Filminfo zu

Capote

Capote

Drama. USA 2005. 114 Minuten.

Regie: Bennett Miller
Mit: Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins Jr.

Wie ein Blutbad in der Provinz einen großstädtischen Dandy zum ersten True-Crime-Roman der Literaturgeschichte inspirierte. Oscar für Hauptdarsteller Philip Seymour Hoffman!

Filmstart: 14. April 2006

"Ich bin schwul. Ich bin süchtig. Ich bin ein Genie." Der amerikanische Schriftsteller Truman Capote war zeitlebens ein gesellschaftlicher Außenseiter gewesen. Aber so sehr draußen vor der Tür zu stehen und gleichzeitig mitten drinnen im Geschehen zu sein wie damals, als er für das Feuilleton-Magazin "The New Yorker" in eine Kleinstadt reiste, um dort einen Artikel über einen schockierenden Mordfall zu recherchieren, das hat sogar ihn überfordert.
Im November des Jahres 1959 ist Truman Capote (Philip Seymour Hoffman) dank des Erfolgs von "Frühstück bei Tiffany" (die Filmversion mit Audrey Hepburn sollte erst zwei Jahre später in die Kinos kommen) ein gefeierter Autor und erklärter Liebling des New Yorker Jetsets. Aber Kansas ist nicht New York City. Hier im ländlichen Herzen Amerikas wird der exzentrische Dandy bestenfalls als Ärgernis empfunden. Ein fürchterliches Verbrechen ist geschehen. Zwei Tramps, Taugenichtse auf der Durchreise, haben eine vierköpfige Familie ermordet. Zuerst ging es nur um Geld, dann muss Panik aufgekommen sein. Noch ist die Tragödie nicht verarbeitet, ein Schmerz liegt über der Stadt, der alle sprachlos macht, da taucht dieser Typ auf, in Begleitung einer eleganten Frau (Catherine Keener), und beginnt, intime Fragen zu stellen. Truman Capote ist nicht am Verbrechen interessiert, seine Geschichte ist größer. Er will wissen, was der Mord mit denen tut, die ihn überlebt haben. Wie das Grauen eine ganze Gemeinde verändern kann.
"Mir ist egal, ob sie die Mörder fangen", sagt er ganz am Anfang. "Mir nicht", sagt der Sheriff. Da glaubt der noch, dass der lästige Besucher nicht lange bleiben wird. Ist natürlich ein Irrtum. Noch während Capotes Recherchen werden die Täter geschnappt. Fasziniert von der Ausstrahlung der Mörder, wie magisch angezogen von der Möglichkeit, ein Vertrauensverhältnis zu den beiden aufzubauen und so möglichst nah an die absolute Wahrheit heranzukommen, beschließt Capote, den Artikel auszuweiten. Mit einem Roman über die wahren Ereignisse will er unsterblich werden. Dieses Buch wird Capotes Obsession. Es ist seine Krankheit. Er wird es veröffentlichen. Danach allerdings kein einziges mehr.

Bennett Millers Porträt eines exzentrischen Genies ist streckenweise so beeindruckend, dass man im Kino laut aufschreien möchte vor Freude. Doch eines darf dabei nicht vergessen werden: Capote ist kein Krimi. Selbst wenn vier Morde im Mittelpunkt stehen.

Credits

Titel Capote
Originaltitel Capote
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2005
Länge 114 Minuten
Regie Bennett Miller
Drehbuch Dan Futterman
Kamera Adam Kimmel
Schnitt Christopher Tellefsen
Musik Mychael Danna
Produktion William Vince, Caroline Baron, Michael Ohoven
Darsteller Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins Jr., Chris Cooper, Bruce Greenwood
Verleih Sony

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.