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Breaking & Entering

Breaking and Entering

Drama. USA 2006. 120 Minuten.

Regie: Anthony Minghella
Mit: Jude Law, Juliette Binoche, Robin Wright

Nachdem sein Büro in London zweimal in Serie ausgeraubt worden ist, legt sich Landschaftsarchitekt Will (Jude Law) auf die Lauer - und betritt damit die Welt einer bosnischen Migrantin (Juliette Binoche), die sein Leben auf den Kopf stellen wird.

Das Londoner King’s Cross, ein Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs, hat eine ambivalente jüngere Geschichte. Zum einen sind hier drei Selbstmordattentäter in jene Waggons gestiegen, die mit ihnen explodierten. Zum anderen befindet sich hier die Haltestelle, an der Harry Potter in den Zug nach Hogwarts einsteigt. An normalen Tagen ist King’s Cross lange Zeit ein eher mieses Viertel mit hoher Kriminalität gewesen. Dann wurde beschlossen, im Rahmen des größten Londoner Stadterneuerungsprojektes aller Zeiten das Gesindel aus King’s Cross zu vertreiben. Nun werden hier die Anzugträger zusammengetrieben, und immer dichter wimmelt es von Erfolgstypen, die sich in der Gegend schicke Büros einrichten. Will Francis (Jude Law) ist einer von ihnen - er hat sich in der „angesagten“ Gegend ein großzügiges Innenarchitekturbüro eingerichtet. Aber King’s Cross befindet sich noch in der Übergangsphase des großen Säuberungsplans. Und so wird binnen kürzester Zeit zweimal in das Bürogebäude eingebrochen und alles High-Tech-Equipment gestohlen. Jetzt reicht es Will. Er legt sich auf die Lauer, erwischt tatsächlich die Einbrecher-Gang auf frischer Tat - und kann einem von ihnen lange genug folgen, um zu sehen, in welche Wohnung er verschwindet.
Der schlimmste Verlust ist Wills Laptop. Darauf hat der unerhört reiche und gutaussehende Yuppie private Aufzeichnungen über die Therapiesitzungen mit seiner depressiven Gattin Liv (Robin Wright Penn) gespeichert - und damit auch über deren 13jährige, geistig behinderte Tochter Bea (Poppy Rogers), die kaum schläft, nichts isst, ununterbrochen zwanghaft Gymnastik betreibt und den Rest der Zeit mit Batterien verbringt. Will muss den Laptop zurückhaben. Also tastet er sich vorsichtig an den Dieb heran. In besagter Wohnung lebt die hübsche Schneiderin Amira (Juliette Binoche) mit ihrem 15jährigen Sohn Miro, beide aus Bosnien geflohen. Will lässt Kleider bei ihr reparieren und entdeckt seine gestohlenen Sachen im Kinderzimmer. Der Beweis - aber statt die Polizei zu verständigen, hinterlässt er seine Visitenkarte. Damit weiß der Junge, dass etwas im Busch ist. Aber er hat nicht allzu viel zu befürchten. Will lässt sich gerne von seinem ernüchternden Privatleben ablenken. Er freundet sich mit Amira an, wird schließlich ihr Liebhaber - und bringt damit gehörige Umwälzungen im Leben aller Beteiligten in Gang.
Der neue Film von Anthony Minghella (Oscar für Der englische Patient) überzeugt schon allein als detaillierte Beobachtung und Zustandsbeschreibung des heutigen London - einem Melting Pot der Ethnien und der ordinär auseinanderklaffenden Wohlstand-Klüfte. Und so sehr der vorsichtige Blick in die privaten Umstände der Londoner Oberschicht ernüchternd ausfällt, lösen sich die emotionalen Verwicklungen in Breaking and Entering letztendlich doch relativ optimistisch auf. Mit subtilem Schauspiel, bestens unterstützt von den Dialogen aus Minghellas hervorragendem Drehbuch, liefern Jude Law, Juliette Binoche und Robin Wright Penn behutsame Glanzleistungen. Leider wieder nur in einer Nebenrolle zu sehen ist Vera Farmiga (Running Scared, Departed - Unter Feinden) - als osteuropäische Prostituierte, zu der Will eine platonische Beziehung unterhält.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Breaking & Entering
Originaltitel Breaking and Entering
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2006
Länge 120 Minuten
Regie Anthony Minghella
Drehbuch Anthony Minghella
Kamera Benoît Delhomme
Schnitt Lisa Gunning
Musik Gabriel Yared
Produktion Anthony Minghella, Sydney Pollack
Darsteller Jude Law, Juliette Binoche, Robin Wright, Vera Farmiga, Martin Freeman, Anna Chancellor

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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