Filminfo zu

American Dreamz - Alles nur Show

American Dreamz

Satire. USA 2006. 107 Minuten.

Regie: Paul Weitz
Mit: Hugh Grant, Mandy Moore, Willem Dafoe, Dennis Quaid

Ein narzisstischer Showmaster, ein kräftig bescheuerter US-Präsident, eine ehrgeizige Provinzblume und ein süßer arabischer Terrorist - daraus macht Regisseur Paul Weitz (American Pie, About A Boy) die ultimative TV-Talentshow.

Filmstart: 15. Juni 2006

"Honey, ich muss dir etwas gestehen." "Was denn, Schatz?" "Ich habe meine Glückspillen nicht genommen …" Der amerikanische Präsident (großartig: Dennis Quaid) steckt in einer Krise. Seine Ehefrau (Marcia Gay Harden) und sein Stabsschef (Willem Dafoe mit Bäuchlein und Glatze als köstlicher Verschnitt von US-Vizepräsident Dick Cheney) sind verstört: Just nach seiner Wiederwahl beginnt Präsident Staton auf einmal, sowas wie politisches Bewusstsein zu entwickeln. Seit Tagen weigert er sich, den Morgenmantel mit dem scharf geschnittenen Anzug zu tauschen, vor sein Volk zu treten und mit gewohnt siegessicherem Lächeln zu verkünden, dass Amerika sowieso immer recht hat, egal worum es geht. Stattdessen verlangt er nach Tageszeitungen und liest kluge Bücher. Kein Wunder, dass seine Popularitätswerte immer tiefer rutschen.
Völlig verrückt ist die amerikanische Bevölkerung dagegen nach einer Fernsehsendung: American Dreamz. Die ultmative Talentshow. Die perfekte Umsetzung der Demokratie für das Medienzeitalter. Jeder kann mitmachen - und einer wird zum Star. Bis die nächste Staffel beginnt.
Martin Tweed (Hugh Grant) ist der Moderator von American Dreamz. Tweed ist die geborene Medienpersönlichkeit, der das Fernsehpublikum in zwei Lager spaltet: Die, die American Dreamz anschauen, obwohl sie ihn hassen - und die, die zusehen, weil sie ihn hassen. Die Einschaltquoten jedenfalls sind spektakulär, und alle wollen in seine Show. Doch Tweed lässt nur auf seine Bühne, wer für Quote sorgt: Wie etwa die krankhaft ehrgeizige Provinzblume Sally Kendoo (Mandy Moore), die über Leichen gehen würde, um American Dreamz zu gewinnen - wie praktisch, dass ihr tumber Boyfriend William Williams (Chris Klein) sich für Sally das Herz rausreißen lassen würde. Oder wie den tollpatschigen Omer (Sam Golzari), der eigentlich Terrorist werden wollte, aber wegen seiner Vorliebe für Musical-Melodien aus dem El-Kaida-Trainingscamp flog, und dessen Ausbildner ihn nun als Wunderwaffe erkennen, die mühelos mitten ins knallbunte Herz des Erzfeindes USA eindringen kann. Und natürlich Präsident Staton, dessen Berater sich von einem Auftritt als Gast-Juror den lang erhofften Popularitätsschub erhoffen. Eine explosive Mischung für eine tolle Sendung, denkt Tweed. Wie explosiv, ahnt er jedoch nicht mal in seinen kühnsten Fernsehträumen …
Mit wenigen Filmen hat sich Regisseur und Produzent Paul Weitz gemeinsam mit seinem Bruder Chris als Filmemacher einen großen Namen gemacht: Mit American Pie bewies er, dass man auch mit tiefen Witzen echte Tiefe erreichen kann und in About a Boy ließ er Hugh Grant als überzeugten Junggesellen echte Vatergefühle entdecken. American Dreamz - Alles nur Show ist nun eine gesalzene Satire auf die politische Situation der Vereinigten Staaten: Jeder kriegt hier sein Fett weg, niemand wird verschont - und dennoch trifft jede der zahllosen Pointen mitten ins Schwarze. Was natürlich auch am grandiosen Ensemble liegt. Hugh Grant als zynisches A...loch ist ein echter Genuss, Dennis Quaid als leicht angetrottelter Präsident mit unverkennbarem George-W.-Bush-Einfluss ist schlicht genial, Willem Dafoe sowieso, und Ex-Popsternchen Mandy Moore zeigt, dass sie nicht nur als Sängerin, sondern auch als Schauspielerin durchaus zu Höherem berufen ist. Aber das beste Argument für diesen Film ist wohl, dass er in den USA nur mäßig Anklang fand. Über sich selbst zu lachen, verlangt schließlich nach echter Größe - umso mehr, je besser die Witze sind.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel American Dreamz - Alles nur Show
Originaltitel American Dreamz
Genre Satire
Land, Jahr USA, 2006
Länge 107 Minuten
Regie Paul Weitz
Drehbuch Paul Weitz
Kamera Robert Elswit
Schnitt Myron I. Kestein
Musik Stephen Trask
Produktion Rodney M. Liber, Paul Weitz, Chris Weitz, Andrew Miano
Darsteller Hugh Grant, Mandy Moore, Willem Dafoe, Dennis Quaid, Sam Golzari, Shohreh Aghdashloo, Trey Parker, Jennifer Coolidge, Chris Klein, Marcia Gay Harden
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.