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Spiele Leben

Spiele Leben

Drama. Österreich 2005. 98 Minuten.

Regie: Antonin Svoboda
Mit: Georg Friedrich, Birgit Minichmayr, Gerti Drassl

Coop 99-Mitbegründer Antonin Svoboda vereint das Schauspieler-Dreamteam Birgit Minichmayr und Georg Friedrich zu einer großartigen Tour de force durch Liebe und Laster.

Filmstart: 20. Januar 2006

Schon der große Julius Caesar wusste um die Macht der Punkte. "Die Würfel sind gefallen", hat er ja einst gesagt und damit gemeint, dass er in der Sache eben nichts mehr zu melden hätte. Das wäre jedenfalls Kurts (Georg Friedrich) Interpretation, wenn Kurt über Julius Caesar nachdenken würde.
Dazu fehlt ihm aber Wille, Zeit und Energie - denn all das braucht er vor allem, um sich irgendwie von einem Tag zum anderen zu schwingen. Denn Kurt ist manischer Spieler. Nur hats ihn schwerer erwischt als die schwachen Süchtler, die schon ein simples Spielcasino-Hausverbot vor dem Untergang rettet. Kurt spielt jeden Moment seines Lebens - er glaubt an sein Glück, doch leider sein Glück nicht an ihn.
Jüngst hat Kurt die Allmacht des Würfels entdeckt. 21 Punkte auf sechs Seiten, überschaubare Möglichkeiten für die Welt in einfachen Zahlen. Und nachdem er mit seinen eigenen Lebensschritten ohnehin immer auf der Schnauze landet, wird ab nun jede Entscheidung in sechs Möglichkeiten kategorisiert und mit einem Handstreich getroffen. Kurts viel zu nette Freundin Manu (Gerti Dressl) muss bei diesem Leben gewordenen Brettspiel schnell mal zurück an den Start - und Kurt würfelt sich immer mehr ins Chaos.
Auf einem Spielfeld wartet schon die faszinierende Tanja (Birgit Minichmayr). Auch sie ist eine verlorene Seele, sie holt sich ihren Pseudo-Halt nicht beim Spiel, sondern beim Heroin. Eine wilde Liebesgeschichte beginnt - und es gibt genau sechs Möglichkeiten für ihren Ausgang.
Das Leben, eine Sucht. Oder doch nicht? Für sein Langfilm-Debüt hat sich der Coop 99-Mitbegründer Antonin Svoboda Dostojewskijs Roman Der Spieler zur Brust genommen und seine ganz persönliche Betrachtung des Phänomens Sucht geschaffen. Und seine großartigen Hauptdarsteller Georg Friedrich und Birgit Minichmayr tragen die Geschichte virtuos über alle Drehorte in Wiens grotesk-pittoresker Peripherie bis zum überraschenden Finale.
Dass eine österreichische Spielfilm-Produktion schon vor ihrem regulären Kinostart im Ausland Kritikerlob sammelt, passiert nicht jeden Tag. Aber von Spiele Leben war nicht nur das Viennale-Publikum begeistert, sondern auch die Filmfans bei den Festivals in Toronto oder im deutschen Kritiker-Mekka Hof, wo der Online-Spiegel schwärmte: "Wie sich Kurt und Tanja der Sucht nach dem Hauptgewinn im Leben hingeben, das hat die gleiche unheilbringende, grandiose Konsequenz, die Jean Paul Belmondo einst in Außer Atem vorführte." 

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Spiele Leben
Originaltitel Spiele Leben
Genre Drama
Land, Jahr Österreich, 2005
Länge 98 Minuten
Regie Antonin Svoboda
Drehbuch Katharina Held, Antonin Svoboda
Kamera Martin Gschlacht
Schnitt Oliver Neumann
Musik Christof Dienz, Coshiva
Produktion Antonin Svoboda, Rudolf Santschi, Barbara Albert, Martin Gschlacht, Jessica Hausner
Darsteller Georg Friedrich, Birgit Minichmayr, Gerti Drassl, Andreas Patton, Michael Rastl
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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