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Die Hollywood-Verschwörung

Hollywoodland

Drama. USA 2006. 126 Minuten.

Regie: Allen Coulter
Mit: Diane Lane, Adrien Brody, Ben Affleck, Bob Hoskins

Faszinierend atmosphärisches, hochspannendes Hollywood-Sittenbild rund um den mysteriösen Tod eines TV-Stars der 50ies, mit Ben Affleck, Adrien Brody, Diane Lane und Bob Hoskins.

Filmstart: 15. Februar 2007

Die Abenteuer von Superman waren in den 1950er Jahren der TV-Kult schlechthin. Ein aberwitzig charmanter Real-Comic-Spaß mit absurd hölzernen Dialogen, ultrabilligen Effekten, handgeschneiderten Kostüme und bemerkenswert schlechten Drehbüchern. Inmitten der Pappkulissen wurde ein Mann im Cape zum Superstar seiner Zeit: George Reeves, der mit kantigem Kinn und stählernem Blick den größten Superhero aller Zeiten greifbar machte.
In Wirklichkeit war Reeves aber alles andere als ein strahlender Held. Sicher, er hatte es in seinem Beruf ganz nach vorn geschafft, war ein Star und genoss die bedingungslose Verehrung von Millionen treuer Fans - aber Reeves litt Zeit seines Lebens darunter, dass er trotz seines Ruhms als Schauspieler nie wirklich Ernst genommen wurde. Er war halt "nur" Fernsehstar, nur eine Comicfigur, während die "richtigen" Hollywood-Idole auf der großen Leinwand in "richtigen" Rollen glänzten.
In der Nacht des 16. Juni 1959 findet seine Verlobte Leonore Lemmon (im Film gespielt von Robin Tunney) die nackte Leiche Reeves' (Golden- Globe-Nominierung für Ben Affleck und den Preis als bester Hauptdarsteller bei den Filmfestspielen in Venedig) auf seinem Bett liegend, mit einer Kugel im Kopf, er war 45 Jahre alt. Für Leonore und die Polizei ist die Sache klar: Selbstmord. Doch als am nächsten Tage die Schlagzeilen von Supermans Suizid erscheinen, wird der Privatdetektiv Louis Simo (Adrien Brody) hellhörig. Erst recht, als ihn Reeves' Mutter Helen Bessolo (Molly Parker) beauftragt, Nachforschungen über die Umstände des Todes ihres Sohnes anzustellen. Sie glaubt nämlich nicht an die Selbstmord-Variante - Mrs. Bessolo ist überzeugt, dass Reeves ermordet wurde.
Schon nach relativ kurzer Zeit stößt Simo tatsächlich auf zahlreiche Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Tod des Heldendarstellers. Und auf pikante Tatsachen: Wie etwa Reeves' langjähriges Verhältnis mit der betörend sinnlichen Toni Mannix (Diane Lane). Die war früher mal Showgirl bei den legendären Ziegfeld Follies und ist jetzt die Ehefrau des mächtigen Hollywood-Players Eddie Mannix (Bob Hoskins), ehemaliger Generaldirektor der MGM-Studios und - wenn man den Insidern glaubt - bestens verhabert mit den einflussreichsten Mafia-Granden.
Als George seine spätere Verlobte Leonore kennen lernt, trennt er sich von Toni - die daraufhin am Boden zerstört ist. Bekanntlich brennen nicht mal die Höllenfeuer so heiß wie der Zorn einer sitzengelassenen Frau. Steckt Toni etwa hinter Reeves' Tod? Oder ihr Ehemann, sei es aus Rache, oder weil er, trotz seiner eher lockeren Einstellung zur Institution Ehe, es partout nicht duldet, wenn jemand seiner Toni Schmerz zufügt? Oder hat sich Reeves tatsächlich selbst erschossen, weil seine Karriere dem Abgrund zusteuerte und er nach sieben Jahren Superman-Sonderschicht zur übergewichtigen Lachnummer zu verkommen drohte?
Je länger Simo stöbert, desto mehr offene Fragen tauchen auf - und für jede offene Frage gibt es gleich mehrere mögliche Antworten mit dazu. Immer mehr geht Simo in der Rolle des unermüdlichen Schnüfflers auf und legt sich für eine heiße Spur mit jedem an: Mit der Polizei, den Medien, seinen Berufskollegen. Simo ist besessen vom Geheimnis um Reeves, von seinem außergewöhnlichen Leben und seinem abrupten Tod. Je mehr er sich in diesen Fall verbeißt, desto mehr kann er auch vergessen, wie kaputt sein eigenes Leben nach seiner Scheidung ist. Doch Hollywood ist ein gefährliches Pflaster, voller täuschend echter Kulissen und doppelten Böden. Die Wahrheit kommt erst irgendwann im Abspann nach all den grandiosen glamourösen Illusionen - und wer bleibt in der Stadt der vielen Sensationen schon so lang an einem Platz sitzen?
Das Hollywood der Fifites ist nicht umsonst eine der beliebtesten Kulissen für spannende Stories über Sex, Crime und unerfüllte Träume. Schöne Frauen, deren perfektes Make-up auch im heißesten Infight nicht verwischt, mächtige Männer mit steifen Hüten und lockeren Sitten, schmierige Detektive mit unerbittlichem Spürsinn … Die Hollywood-Verschwörung ist TV-Regieprofi (Die Sopranos, Sex and the City, Akte X, Six Feet Under ...) Allen Coulters erster Kinofilm - und er schafft es perfekt, die faszinierend geheimnisvolle Atmosphäre dieses Falles auf die Leinwand zu zaubern, ohne je vergessen zu lassen, dass all dies wirklich genau so passiert sein könnte.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Die Hollywood-Verschwörung
Originaltitel Hollywoodland
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2006
Länge 126 Minuten
Regie Allen Coulter
Drehbuch Paul Bernbaum, Howard Korder
Kamera Jonathan Freeman
Schnitt Michael Berenbaum
Musik Marcelo Zarvos
Produktion Glenn Williamson
Darsteller Diane Lane, Adrien Brody, Ben Affleck, Bob Hoskins, Lois Smith, Robin Tunney, Steve Adams
Verleih Buena Vista International

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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