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Die Reise der Pinguine

La marche de l´empereur

Dokumentation. Frankreich 2005. 87 Minuten.

Regie: Luc Jacquet

Ein Naturfilm als Kinowunder. Luc Jacquets Pinguin-Porträt hat mehr Action, Power, Spannung und Zärtlichkeit als so manche Hollywood-Produktion.

Filmstart: 27. Oktober 2005

Pinguine sind Vögel, die nicht fliegen können, aber dafür tauchen wie Torpedos. Sie leben im ewigen Eis, lieben frischen Fisch und tragen schon zum Frühstück Frack. Pinguine sind die liebenswerten Exzentriker des Tierreichs: Vögel, die absolut unbeirrbar ihren eigenen Weg gehen. Gut, es soll sogar Menschen geben, die sich merkwürdig benehmen, wenn die Liebe ruft. Aber Pinguine machen das aus Prinzip. Jedes Jahr um dieselbe Zeit brechen die größten und prächtigsten Vertreter ihrer Gattung, die sogenannten Kaiserpinguine, zu einem 20-tägigen Marsch ins unwirtliche Innere der Antarktis auf. Dort sind sie mangels anderer Lebensformen völlig unter sich. Der ideale Ort für Flirt und Fortpflanzung, finden Kaiserpinguine. Der französische Naturfilmer Luc Jacquet hat das lange Watscheln mit der Kamera eingefangen und damit eine einzigartige Tier-Doku geschaffen, die zumindest soviel Action, Humor und Romantik hat wie Hollywood in seinen besten Momenten. Vielleicht sogar mehr. Denn hier sind sämtliche Bilder wirklich so echt wie das Leben selbst. Die Reise der Pinguine ist ein Film voll Schönheit und Härte. Nicht ohne Grund spricht Luc Jacquet im Interview vom "Volk der Verdammten", wenn er seine Hauptdarsteller meint. "Kaiserpinguine müssen sagenhafte Strapazen auf sich nehmen, um sich fortzupflanzen. Kilometer um Kilometer kämpfen sie sich durch die fürchterlichsten Stürme, verloren in der Weite der Antarktis, weit weg vom Meer, ihrem eigentlichen Lebensraum. In dieser endlosen Schneewüste ist der Kaiserpinguin der letzte Beweis dafür, dass es auf der Erde Leben gibt. Alle Bezugspunkte sind verschwunden oder auf den Kopf gestellt, auch die Jahreszeiten stehen auf den Kopf. Wer es nicht selbst erlebt hat, hat keine Vorstellung davon, wie sich ein Eissturm mit Windgeschwindigkeiten von 150 km/h anfühlt."
Ein Jahr lang wurde in der Antarktis gedreht, was so viel heißt wie: Selbst wenn die Sonne schien, war es saukalt. Das Ergebnis waren 120 Stunden Filmmaterial, die allerbesten Szenen daraus sind nun im Kino zu sehen, als Familienfilm der besonderen Art, der große wie kleine Natur- und Tierfreunde gleichermaßen ansprechen sollte. Die Strapazen haben sich gelohnt, selbst wenn der Regisseur sagt, er habe ein weiteres Jahr gebraucht, um nach diesem Projekt wieder in den Alltag zurückfinden. Es ist eben etwas ganz Besonderes, ein Pinguin zu sein. Für einen Filmemacher sowieso.

Credits

Titel Die Reise der Pinguine
Originaltitel La marche de l´empereur
Genre Dokumentation
Land, Jahr Frankreich, 2005
Länge 87 Minuten
Regie Luc Jacquet
Drehbuch Luc Jacquet
Kamera Laurent Chalet, Jérome Maison
Schnitt Sabine Emiliani
Musik Emilie Simon
Produktion Emmanuel Priou, Yves Darondeau, Christophe Lioud
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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