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Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford

Drama, Western. USA 2007. 160 Minuten.

Regie: Andrew Dominik
Mit: Brad Pitt, Casey Affleck, Sam Rockwell

Kein Wunder, dass sich so viele Legenden um den Wilden Westen drehen: Die Helden sehen aus wie Brad Pitt, die Saloonmusiker singen wie Nick Cave, und die Schurken sind so charismatisch wie Casey Affleck. Zumindest, wenn es nach Andrew Dominik geht, der mit seinem großartigen Revival-Western ein ganzes Genre neu definiert.

Filmstart: 26. Oktober 2007

Der Wilde Westen ist voll von namenlosen Helden, die nach ihrem letzten Ritt in den Sonnenuntergang irgendwo hinterm Horizont verschwunden sind. Doch einige von ihnen sind haften geblieben im kollektiven Bewusstsein, und lange nach ihrem Tod zu gleichsam mythologischen Figuren geworden - legendäre Cowboys, deren Namen jedes Kind kennt, und bei denen man doch fast schon vergessen hat, dass sie irgendwann einmal wirklich gelebt, gefühlt, geredet und gelitten haben. Jesse James etwa, Amerikas wohl berühmtester Bandit und Revolverheld. Andrew Dominiks meisterliche Western-Erzählung beginnt, als Jesse (Brad Pitt) mit seinen Männern gerade mit einem ebenso genialen wie brutalen Coup einen Zug ausraubt und sämtliche Wertsachen aus dem Frachtwaggon abstaubt - ein wirklich furioser Einstieg.

Doch in Wirklichkeit sieht die Lage für Jesse schon lang nicht mehr so glamourös aus wie bei seinen einträglichen "Auftritten" als Revolverheld. Seine treuen Gefährten von einst haben sich entweder abgesetzt, sind tot oder im Gefängnis, und er selbst lebt ständig in der Angst, von einem Sherriff oder Kopfgeldjäger erwischt zu werden. Und schließlich bleiben an seiner Seite nur noch Robert Ford (Casey Affleck) und sein Bruder Charley (Sam Rockwell) übrig. Robert war immer ein seltsamer junger Mann, der getrieben war von dem Bedürfnis, etwas Besonderes zu sein - und seit er denken kann, war Jesse James sein Idol. Und jetzt hat er es tatsächlich geschafft, ganz in die Nähe seines großen Vorbilds zu kommen - mehr als das, er ist einer seiner letzten wirklich Vertrauten. Doch Robert ist kein Held wie Jesse, und er wird auch nie einer werden. Je mehr er etwas Besonderes sein will, desto mehr scheitert er an seiner Mittelmäßigkeit. Bis ihn schließlich die Erkenntnis trifft: Wenn er schon nicht aus eigenem Antrieb zur Unsterblichkeit gelangen kann, dann vielleicht dadurch, dass er den gefürchtetsten Banditen seiner Zeit zu Fall bringt. Und schließlich bietet sich die Gelegenheit, als ihm Jesse eines Tages völlig unbewaffnet den Rücken zudreht …

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ron Hansen, der sich vor allem den vielen ungeklärten Tatsachen rund um den Tod des legendären Revolverhelden beschäftigt. Bis heute ranken sich zahlreiche Gerüchte und Geschichten um die Figur Jesse James, sein Mythos nährt sich aus den vielen Legenden, die sich um sein "Wirken" drehen.

Dominiks Western erforscht weniger die Tatsachen, sondern eher den emotionalen Hintergrund, das große Männer-Drama zwischen dem charismatischen Räuberhauptmann und seinen Gefährten, die ihm erst bedingungslos folgten, auf jeden Fingerzeig von ihm sofort reagierten, und ihm dann doch brutal in den Rücken fielen. Die Hauptdarsteller - allen voran Brad Pitt, der größte Hollywood-Star von heute in der Rolle der ersten Titelblatt-Celebrity der Neuzeit, und Casey Affleck als ewiger Mitläufer - sind umwerfend, dazu gibt es viele sorgfältig besetzte Nebenrollen, wie etwa Underground-Legende Nick Cave (von dem auch ein Großteil des Soundtracks stammt) als Saloon-Sänger, oder Mary-Louise Parker (Weeds) als Jesses Ehefrau. Und rundherum ist die ganze große Story so packend und visuell überwältigend erzählt, dass man sich wirklich fragt, warum das Western-Genre eigentlich so lange brach gelegen ist.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford
Originaltitel The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford
Genre Drama/Western
Land, Jahr USA, 2007
Länge 160 Minuten
Regie Andrew Dominik
Drehbuch Andrew Dominik nach dem Roman von Ron Hansen
Kamera Roger Deakins
Schnitt Dylan Tichenor, Curtiss Clayton
Musik Nick Cave, Warren Ellis
Produktion Jules Daly, David Valdes, Brad Pitt, Dede Gardner, Ridley Scott
Darsteller Brad Pitt, Casey Affleck, Sam Rockwell, Zooey Deschanel, Nick Cave, Sam Shepard, James Carville, Ted Levine, Mary-Louise Parker, Jeremy Renner, Paul Schneider, Garret Dillahunt, Pat Healy
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

5 Kommentare

Die Ermordung der Zuschauer!

"Die Ermordung des Jesse James ...." ist der schlechteste Film, den ich seit langem gesehen habe! Ich warne alle davor sich 2h 40min - die sich wie das gesamte Leben von Jesse James anfühlen - im höchsten Grade zu langweilen! Die nicht-vorhandende Handlung zieht sich wie ein alter Kaugummi, die Regie ist chaotisch! Von den tatsächlichen Taten der James-Bande wird nur ein einziger Zugüberfall erwähnt, ansonsten knallen sich alle nur gegenseitig ab. Jesse James, gespielt von Brad Pitt, wirkt wie ein geistesgestörter Rächer, der seine ehemaligen Kumpel zum Schweigen bringen will. Meiner Meinung nach führt dieser Film zu Lähmungserscheinungen, narkotischen Schlafzuständen und traumatösem Kinofrust!

26. Oktober 2007
10:54 Uhr

von skjdb

Psychoduell auf höchstem Schauspielniveau

Lang aber jede sekunde wert ist dieser Jesse-James-film! Casey affleck spielt den gehemmten Schleimer dermaßen gut, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass er privat nicht auch so ist - er spielt pitt jedenfalls klar an die wand!

26. Oktober 2007
15:01 Uhr

von Troublemaker

Wer probleme beim Einschlafen hat hier ist die Loesung!!!

Ich habe mir gestern mit Freunden die Premiere des Angegebenen Films angeschaut, das halbe Kino hat schon vor der Haelfte geschlafen (incl. die Haelfte meiner Leute und mir selbst). Meinem Vorredner kann ich jedoch zustimmen, die Schauspielerische Leistung ist beachtlich. Das Skript hingegen ist sehr langatmig und einschlaefernd. Die 2h 40m sind mir wie eine halbe Ewigkeit vorgekommen und der stolze Preis von 7,6€ (mit Ziviermaeßigung) war absolute Geldverschwaendung.

Fazit: Der Schlechteste Kinofilm seit sehr langer Zeit. ABSOLUT NICHT sehenswert!!!

2. November 2007
15:50 Uhr

von Tyson

Sonntagsfilm vor dem Einschlafen...

..., das ist aber alles. denn nach spätestens 15 Minuten frage ich mich, was das soll. was diese handlung darstellen soll. warum b. pitt in einem western mitspielt? k.a. dieser mensch kann vielleicht in komödien, thrillern und filmen wie z.b. in den oceans trilogien seine leistungen bestätigen, aber doch nicht in diesem film, wo der titel bereits aus 10 wörtern besteht. ein viel besser gespielter western, wo handlung, schauspielerische leistung und symphatie miteinander dermaßen gut verknüpft sind ist ,,todeszug nach yuma" in der hauptrolle mit russel crowe und christian bale! denn das ist ein film, für den man gerne 2 stunden seiner zeit investiert!

6. April 2008
16:32 Uhr

von Philipp87

geniale schauspieler - genialer film

wie gesagt - brad pitt und casey affleck aber auch alle nebenrollen absolut genial... wenn man auf wahnsinnig viel handlung aus is, dann is es vielleicht nicht unbedingt der idealste film für einen, wenn man aber ohnehin die schauspielerische leistung und die damit verbundenen zwischenmenschlichen beziehungen und überhaupt die ganze psychologie sowieso viel interessanter findet - dann einfach nur genial....

20. Februar 2009
22:22 Uhr

von dschordschi

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