Filminfo zu

Bye Bye Berlusconi!

Bye Bye Berlusconi!

Satire. Deutschland 2005. 89 Minuten.

Regie: Jan Henrik Stahlberg
Mit: Pietro Bontempo, Maurizio Antonini, Lucia Chiarla

Mit satirischen Mitteln sollen die Italiener davon überzeugt werden, die Regierung Berlusconi bei den nächsten Wahlen in Pension zu schicken. Politisches Kino von Jan Henrik Stahlberg (Muxmäuschenstill).

Bauunternehmer, Medienmogul, Eigentümer des Fußballclubs AC Milan, Politiker. Mehrfach als Angeklagter wegen Schmiergeldzahlungen, Bestechung, Meineids und Bilanzfälschung vor Gericht. In der Selbstwahrnehmung sieht er sich als von der roten Justiz verfolgter armer Teufel und stellt sich aufopfernd als einzige Alternative zu den schändlichen Linken hin, deren Wahlsieg in seinen Augen dem Untergang des Abendlandes gleichkäme. Die Rede ist natürlich vom reichsten Mann Italiens, dem Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Mit seiner am rechten Rand der politischen Skala angesiedelten Partei Forza Italia stellt er sich im April 2006 der Wiederwahl. Um eine weitere Amtsperiode des eitlen Sprücheklopfers, der es mit den Gesetzen nicht so genau nimmt, zu verhindern, macht jetzt sogar schon der deutsche Jan Henrik Stahlberg (Muxmäuschenstill) mobil - zumindest als Regisseur dieser Polit-Satire. Mit dem genialen Berlusconi-Doppelgänger Maurizio Antonini in der Hauptrolle erzählt der Film von einer Gruppe linker italienischer Künstler, die mit einem radikalen Film ihren Landsleuten die Augen über ihren Regierungschef öffnen will. Da Berlusconi-kritische Filme in Italien, wo Berlusconi oder seine Handlanger so gut wie überall ihre Finger im Spiel haben, naturgemäß wenig Chance auf Kinoeinsatz haben, entschließt man sich zu einer Finte: Aus Ministerpräsident Berlusconi wird Melonenplantagenbetreiber Micky-Laus. Im Film wird Micky-Laus von Radikalen entführt und in einem öffentlichen Prozess zur Rechenschaft gezogen. Er soll endlich die Verantwortung für seine illegalen Machenschaften übernehmen, vor der sich der echte Berlusconi dank gnädiger Richter, großzügiger Amnestien und nicht zuletzt zahlreicher Gesetzesänderungen in Wirklichkeit immer drücken konnte. Wie es dem engagierten Film-im-Film letztlich ergeht, verrät Bye Bye Berlusconi!. Was die Italiener nach Jahren teils skandalöser Regierungsführung von Silvio Berlusconi halten, erfahren wir am 10. April 2006.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Bye Bye Berlusconi!
Originaltitel Bye Bye Berlusconi!
Genre Satire
Land, Jahr Deutschland, 2005
Länge 89 Minuten
Regie Jan Henrik Stahlberg
Drehbuch Jan Henrik Stahlberg, Lucia Chiarla
Kamera Nicolas Joray
Schnitt Nicola Undritz
Musik Rainer Oleak
Produktion Martin Lehwald
Darsteller Pietro Bontempo, Maurizio Antonini, Lucia Chiarla, Pietro Ragusa, Fabio Bezzi

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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