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Children of Men

Children of Men

Drama, Science-Fiction. USA 2006. 108 Minuten.

Regie: Alfonso Cuarón
Mit: Clive Owen, Julianne Moore, Michael Caine

Die Menschheit steht vor dem Ende: Es gibt keine Kinder mehr … P. D. James´ Bestseller-Zukunftsvision, großartig in Szene gesetzt von Alfonso Cuarón, gespielt von Clive Owen, Michael Caine, Julianne Moore und bejubelt beim Filmfestival von Venedig.

Filmstart: 10. November 2006

Die nahe Zukunft sieht nicht besonders rosig aus für die Menschheit. Im Jahre 2027 steht man vor einem mysteriösen Problem: Es ist 19 Jahre her, seit das letzte Baby geboren wurde. Und mit jedem Jahr dieser unerklärlichen globalen Kinderlosigkeit geht die Gattung Mensch ihrem endgültigen Untergang einen weiteren großen Schritt entgegen.
Das nahe Ende provoziert verschiedene Reaktionen: die meisten Menschen verlieren sich in einem "Jetzt oder sicher nie"-Fatalismus - schließlich war No Future noch nie so real wie jetzt. Wilde Ausschweifungen, Kriminalität, Anarchie. Moral hat schließlich nur dann Sinn, wenn es jemanden gibt, den man damit schützen will. Eine aufrechte Minderheit dagegen hat es sich auf die Fahnen geschrieben, inmitten des wachsenden Chaos für Solidarität und Menschenrechte einzutreten, um die Würde aller zu bewahren.
Großbritannien ist eins der wenigen Länder, die es - nicht zuletzt durch eine beinharte Militärregierung - geschafft haben, sowas wie eine Ordnung aufrecht zu erhalten. Gerade deshalb sind die Grenzen der Britischen Inseln belagert von Flüchtlingen, die hier Sicherheit suchen - doch sie werden von der Regierung gnadenlos und brutal gejagt, gesammelt und deportiert.
Der Verwaltungsbeamte Theo (Clive Owen) hat mittlerweile den Kampf um ein besseres Leben aufgegeben. Früher war er politisch aktiv, nun sieht er in Engagement, egal welcher Art, einfach keinen Sinn mehr. Er hat sich völlig in die innere Emigration zurückgezogen. Das einzige, was ihm noch irgendetwas bedeutet, ist seine Freundschaft mit Jasper (Michael Caine). Auch er ist ein Totalverweigerer - allerdings ist das bei ihm auf den ersten Blick erkennbar: Jasper ist ein Althippie, lebt in einer versteckten Hütte fern von der Stadt, ständig mit einem Joint und einem zynischen Lächeln im Mundwinkel. Hier mitten im Wald geben sich die beiden gemeinsam ihren düsteren Grübeleien hin.
Theos zielloser Alltag findet eine jähe Unterbrechung, als er plötzlich von starken Armen gepackt und in einen Lieferwagen geworfen wird. Nach einer wilden Fahrt steht er vor der charismatischen Julian (Julianne Moore). Die schöne Dame kennt er von früher - und das ziemlich gut: Einst waren sie Liebende und Kampfgefährten. Julian ist immer noch im politischen Widerstand, und sie bittet Theo um einen Gefallen: Er soll für Kee, einen ihrer Schützlinge, Papiere besorgen, und mithelfen, die junge Frau sicher außer Landes zu bringen. Eine schöne Summe Geld ist auch noch für ihn drin.
Nun, was Besseres gibt´s nicht wirklich zu tun, also nimmt Theo den Auftrag an. Doch je näher die kleine Gruppe der Grenze kommt, desto klarer wird ihm, dass dies hier mehr ist als ein kleines unterhaltsames Abenteuer: nicht nur werden sie von Terroristen überfallen, alle scheinen sich auf einmal für Kee zu interessieren. Was das Besondere an ihr ist, erkennt Theo erst, als er sie sich das Mädchen in den baggy Kleidern einmal etwas genauer ansieht: Kee ist hochschwanger. Unter ihrem Herzen trägt sie das erste menschliche Baby seit 19 Jahren. Das macht sie zum wertvollsten Schatz auf der ganzen Erde - und zur Gefahrenquelle für alle um sie herum …
Was, wenn etwas völlig Selbstverständliches auf einmal nicht mehr funktioniert? So etwas wie die Fortpflanzung zum Beispiel? Mit dieser These wurde Phyllis D. James´ düstere Zukunftsvision Children of Men 1992 zu einem internationalen SciFi-Bestseller. Perfekter Stoff für Regisseur Alfonso Cuarón, der bisher mit so verschiedenen Kino-Spezialitäten wie Y tu mama tambièn oder Harry Potter und der Gefangene von Askaban begeisterte. Mit erlesenem Ensemble drehte er einen düster-stylischen Thriller, der bei den Filmfestspielen in Venedig bei Publikum und Kritik mit seiner dichten Story und den atemberaubend inszenierten Action-Szenen für Begeisterung sorgte. London-Kennern werden hier übrigens viele Schauplätze bekannt vorkommen: Cuarón schaffte es perfekt, ganz ohne herumfliegenden Hightech-Firlefanz und mit nur wenigen genialen Kunstgriffen Schauplätze der britischen Hauptstadt in eine bedrohliche Zukunfts-Kulisse zu verwandeln.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Children of Men
Originaltitel Children of Men
Genre Drama/Science-Fiction
Land, Jahr USA, 2006
Länge 108 Minuten
Regie Alfonso Cuarón
Drehbuch David Arata, Mark Fergus, Hawk Ostby, Alfonso Cuarón, Tim Sexton nach dem Roman von P. D. James
Kamera Emmanuel Lubezki
Schnitt Alex Rodríguez, Alfonso Cuarón
Musik John Tavener
Produktion Hilary Shor, Iain Smith, Marc Abraham, Eric Newman
Darsteller Clive Owen, Julianne Moore, Michael Caine, Chiwetel Ejiofor, Charlie Hunnam, Danny Huston, Claire-Hope Ashitey, Peter Mullan, Pam Ferris
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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