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Rest in Peace

Rest in Peace

Dokumentation. Deutschland, Österreich 2010. 92 Minuten.

Regie: Andrea Morgenthaler

Bis zum bitteren Ende - aber was kommt danach? Andrea Morgenthalers Doku befasst sich mit dem, worüber wir nicht so gerne nachdenken: Dem, was nach dem Tod mit unserem Körper passiert. Morbid, witzig, drastisch, nachdenklich - ein außergewöhnlicher Film!

Filmstart: 12. November 2010

Egal ob hier oder in Nepal, in Mexiko, Amerika oder in Bulgarien: Sterben müssen wir alle. Vielleicht werden wir wegen der Erbschaft vom Enkerl vergiftet, sterben an Altersschwäche oder am Lungenkrebs, kommen bei einem Unfall um oder durch Selbstmord: Sobald wir tot sind, ist unser Körper im Wesentlichen ein Abfallprodukt, das entsorgt werden muss - und dafür gibt es viele Möglichkeiten.
Isaiah Owens ist Begräbnisunternehmer in Harlem, New York. Where beauty softens your grief - Wo Schönheit Ihre Trauer mildert ist das Motto seiner Firma, und Owens ist überzeugt: Wenn er den Verstorbenen so präpariert, wie er im Leben ausgesehen hat - oder womöglich noch schöner - dann fällt den Hinterbliebenen der Abschied leichter.
Dr. Mark Benecke hingegen sieht die Sache pragmatisch. Der Deutsche ist so etwas wie der Popstar unter den Kriminalbiologen, und kann mit Hilfe von Insekten, die er auf Leichen findet, Todeszeitpunkt und -ort bestimmen helfen. Wenn Benecke loslegt und aus diversen Körperöffnungen Maden zupft, wird so mancher Magen unruhig - nur er selbst bleibt cooler als das CSI erlaubt.
Gyan Prasad Acharya lebt ebenfalls von den Toten: Die Aufgabe des Nepalesen ist es, Verstorbene traditionsgemäß einzuäschern. Er ist heute 60 Jahre alt und hat tausende Leichen auf Scheiterhaufen verbrannt, und immer noch stört ihn, dass sein Beruf schlecht angesehen ist, und er kaum genug verdient, um seine Familie über Wasser zu halten.
Auch im Westen hat der Tod kein gutes Image. Wer es sich leisten kann, lässt sich von der Firma Alcor in Phoenix, Arizona, einfrieren, um bestenfalls dereinst aufgetaut und mit Hilfe neuester Medizin wieder aufgeweckt zu werden. Und das sind noch lange nicht alle Aspekte, die Regisseurin Andrea Morgenthaler Rund um das Thema Tod gesammelt hat. "Ich war am Anfang recht zwiespältig, als ich das Projekt angeboten bekommen habe“, sagt Morgenthaler - doch dann packte sie die Faszination. Kein Wunder - denn was sie da zusammengetragen hat, hat das Zeug zum Kinokult: Zwischen Maden im Genitalbereich, der umweltschonenden Kompostierung Verstorbender und einem Friedhof in Mexiko, auf dem Allerheiligen als übermütiges, lebenslustiges Totenfest gefeiert wird, ist Rest in Peace nicht nur lustig, ein bisschen grauslich und vor allem spannend - sondern nimmt vielleicht sogar ein bisschen die Angst davor, nachzudenken, was eigentlich nach unserem Tod mit uns passiert.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Rest in Peace
Originaltitel Rest in Peace
Genre Dokumentation
Land, Jahr Deutschland/Österreich, 2010
Länge 92 Minuten
Regie Andrea Morgenthaler
Drehbuch Andrea Morgenthaler
Kamera Enzo Brandner
Schnitt Klaus Hundsbichler
Musik Stefan Bernheimer
Produktion Kurt Stocker, Danny Krausz
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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