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Don´t Come Knocking

Don´t Come Knocking

Drama. Deutschland, Frankreich 2005. 122 Minuten.

Regie: Wim Wenders
Mit: Sam Shepard, Jessica Lange, Tim Roth

20 Jahre nach Paris, Texas hat Sam Shepard wieder ein Drehbuch für Wim Wenders geschrieben. Diesmal spielt er auch die Hauptrolle: Einen Kino-Cowboy auf der Suche nach Seelenfrieden.

Filmstart: 26. August 2005

Howard Spence (Sam Shepard) hat viel zu lange nur in seinen Filmen gelebt. Ein Schauspieler, der mit Western zum Star wurde und das Rauhbein-Image, das ihm durch die Zelluloid-Prärie half, auch nach Drehschluss pflegte. Weiber und Whiskey, Drogenexzesse und Wirtshausschlägereien, Kopfschmerzen und Katerstimmung. Howards Leben wurde von einer wütenden Selbstzerstörungssucht getragen, gegen deren Wucht selbst der Wilde Westen harmlos wirkte. Aber damit ist jetzt Schluss: Der Mann hat die Notbremse gezogen.
Nach einer weiteren durchzechten Nacht schwingt sich Howard Spence aufs Pferd und reitet in die Wüste, er will spurlos im Nirgendwo verschwinden, wie einer dieser Helden, die er schon so oft gespielt hat. Doch ein Cowboy kann viel leichter verduften als ein Cowboy-Darsteller. Damals war das Land noch weit und ungezähmt, heute lauert hinter jeder Kurve eine neue Grenze. Howard Spence will sich eine Heimat suchen. Einen Ort, an dem er Wurzeln schlagen kann. Seine Mutter hat ihm von einem Sohn erzählt, ein uneheliches Kind, von dessen Existenz Howard bislang nichts gewusst hat. Früher hätte ihn das auch nicht weiter interessiert, nun erscheint ihm gerade diese Nachricht wie ein Rettungsanker. Irgendwo muss es also Menschen geben, für die Howard Spence mehr ist als nur ein altgewordener Kino-Cowboy.
Ein Mann sehnt sich nach Seelenfrieden. Howard Spence sucht seine Familie, gejagt von einem Versicherungsagenten (Tim Roth), der rechtlich alle Mittel in der Hand hat, um ihn sogar mit Gewalt wieder zurück an den Filmset zu bringen. Es ist eine melancholische Verfolgungsjagd, die durch Wüsten und über Highways geht. Der Showdown findet in einem Kaff statt, das seinen Goldrausch weit hinter sich hat. Die ideale Heimat für Howard. Der Cowboy hat sich seinen Dämonen gestellt. Er hat sogar gegen einen echten Indianer gekämpft. Und er hat seinen Platz in der Prärie gefunden. Western ist Don´t Come Knocking trotzdem keiner. Aber was ist schon ein Western in Zeiten wie diesen?
"Mir gefiel die Idee, einen Typen zu entwickeln, der kein echter Cowboy ist, aber genau dieses Cowboy-Image verkörpert", sagt Sam Shepard. "In diesen Film geht es um Entfremdung, um diese seltsame Einsamkeit in Amerika. Die Europäer haben eine Identität, sie kennen ihre Wurzeln. Wir haben keine Ahnung: Wir sind Vagabunden."

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel Don´t Come Knocking
Originaltitel Don´t Come Knocking
Genre Drama
Land, Jahr Deutschland/Frankreich, 2005
Länge 122 Minuten
Regie Wim Wenders
Drehbuch Sam Shepard
Kamera Franz Lustig
Schnitt Peter Przygodda, Oli Weiss
Musik T-Bone Burnett
Produktion Peter Schwartzkopff
Darsteller Sam Shepard, Jessica Lange, Tim Roth, Sarah Polley, Gabriel Mann, Eva Marie Saint, Fairuza Balk
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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