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Jackass: Nummer Zwei

Jackass: Number 2

Action. USA 2006. 95 Minuten.

Regie: Jeff Tremaine
Mit: Steve-O, Johnny Knoxville, Bam Margera

Bumm, Zack, Aua. Ehrensache: Auch in ihrem zweiten Kinofilm sorgen die Jackass-Boys für anarchisches Vergnügen weit jenseits der Schmerzgrenze.

Filmstart: 1. Dezember 2006

To boldly go where no man has gone before: Kaum jemals hat ein Haufen Typen das Star Trek-Motto derart wörtlich genommen. Und dabei hat das Ganze gar nichts mit Raumschiffen zu tun. Naja, ein kleines bisschen vielleicht. Doch der Versuch von Jackass-Alphatier Johnny Knoxville, sich an einem überdimensionalen Feuerwerkskörper in den Weltraum schießen zu lassen, endet wie die meisten anderen Jackass-Stunts: Irgendjemand landet kopfüber irgendwo mitten in der Gegend, mit jeder Menge Blutergüssen/Prellungen/Knochenbrüchen und dem mulmigen Gefühl, gerade noch einmal mit dem Leben davongekommen zu sein.
Aber beginnen wir doch am Anfang. Der ist nämlich schon schwer genial. Folgende Szenerie: Westernmusik, aufgewirbelter Staub in Zeitlupe. Eine Gruppe Männer auf der Flucht vor einer wild gewordenen Kuhherde. Angstverzerrte Gesichter in sengender Sonne, die rhythmischen Bewegungen der muskulösen Tiere. Dann plötzlich Switch zurück in Echtzeit: Die Jackass-Bande rast panisch durch eine typische US-Einfamilienhaus-Siedlung, verfolgt von einem Haufen mächtig sauer wirkender Stiere. Quer duch gepflegte Vorgärten, schnuckelige Verandas und gepflegte Wohnzimmer. Fensterscheiben bersten, Zäune brechen, und Autotüren bieten für die rasenden Rinder ungefähr so viel Widerstand wie die Kartonfensterchen eines Adventkalenders.
Und das, wie gesagt, ist erst der Anfang. Was sich Johnny Knoxville, Bam Marghera, der immer noch grauslichere Steve-O, Chris Pontius, Wee Man und ihre durchgeknallten Konsorten diesmal haben einfallen lassen, liegt weit im Niemandsland jenseits der Grenzen des guten Geschmacks. 95 Minuten Hardcore-Slapstick, von dem sich Itchy und Scratchy noch was abschauen können. Vom Windkanal-Fallschirmfliegen, Pferdeapfelkeks-Essen, Indoor-Schifahren vor den Augen der entsetzten Hausbesitzer über das Feuerwehrschlauch-Rodeo bis zur Furzglocke ist alles drin und dabei, was den Bürger schockt. Das Ganze ist dazu mindestens ebenso lustig wie unappetitlich, zudem auch noch einige handverlesene Gaststars ihren Beitrag zum Filmvergnügen leisten: Kultregisseur John Waters etwa führt einen gar schmutzigen kleinen Zaubertrick mit Wee Man vor, und Jackass-Intimus Spike Jonze gibt ein sensationelles Gastspiel als betagte Lady mit, äh, Toilettefehler. Tief, aber herzlich: Wie immer bei Jackass empfiehlt es sich natürlich unter allen Umständen, die Stunts nicht selber auszuprobieren. Denn was auf der Leinwand herb-lustig rüberkommt, ist in Wirklichkeit oft gar nicht komisch - die Szenen, bei denen sich die Jungs wirklich wehtun, werden nämlich immer rausgeschnitten. Außerdem ist Zuschauen viel lustiger. Erstens kriegt man keine blauen Flecken davon und kann Popcorn dazu essen. Und zweitens ist Schadenfreude bekanntlich die schönste Freude.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Jackass: Nummer Zwei
Originaltitel Jackass: Number 2
Genre Action
Land, Jahr USA, 2006
Länge 95 Minuten
Regie Jeff Tremaine
Drehbuch Jeff Tremaine, Johnny Knoxville, Spike Jonze
Kamera Lance Bangs, Dimitry Elyashkevich, Rick Kosick
Schnitt Seth Casriel
Produktion Spike Jonze, Johnny Knoxville
Darsteller Steve-O, Johnny Knoxville, Bam Margera, Ryan Dunn, John Waters, Spike Jonze, Ehren McGhehey, Jason Acuña
Verleih UIP

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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