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Antikörper

Antikörper

Thriller. Deutschland 2005. 122 Minuten.

Regie: Christian Alvart
Mit: Wotan Wilke Möhring, André Hennicke, Heinz Hoenig

Brutale Morde, Bilder aus Blut und religiöser Wahn: André Hennicke treibt als amoralischer Killer einen tief gläubigen Dorfpolizisten (Wotan Wilke Möhring) an den Rand des Wahnsinns.

Filmstart: 12. August 2005

Ein simpler Routineeinsatz gerät für zwei Berliner Polizisten zum Adrenalinkick ihres Lebens, als sie in einem Hinterhaus unerwartet über einen der meistgesuchten Verbrecher der Bundesrepublik stolpern: Gabriel Engel (André Hennicke), mutmaßlicher Serienkiller und im Verdacht stehend, ein Dutzend junger Männer brutal ermordet zu haben, indem er sie ausbluten ließ, um mit ihrem Blut religiöse Bilder an Wände zu schmieren, zettelt eine spektakuläre Schießerei an, bei der die Polizei nur dank des rechtzeitigen Eintreffens von Verstärkung unter Leitung Kommissar Seilers (Heinz Hoenig) die Oberhand gewinnt. Seiler kann Engel zwar verhaften, einen Grund zum Feiern gibt es aber nicht: Engel erweist sich in den anschließenden Verhören als überaus kaltblütig und dem hartgesottenen Seiler psychologisch gewachsen, wenn nicht gar überlegen.
Mit besonderer Spannung werden die Entwicklungen im Fall Engel auch in der nahegelegenen Landgemeinde Herzbach verfolgt: Hier wurde vor eineinhalb Jahren die kleine Lucia Opfer eines brutalen Mordes, der ebenfalls Engel zugeschrieben wird. Dorfpolizist Martens (Wotan Wilke Möhring) glaubt allerdings nicht an Engels Schuld und will seine Ermittlungen fortsetzen. Das missfällt einerseits den Dorfbewohner, die das schreckliche Verbrechen lieber geklärt wissen würden, vor allem aber seiner Frau Rosa (Ulrike Krumbiegel). Durch Martens manische Besessenheit vom Fall Lucia steckt die Ehe seit geraumer Zeit in der Krise; Martens vernachlässigt seine Kinder, was sich längst in einer beunruhigenden Verhaltensauffälligkeit seines Sohnes bemerkbar macht. Und jetzt will er nach Berlin abhauen, mitten in der Erntezeit. Rosa protestiert vehement - aber Martens lässt sich nicht abhalten.
Das Zusammentreffen mit Engel beginnt vielversprechend. Er gibt sich überraschend kooperativ, nennt Martens Details zum Fall Lucia und behauptet, den Mörder zu kennen. Die Berliner Polizei ist dankbar, in Martens jemanden gefunden zu haben, der sich bereitwillig mit dem erschreckend charismatischen Engel abgibt. Aber bald zeigt sich, dass Martens ihm nicht das Wasser reichen kann: Der tief gläubige Dorfpolizist ist ein leichtes Opfer für Engels manipulative Psycho-Spielchen. Martens, längst fanatisch verstrickt in den Fall Engel, wird von den Verhören abgezogen. Als er aber mit Seiler Engels Wohnung untersucht und versteckte Beweise entdeckt, scheint Engel überführt. Überschwänglich lässt sich Martens feiern. Aber dann erweisen sich auch die neuen Beweise als nicht ausreichend. Und tatsächlich deutet immer mehr darauf hin, dass Lucias Mörder nicht im Gefängnis in Berlin, sondern unter den Herzbacher Dorfbewohnern weilt. Diesen Rückschlag verkraftet Martens nicht. Getrieben von fanatischem Eifer, wird er zunehmend zur Bedrohung für seine Nächsten. Der wahre Täter scheint Martens gefährlich nahe zu sein: Während er der grausamen Wahrheit entgegenhastet und dabei kaum noch zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, wird für Seiler die Zeit, das Schlimmste zu verhindern, immer knapper …
Intelligent und ohne Schnörkel inszeniert Jungregisseur Christian Alvart seinen starbesetzten Hochspannungs-Thriller vor allem im Ansinnen, sein Publikum von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln. "Mich hat aus der vielfältigen Palette der Kino-Emotionen seit jeher die Spannnung am meisten fasziniert", so Alvart. "Ich wollte mit Antikörper einen Film machen, der die Zuschauer zum Schwitzen bringt und an ihren Nägeln kauen lässt." Im Hintergrund behandelt Alvart aber auch profunde existenzielle Fragen unserer Zeit: "Wo verläuft die Trennlinie zwischen Gut und Böse? Was macht den einen zum guten Menschen und den anderen zum Mörder? Was bedeutet Selbstverwirklichung in letzter Konsequenz? Und was bedeutet Familie in einer Zeit, wo Verantwortung und Verpflichtung als Ballast empfunden werden?"

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Antikörper
Originaltitel Antikörper
Genre Thriller
Land, Jahr Deutschland, 2005
Länge 122 Minuten
Regie Christian Alvart
Drehbuch Christian Alvart
Kamera Hagen Bogdanski
Schnitt Phillipp Stahl
Musik Michi Britsch
Produktion Rainer Kölmel, Boris Schönfelder
Darsteller Wotan Wilke Möhring, André Hennicke, Heinz Hoenig, Ulrike Krumbiegel, Nina Proll, Hauke Diekamp
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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