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Der große Kater

Der grosse Kater

Drama, Literaturverfilmung. Deutschland, Schweiz 2010. 88 Minuten.

Regie: Wolfgang Panzer
Mit: Bruno Ganz, Marie Bäumer, Ulrich Tukur

Politische Intrigen, private Katastrophen und Eier an den Scheiben der Staatslimousine: Bruno Ganz gerät als Schweizer Bundespräsident in die ganz große Bredouille.

Filmstart: 19. November 2010

Die Uhr tickt: Kater, so der Spitzname des Schweizer Bundespräsidenten (Bruno Ganz), steht kurz vor der Katastrophe. Eine Fraktionssitzung eskaliert, sein Stand ist bei Bevölkerung wie Partei denkbar schlecht. Sein Sohn liegt todkrank im Spital, die Ehe mit Marie (Marie Bäumer) ist am Ende.
Er hat Brücken eröffnet, Bänder durchschnitten, Beton verplant, wie es jeder andere auch gemacht hätte, sein Amt erscheint ihm längst bedeutungslos. Diese Sinnkrise nützt ausgerechnet sein bester Freund Dr. Strotzer, genannt Pfiff (Ulrich Tukur), inzwischen Sicherheitschef. Er will sich für die einstige Schmach rächen, Marie und das wichtigste Amt im Lande an Kater verloren zu haben.
Unterdessen plant der mit Hilfe seiner organisatorisch unschlagbaren Assistentin Dr. Bässler (Christiane Paul) zwecks Image-Rettung ein unglaubliches Ablenkungsmanöver: Aus einem unwichtigen Staatsbesuch des spanischen Königspaars schaffen die beiden den größten Staatsakt, den die Schweiz je gesehen hat. Mit Militärparade, fettem Empfang, Ehrengarde, laufender Fernsehberichterstattung, das volle Programm. Doch Pfiff hat einen Helfer - den mit Kater ebenfalls im Clinch liegenden Nuntius (Edgar Selge).
Auf der noblen Terrasse des Gottesmannes werden frei nach Machiavelli böse Pläne geschmiedet, der Staatsbesuch soll in einem Fiasko enden. Pfiff wirft die Planung über den Haufen - mithilfe der ahnungslosen Dr. Bässler organisiert er einen Besuch der Königin in jener Klinik, in der Katers todkranker Sohn liegt. Marie vermutet einen Publicity-Stunt ihres Mannes und droht, den abendlichen Staatsempfang durch Abwesenheit zum diplomatischen Debakel werden zu lassen. Als sie doch auftaucht, bringt sie den Staatsakt durch einen zornigen Auftritt zum Platzen. Und was tut Kater? Er hängt sich einen Rausch um, der sich gewaschen hat. Doch als er sich völlig betrunken zusammengekrümmt neben dem Pissoir wiederfindet, stellt sich heraus, dass seine sprichwörtlichen sieben Leben noch lange nicht aufgebraucht sind. So nicht. Nicht mit ihm.

Thomas Hürlimanns Roman, der dem Film zugrunde liegt, sorgte in der Schweiz für einen handfesten Skandal - schließlich verriet der Autor als Sohn eines ehemaligen Schweizer Präsidenten intimste Familiengeheimnisse. Tatort-Regisseur Wolfgang Panzer setzt das Drama gekonnt in Szene - nicht nur die aufwändige Produktion besticht, sondern auch das hervorragend besetzte Schauspieler-Ensemble rund um den großen Bruno Ganz. Marie Bäumer (Die Fälscher, Mitte Ende August) als aufgewühlte First Lady mit Romy-Schneider-Gesicht, Ulrich Tukur (Das weiße Band, John Rabe) als verräterischer Jugendfreund und Christiane Paul (Lippels Traum) als karrieresüchtige und letztlich doch moralische Assistentin verleihen dem Film Glaubwürdigkeit und Stärke. Ein genau recherchierter, ein böser und am Ende doch ein versöhnlicher Film.

Text:  Julia Pühringer

Credits

Titel Der große Kater
Originaltitel Der grosse Kater
Genre Drama/Literaturverfilmung
Land, Jahr Deutschland/Schweiz, 2010
Länge 88 Minuten
Regie Wolfgang Panzer
Drehbuch Claus Hant, Dietmar Güntsche basierend auf dem Roman von Thomas Hürlimann
Kamera Edwin Horak
Schnitt Jean-Claude Piroué, Uli Schön
Musik Patrick Kirst
Produktion Claudia Wick, Benito Müller, Dietmar Güntsche, Wolfgang Behr, Wolfgang Müller
Darsteller Bruno Ganz, Marie Bäumer, Ulrich Tukur, Justus von Dohnányi, Christiane Paul
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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