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Die Wolke

Die Wolke

Drama. Deutschland 2006.

Regie: Gregor Schnitzler
Mit: Richy Müller, Paula Kalenberg, Franz Dinda

Zwei junge Liebende, Opfer einer nuklearen Katastrophe im Deutschland von heute, entdecken am Ende jeglicher Hoffnung den wahren Sinn des Lebens: Gregor Schnitzler (Soloalbum) verfilmt Gudrun Pausewangs Millionenbestseller.

Filmstart: 17. März 2006

Die Menschen in Schlitz, einer kleinen Stadt nahe Bad Hersfeld, etwa 100 Kilometer nordöstlich von Frankfurt, leben zwar in unmittelbarer Nähe eines der 18 Atomkraftwerke auf deutschem Staatsgebiet, aber sie haben sich an das Leben unter dem Vulkan gewöhnt, und ihre Sorgen und Probleme sind nicht weniger alltäglich als anderswo. Die 16jährige Hannah (Paula Kalenberg) etwa ist gerade in dem Alter, wo sie Jungs vor allem dann besonders doof findet, wenn die Anziehungskraft eines bestimmten unwiderstehlich wird. Dieser bestimmte Junge ist in Hannahs Fall ihr neuer Klassenkamerad Elmar (Franz Dinda). Elmar wiederum wird, wenn er nicht anders kann, als immer wieder an ein bestimmtes Mädchen zu denken, irgendwie zornig. Und neuerdings geht es ihm bei Hannah eben ganz genauso.
Der Tag hatte für Hannah wirklich nicht allzu gut begonnen. Ihre immer gestresste, alleinerziehende Mutter musste zu einem Kosmetikkongress nach Schweinfurt. Damit übertrug sich die Verantwortung für den siebenjährigen Uli (Hans-Laurin Beyerling) auf Hannah - ein schweres Los, hat ihr kleiner Bruder doch nur Unsinn in seinem Dickschädel. Dann wurde die Welt plötzlich rosarot - als Elmar sie endlich zum ersten Mal in den Arm nahm und ganz vorsichtig und zärtlich küsste. Man sollte meinen, dass in so einem Augenblick die gesamte Welt um einen herum verstummt. Aber das plötzliche, durchdringende Geräusch der Alarmsirene überhört man nicht, wenn man ein Atomkraftwerk in der Nachbarschaft hat. Keine Übung, meint Elmar. Und viel zu schnell wird zur Gewissheit, dass er Recht hat. Eine riesige radioaktive Wolke ist aus dem Reaktor ausgetreten und bricht über Schlitz herein. Als Elmar mit dem Auto bei Hannahs Haus ankommt, um sie abzuholen, ist sie schon weg - unterwegs auf dem Rad, mit Uli, um am Bahnhof einen Platz im Zug zu ergattern. Aber sie schafft es nicht: Die zivile Ordnung ist völlig zusammengebrochen, Chaos und Anarchie greifen um sich. Als Uli bei einem Verkehrsunfall stirbt, ist Hannah am Ende ihrer Kräfte. Sie gibt sich auf - und alles wird schwarz ...
Hannah erwacht in einem Sanatorium, von radioaktivem Fallout kontaminiert, todgeweiht. Zehntausende Menschen hat die radioaktive Wolke sofort getötet. Bei Hannah wird es länger dauern. Aber dann, im Moment größter Verzweiflung, steht plötzlich Elmar vor ihr. Er ist der Wolke knapp entkommen. Jetzt umarmt er sie und küsst sie - und kontaminiert sich damit selbst. Aber das macht keinen Unterschied mehr: Die Liebe zueinander ist alles, was den beiden geblieben ist - und nur dafür lohnt es sich noch zu leben.
Katastrophen wird es immer geben - das haben gerade die letzten paar Jahre allzu deutlich gezeigt. Sind sie natürlichen Ursprungs, kann man sie selten voraussehen und schon gar nicht verhindern. Sind sie aber vom Menschen künstlich herbeigeführt, so wie damals vor 20 Jahren der Meltdown im Atomkraftwerk bei Tschernobyl, gäbe es zumindest eine theoretische Chance, es nicht noch einmal soweit kommen zu lassen. Leider scheitern die dazu nötigen Schritte an den Gegebenheiten der Marktwirktschaft. Und so bleibt es eine statistische Gewissheit, dass sich in absehbarer Zeit wieder ein riesiger, katastrophaler Reaktorunfall ereignen wird. Aber deshalb ein Leben in Angst zu führen, wäre sinnlos - weil niemand wissen kann, wann es soweit ist und wo es passieren wird. Mit der Verfilmung von Gudrun Pausewangs Roman erzählt Gregor Schnitzler (Soloalbum) die Geschichte eines solchen Unfalls. Und tatsächlich ist die Geschichte von Hannah und Elmar voller Hoffnung - auch wenn hier nichts beschönigt wird, schließlich geht es um eine Art Unglück, das im Fall von Tschernobyl zehntausende, wenn nicht hunderttausende Menschenleben gekostet hat. "Die Wolke ist eine große Liebesgeschichte im Szenario einer Atomkatastrophe", so der Regisseur. "Es ist wie ein Flüchtlingsdrama, immer wieder kommen Menschen zusammen und gehen auseinander und am Schluss ... den Schluss sollte der Zuschauer dann am besten selbst sehen. Es ist in jedem Fall eine sehr spannende Geschichte, die einen absolut mitnimmt."

Credits

Titel Die Wolke
Originaltitel Die Wolke
Genre Drama
Land, Jahr Deutschland, 2006
Regie Gregor Schnitzler
Drehbuch Marco Kreuzpaintner, Gudrun Pausewang
Kamera Michael Mieke
Schnitt Alexander Dittner
Produktion Markus Zimmer
Darsteller Richy Müller, Paula Kalenberg, Franz Dinda, Karl Kranzkowski, Carina Wiese
Verleih Constantin Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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