Filminfo zu

NVA

NVA

Komödie. Deutschland 2005. 98 Minuten.

Regie: Leander Haußmann
Mit: Kim Frank, Jasmin Schwiers, Detlev Buck

Seine zweite DDR-Komödie widmet Leander Haußmann (Sonnenallee) den wackeren Wehrdienern: Echt-Frontmann Kim Frank muss ab zur fröhlichen Vaterlandsverteidigung.

Filmstart: 7. Oktober 2005

Wissen Sie, was ein Zwischenpisser ist? Warum Jungsoldaten "Glatte" genannt wurden und panische Angst vor Musicboxen oder Schildkröten hatten, während ein einfaches Bandmaß zum Gegenstand heftigster Sehnsucht wurde? Nein? Dann wird es höchste Zeit für einen Ausflug in die DDR der späten 80er Jahre.
Dort schweben grad jede Menge rosa Wölkchen rum: Henrik (Kim Frank) erlebt gerade die erste wirklich große Liebe: Gemeinsam mit seiner Eva gibt es für ihn nichts als Sonne, Spaß und Spannung. Doch im Leben eines jeden jungen Mannes kommt einmal der Moment der Wahrheit. Und dann heißt es Einrücken - ohne Erbarmen: 18 lange Monate dauerte der Grundwehrdienst in der NVA.
Bunte Träume weichen beinharter Pflicht. Hauptmann Stummel (Torsten Michaelis) und Regimentskommandeur Oberst Kalt (Detlev Buck) machen den jungen Rekruten im Namen des Volkes das Leben so hart sie können. Aber nicht nur von Seiten der Befehlsgeber droht Gefahr und Unbill, auch die Wehrdiener im dritten DHJ (Diensthalbjahr), haben es auf die Neulinge abgesehen. Kaum kriegen sie einen der so genannten Glatten (wegen der neuen, noch glatten Schulterstücke) in die Finger, beginnen die bösen Rituale. Etwa die gefürchtete "Musicbox": Der Glatte wird in einen Spind gesperrt, die Umstehenden werfen Geldstücke durch die Lüftungsschlitze und fordern den Frischling auf, zu singen. Weigert sich der, wird der Spind gerüttelt, auf den Kopf gestellt oder aus dem Fenster geworfen. Wer das bei Sinnen übersteht, darf sich auf die "Schildkröte" freuen: da wird man mit Ellenbogen und Knien auf Stahlhelmen festgeschnallt und auf dem glatten Korridor umhergeschoben …
Das ist nun Hendriks Welt, die er nur mit Hilfe seiner Kumpels - dem aufsässigen Krüger (Oliver Bröcker), dem schleimigen Stadlmair (Philippe Graber), dem gegen alles allergischen Traubewein (Robert Gwisdek) und dem gemütlichen Mischke (Daniel Zillmann) so halbwegs aushält. Bis er schießlich bei einem nicht so ganz nach Plan verlaufenden Manöver die entzückende Marie (Jasmin Schwiers) kennen lernt. Doch wie man weiß, bringen schöne Mädels meist auch schöne Probleme mit sich. Dass sich Marie als Tochter von Oberst Kalt persönlich entpuppt, ist lang noch nicht das größte …
Sechs Jahre nach dem Ostalgie-Klassiker Sonnenallee wagt der deutsche Theater- und Kinokünstler Leander Haußmann nun seinen zweiten Ausflug in seine ehemalige Heimat. Dicht auf den Spuren der in ihrem Entstehungsland Schweiz überaus erfolgreichen Armeekomödie Achtung, fertig, Charlie verschafft er uns einen bitterböse liebevollen Einblick in ein Stück DDR-Alltag, der dem Westen fast völlig verborgen war.
Ach ja: Ein Zwischenpisser ist übrigens ein Wehrdiener im 2. DHJ - und mittels speziell gestalteten Schneiderbandmaßen, die genau 1.5 m lang waren, wurden von den Soldaten des 3. DHJ rituell die letzten 150 Tage des Wehrdienstes abgezählt.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel NVA
Originaltitel NVA
Genre Komödie
Land, Jahr Deutschland, 2005
Länge 98 Minuten
Regie Leander Haußmann
Drehbuch Thomas Brussig, Leander Haußmann
Kamera Frank Griebe
Schnitt Hansjörg Weißbrich
Musik Paul Lemp
Produktion Claus Boje
Darsteller Kim Frank, Jasmin Schwiers, Detlev Buck, Thorsten Michaelis, Oliver Bröcker, Philippe Graber, Robert Gwisdek
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.