainsbourgs letzte blutjunge Ehefrau Bambou dar. Und noch einer hat hier einen letzten, ganz besonderen Auftritt: Der einzigartige Regisseur Claude Chabrol, der im September verstorben ist, spielt ausgerechnet den Produzenten des skandalös erotischen Songs Je t’aime moi non plus, mit dem Gainsbourg endgültig die Bourgeoisie vor den Kopf stieß - und mit dem er ewigen Kultstatus erreichte. Ein Film wie kein zweiter!

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte
Originaltitel Gainsbourg (Vie héroïque)
Genre Biografie
Land, Jahr Frankreich/USA, 2010
Länge 130 Minuten
Regie Joann Sfar
Drehbuch Joann Sfar basierend auf seinem eigenen Comic
Kamera Guillaume Schiffman
Schnitt Maryline Monthieux
Musik Olivier Daviaud
Produktion Didier Lupfer, Marc Du Pontavice
Darsteller Laetitia Casta, Eric Elmosnino, Mylène Jampanoï, Lucy Gordon, Doug Jones, Anna Mouglalis, Claude Chabrol, François Morel, Yolande Moreau, Joann Sfar
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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